Stahlvorfach vereinfachen?

fordprefect

Well-Known Member
Ich mache mir selber meine Stahlvorfächer aus Drennan 7Strand.

Meist sieht das ganze so aus:
Köder, Snap (in Schleife mit Quetschhülse), 40-50cm Vorfach länge, Wirbel (in Schleife mit Quetschhülse), Noknot, geflochtene Hauptschnur.

Ich hab vor kurzem mal überlegt, ob ich das nicht vereinfachen kann.
1. Köder mit Drall, also Spinner & Blinker kriegen nen Wirbel vorgeschaltet (wobei ich über die Jahre mehr und mehr das Gefühl bekommen habe, dass Wirbel eher ein Placebo sind; selbst dreifach Wirbel).
2. Snap einschlaufen und nur twizzeln. Ende des Vorfachs mit Albright direkt an die geflochtene Hauptschnur knoten.

Ich vermute schon, dass das ganze etwas weniger Tragkraft hat, aber vlt. ist der Unterschied verschmerzbar. Der Vorteil wäre, ich spare Noknot, Wirbel und zwei Hülsen ein. Das ganze ist direkter, weniger gefährlich für den Spitzenring, fängt weniger Kraut. Ich bräuchte eigentlich die Quetschzange und Hülsen gar nicht mehr. Vorfächer könnte ich auch zur Not ohne extra Werkzeug am Wasser machen.

Bin gespannt, ob jemand damit Erfahrungen hat und das ganze keine Schnapsidee ist.




***[Bild für Startseite angehangen]
 

Anhänge

  • Klemmen.JPG
    Klemmen.JPG
    381,8 KB · Aufrufe: 19.487
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

hans21

Well-Known Member
7-Strand habe ich bisher nur getwizzelt.
Köderseite => Karabiner
Zur Schnur => Wirbel od. Vorfachring
So mach ich‘s auch und hänge das Stahlvorfach an den vorhanden Snap am Monovorfach. Das ist mit FG Knoten mit der geflochtenen Hauptschnur verbunden. Stahl benutze ich nur dort, wo ich mit Hecht rechne. Bisher gut gegangen. Wenn ich immer Stahl bräuchte, wurde ich ich mit Noknot den Stahl an die geflochtene Hauptschnur hängen. Getwizzelt funktioniert für mich gut.
 

fordprefect

Well-Known Member
Naja, wenn ich es richtig sehe, muss ich immer mit Hechten rechnen. Ich hab gerade an nem See in Schweden das noch mal mit FC durchdacht, weil der Nachbar mir das empfahl und auch ordentlich fing. Aber das lag wohl eher daran, dass ich null Plan vom Schleppfischen und Zanderfischen am großen See hab und auch kein entspanntes Motorboot mit Echolot, sondern nur nen Ruderboot und gut gemeinte Ratschläge hatte. Ob ich mit FC nen Zander bekommen hätte kA. Aber ich hab mit dem Wissen über die vielen Hechte entschieden, das nicht zu machen. Ist aber auch ein anderes Thema mit bekanntem Konfliktpotential.

Lösungen mit Snaps, Wirbeln, Schlaufen, Ringen, etc. am Schnurende finde ich zu Hauf. Ich finde aber nirgends den Vorschlag, das Vorfach direkt anzuknüpfen und weiß nicht, ob es einfach unpopulär ist oder Albright in Kombination dünner Stahl und dünne geflochtene einfach Schrott ist. Daher dachte ich, jemand kann mich hier erleuchten.
 
Zuletzt bearbeitet:

PirschHirsch

Well-Known Member
Direktes Anknoten des Stahls wäre mir in puncto Vorfachwechsel zu unpraktisch - vor allem bei dünnerem Stahl (insbesondere 1x7) ist eben immer mit Austauschbedarf zu rechnen.

Da reicht potenziell ein einziger Hänger, drehfreudiger Fisch oder Wurf mit einem zu Überschlägen neigenden Wobbler etc. Auch bei Landung / Abhaken kann das Vorfach schnell beschädigt werden.

Was auch nur ansatzweise nen Hau haben könnte, wird von mir sofort ausgetauscht. Die Kleinteile recycle ich zu Hause für neue Vorfächer - Abfall ist dann nur der eigentliche Draht.

So wickle ich persönlich dann lieber fix ein frisches Vorfach per NK an - insbesondere bei kalten Fingern, Nässe und/oder schlechten Sichtverhältnissen.

Ab ca. 40 lbs aufwärts sieht es mit der Vorfach-Empfindlichkeit dann je nach Material meist schon anders aus. Das ist dann aber in puncto Durchmesser und Steifigkeit schon ne eigene Nummer für sich - für viele Normalanwendungen viel zu großkalibrig.

Von Basteln am Wasser halte ich persönlich gar nichts - da will ich Fische fangen und nicht konstruieren. Schon gar nicht bei Drecksauwetter und/oder wenig Angelzeit.

Habe daher immer einen ausreichenden Vorrat vorgebauter Vorfächer dabei, ist für mich wesentlich angenehmer. Zudem muss ich dann nicht das ganze Bastelmaterial mitschleppen.

Vorschalten von FC oder Mono bringt IMO mehr Frust als Lust - nerviges Ringgeratter, vermehrte Dreckfanganfälligkeit des Verbindungsknotens, Taktilitätsverlust.

Stahl direkt an Braid stört weder Barsch noch Hecht noch Zander. Auf brüniertes Material achten, dann hat sich das.
 
Zuletzt bearbeitet:

fordprefect

Well-Known Member
Naja Basteln könnte man das nicht mehr nennen. Das wäre ja nur einen Snap antwizzeln und der Albright. Vlt. bin ich zu unkritisch was die Vorfacher angeht oder einfach nur zu schlecht, aber der überwiegende Teil der Vorfächer, die ich ersetzen muss, liegen auf dem Grund.

Schlauft ihr die Snaps und noknots etc. dann ein, damit ein direkterer Kontakt da ist oder macht ihr eine größere Schlaufe? Wobei geht das beim Twizzeln überhaupt? Hab das noch nie gemacht.

Scheint ja viele Bedenken wegen Stahl-Geflochtener-Albright zu geben. Bei Mono ist das wie gesagt nicht unbedingt untypisch.
 

fordprefect

Well-Known Member
Danke für das Video. Werde mir das anschauen. Wenn das mit dem Albright nichts ist, würde ich mir aber mit einem Vorfach mit getwizzeltem Snap und lediglich Noknot dennoch den vermutlich überflüssigen Wirbel, die Hülsen und die zwei größeren Schlaufen dieser Methode sparen.

Da ich eh dazu übergegangen bin, diese Teile jn sehr kleinen Größen zu nehmen, sind die auch nicht so störend. Aber manchmal zieh ich mir dennoch den Noknot an den Ring.
 

PirschHirsch

Well-Known Member
Einfach ein Stückchen Silikonschlauch mit passendem Durchmesser über den NK schieben - das wiegt im Wasser so gut wie nichts, schon den Spitzenring und reduziert Dreckansammlung am NK ganz erheblich.

Schlauch idealerweise durchsichtig, um evtl. Wicklungsbeschädigungen etc. gleich erkennen zu können.

Bei Vorfachwechsel:

1. Schnur direkt oberhalb des Schlauchstücks abschneiden - Auseinandernehmen erfolgt dann zu Hause.
2. Schlauchstück (idealerweise ist vorkonfektionierter Vorrat mit an Bord) auf die Schnur fädeln.
3. NK des frischen Vorfachs anwickeln.
4. Schlauch über den NK schieben.
5. Weiterangeln.

Geht ratzfatz und funzt in meinem Falle schon seit Jahren bestens.
 
Zuletzt bearbeitet:

fordprefect

Well-Known Member
Das scheint ne gute Lösung dafür zu sein. Ich versuche seit einiger Zeit jedoch drauf zu achten, möglichst wenig Blei und Plastik da zu lassen. Wobei ein Gummifisch auch mit den verträglicheren Marken das natürlich ein bisschen ad absurdum führt.
Aber vlt. ist ja Vorfach an nen Ring und Geflochtene an drn Ring knoten was für mich. Da ist das mit Kraut fangen und Verletzungsgefahr für mich und Ring auch geringer.
 

dreampike

Well-Known Member
Die direkte Verbindung von nicht-ummanteltem Stahlvorfach mit Mono/ geflochtener hält nicht, auch nicht mit Albright-Knoten. Kann man ja sehr leicht überprüfen, ein scharfer Ruck und die Verbindung ist entzwei. Zwischen Schnur und Stahlvorfach kann man NK, einen Wirbel oder aber auch ein sog. Pitzenbauer-Ringerl in entsprechender Tragkraft schalten. Das ist ein kleiner Ring, an dem sowohl die Schnur als auch das Vorfach angeknotet werden.
Am leichtesten läßt sich Flexonit verknoten, Drennan 1x7 geht auch. Am besten funktioniert ein Grinnerknoten mit nur einem Schlag. Erst den Knoten auf dem Vorfach zuziehen, dann den Knoten festhalten und die Schlaufe zuziehen, sonst kringelt das Vorfach zu stark. Hält bombenfest, ist einfach auch vor Ort unter schwierigen Umständen zu knoten und trägt nicht groß auf.
Wolfgang aus Ismaning
 
Wenn du ummantelten Stahl verwenden willst, kannst du diesen auch verschmelzen. Das hält richtig gut, ist sehr schlank und dann kann man das Vorfach einschlaufen. So mache ich es auch beim Hechtfliegenfischen.
 

fordprefect

Well-Known Member
Habs gerade mal mit Twizzeln und 7strand in 5.4 und 9.2 kg versucht. Wenn ich das mit der Hand drehe, springt es eher wieder ab. Hab dann an einem Ende die Methode versucht mit festgeklemmter Arterienklammer zu wirbeln. Das hält top. Das Ende steht jetzt bloß leicht ab.

Klebt man das Ende dann noch fest, dass es nicht ausfranst?

Auch das einschlaufen von Snap und Noknot ist eher unschön geworden. Ich hab es sowohl doppelt durch versucht, als auch mit Schlaufe durch, drüber und ziehen. Das will sich nicht auf die dünnen Durchmesser richtig zu ziehen.
 

Mikesch

Allrounder
.... Das hält top. Das Ende steht jetzt bloß leicht ab.
....
Freihand funktioniert nicht richtig, hast du ja gemerkt.
Mit Arterienklemme ist es optimal.
Nach dem "Zudrehen" musst du eine od. 2 Drehungen wieder zurück machen und den Vorfachrest eng mit einem scharfen Saitenschneider (Knipex o. Ä.) abzwicken, dann legt sich das Ende ans Vorfach ohne abzustehen.
 

PirschHirsch

Well-Known Member
Genau- Freihand-Action geht da nicht wirklich sinnvoll.

Arterienklemme mag ich persönlich nicht - ich verwende einen speziellen Twizzle Stick. Bringt IMO das sauberste, kontrollierteste und am leichtesten mit hoher Verarbeitungsqualität reproduzierbare Ergebnis.

Da tut es theoretisch auch jeder andere stabile Metallhaken mit passendem Durchmesser. Diesem am besten noch irgendwie Grip geben - oder das gerade Ende umbiegen etc. Man braucht halt etwas, das sich zwecks Drehen gut packen lässt.

Mir war Selbstbau dareinst zu aufwendig, habe mir darum fertige Sticks geholt. Waren nicht sonderlich teuer. Die halten ja praktisch ewig, sofern man halbwegs vernünftig mit ihnen umgeht.

Gehören zu meinen persönlichen Must-Have-Utensilieln, da ich 1x7 unter 40 lbs grundsätzlich immer twizzele. IMO die eleganteste Lösung mit höchstmöglicher Tragkraft, wenn richtig ausgeführt.

40 lbs + ist dann aber meiner Erfahrung nach sehr garstig bis unmöglich noch von Hand zu twizzeln:

Vor allem ummantelte Materialien neigen da durchaus zum Nichthalt. Zudem geht das bei den Drahtstärken dann schon etwas auf die Flossen.

Insofern verwende ich ab 40 lbs dann Quetschhülsen auch für 1x7 (ansonsten quetsche ich nur 7x7 - das lässt sich nicht twizzeln).
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben