Strelasund und Bodden

Testudo

Schützer und Nutzer
Bei Hering und Dorsch hat der Angeldruck auch keinen Einfluss, wie erklärst du den und warum sollten die gleichen Aspekte nicht auch auf die Fische im Bodden Einfluss nimmt.
 

Tulpe2

Active Member
Zumindest nicht so, wie man es uns weismachen möchte, um die Quote für die Berufsfischerei nach Möglichkeit zu halten.
Statt dem "Baglimit" für Angler in der Variante von 2017 mit Verringerung des Mindestmaß wäre doch wohl eher ein höheres Mindestmaß hilfreich.
Dafür eventuell 1-2 Dorsche mehr?
 

Testudo

Schützer und Nutzer
Beim Dorsch hat der Angeldruck KEINEN Einfluss? Ist das ein Rechtschreibfehler mit einem 'k' zuviel? :annoyed
Glaubst du, das Angelei an einem großen Gewässer, wie die Ostsee, einen gesunden Fischbestand beeinträchtigen kann? Ich nicht.
 
https://www.riff-nienhagen.de/forschungsberichte.shtml

Aus Abschlussbericht 2018, Seite 10, 10.Zeile von unten:
"Dabei wurde festgestellt, dass die markierten Dorschen mit 90% über den gesamten Untersuchungszeitraum in der gleichen Falle, in der auch die Markierung erfolgte, wiedergefangen wurden."

DAS erkenne ich an. Und aus diesen wissenschaftlich-belastbaren Daten ziehe ich meine Schlüsse.
Zudem bin ich oft genug draußen (und das nicht 1x im Monat), um immer wieder Obiges zu erleben: da wo Netze standen, ist erstmal alles tot. Und da wo viel geangelt wurde, ist dem auch so.

9 von 10 wiedergefangenen Dorschen wurden in derSELBEN Falle wiedergefangen! Nicht eine Falle 2km westlich oder östlich, sondern in der identischen Falle. Soviel zu "Dorsche schwabbeln hunderte und tausende Kilometer durch die Gegend".
Ja, ich denke schon, dass eine derart standorttreue Fischpopulation in JEGLICHER Gewässergröße sehr schnell unter Druck gerät, ob Netz oder Angel. Scheixxegal, ob Bodden oder Ostsee.
Und wenn das aber schon bei Ostseedorschen so ist, wie sieht es dann erst bei einer zusätzlich örtlich stark eingegrenzten Population wie den Boddenhechten aus?

Mit heutigem Equipment 4 Mann 8h Köder werfen bei 1km/h Drift, dann kann sich jeder die Fläche ausrechnen, die diese 4 Angler abfischen. Dazu die Anzahl der Boote und dann kann man mal hochrechnen, was im JAHR an Wasserfläche mit Köder zugeballert wird, allein durch's geguidete Boddenfischen.
 

esox02

Well-Known Member
zum Thema angeldruck...ja der ist da aber der fangdruck bzw der ausfang ist ja nicht so doll denn habe es gestern wieder erlebt auf rügen ….da sind 2 angler die angeln verbotener weise mit 6 ruten….schwupps war die fischereiaufsicht aus strahlsund da.....auf dem nachmittag nochmal das selbe ...110 da angelt einer mit 4 ruten….zack die Polizei da und worauf hängte sich ein Polizist auf auf einer rute die am boden lag von...einem ….einheimischen da war als 4 rute ein gufi dran den er nach einem Gespräch mit mir rangemacht hatte und die köfi rute rausnehmen wollte sah aber die Polizei und sagte wir wollen erst mal die papiere zeigen dann zeigst du mir wie du die barsche fängst.....auf frage warum man 2 x kontrolliert wird am tag hieß es wir wurden angerufen das hier welche mit mehr ruten angeln als sie dürfen....ps holen sie mal die rute ein will sehen ob der köder lebt.....da wird ganz schnell mal einer oder der andere weil er einen barsch oder hecht fängt angeschissen obwohl er nichts macht.....aber selber barsche die untermaßig sind mitnehmen ...es ist zum kotzen so eine Gastfreundschaft.....bin selber fiaufseher aber leider nur in bb und berlin wäre ich das hier in mc pom würde manches anders laufen.....
 

zanderjappi

Member
ich finde das kontrollieren an sich schon vollkommen richtig.
Es sind genug schwarze Schafe unterwegs.
Ich bin auch aus BB und bei uns haben sie gerade erst wieder einen mit einer Tüte kleiner zander
erwischt. Nicht zuletzt gibt es ja auch Typen , die den Fisch dann verkaufen. das Recht ist eigentlich nur dem Fischer
vorbehalten.
Bei uns kontrolliert das Ordnungsamt auch regelmäßig an den vermeindlichen Hot-Spots. Die laufen schon mit
stichfester Weste umher. Auf Nachfrage kam dann das ja jeder Angler auch ein Messer bei hat und man weiß ja nie.
Is schon traurig was da so läuft.
 

Silvio.i

Well-Known Member
Hat alles seine Richtigkeit.
1. Privater Angeldruck zu hoch. Obwohl ich sagen muss, dass der Kubi dieses Jahr schön leer war, wenn ich da geangelt habe. Und viele Leute, die ich kenne, fahren lieber zum Schweriner See oder Müritz zum Hechtangeln.
2. Guidingdruck ist zu hoch. Ja, aber da wird ja viel auf C&R geachtet.
3. Kontrollen sind viel zu wenig. Wenn man im Hafen HST beobachtet, wie 17 Zander im Auto (HST-Nummernschild) verschwinden, sieht man aber auch dass Gier bei vielen einfach die Vernunft schlägt! Müssen ja auch nichts befürchten, da die Fischereiaufseher eh lieber Nicht-Stralsunder kontrollieren.
4. Fischereidruck ist zu hoch! Und ohne jede Weitsicht!
5. Verschiebung der Fanggebiete mal am Beispiel des Greifswalder Boddens des Peenestroms und des Achterwassers: Die Fischer im Freest heulen rum, weil so gut wie nichts in den Netzen ist. Die Angler im Peenestrom gehen oft leer aus. Und die Fischer im Achterwasser haben teilweise Probleme ihre Netze und Reusen hochzubekommen, weil die voll Zander sind.
Ich kann es leider nicht erklären, aber es ist schon kurios, dass das Wasser im Wieker Bodden, Kubi, Strelasund, Greifswalder Bodden und Peenestrom deutlich salziger ist als die Ostsee vor Usedom.
 

Deep Down

Well-Known Member
Wir unterschätzen alle unseren anglerischen Einfluss.

Der Hecht ist mit der Angel sehr erfolgreich zu beangeln.

Auch wenn dann nur wenige Angler an einem Angeltag einen Hecht mitnehmen oder einen verangeln, hat das bei der Menge an Anglern schon Auswirkungen.
Geschieht das Tag für Tag, Jahr für Jahr ist doch klar, dass der Bestand rapide abnimmt und die Fische aufgrund des ständigen Bombardment an Ködern versuchen auszuweichen.

Aufgrund des Baglimits auf Dorsch wird die Zahl an Anglern in den Bodden wohl auch noch steigen.

Dazu kommt schwerwiegend, je weniger gefangen wird, desto gieriger wird der Mensch:" Oh endlich mal wieder ein Hecht, läuft aber auch echt zäh! Ach, den einen Hecht nehm ich jetzt mal mit, ist ja nicht schlimm und ich hatte ja schon lange keinen mehr!"

Da sind dann auch die Bodden endlich.

Wenn man sieht, was da teilweise auf den Bodden an Booten unterwegs ist, wird einem schwindelig.

Gibt sogar Experten, die sich rücksichtslos unmittelbar vor einem einfach in die gleiche Drift setzten.
Ganz üble Beobachtung: Fängt man einen, werden überall die Driftsäcke eingeholt und Anker gelichtet und sie kommen gierig von allen Seiten wie die Fliegen auf die "Scheiße" angerast, dann kann man wegen überfüllender Verdrängung gleich das Gebiet wechseln, es sei denn man steht auf solche Gemeinschaftsfischen.

Keine Bange, den Hecht kann man mit der Angel zur Bedeutungslosigkeit herunterangeln, ausrotten aber nicht.
 

Don-Machmut

Active Member
Hat alles seine Richtigkeit.

2. Guidingdruck ist zu hoch. Ja, aber da wird ja viel auf C&R geachtet.
Und genau das ist das vorgeschobene Problem ..weil alle Leute denken das ist das Allheilmittel und machen unkontrolliert weiter, und der Fischbestand leidet in denn Ruhephasen denn ganzen Winter...

Versteht mich nicht falsch C&R ist wichtig und sollte man auch machen ..trotzdem bin ich der Meinung das dauerhaft bei zu viel Angeldruck zu viele fische dabei verenden
und es der Population schadet ...der Faktor aber nie in Betracht gezogen wird und immer als Allheilmittel vorgeschoben wird .. weil ich fische ja C&R von daher ist alles gut

Wir haben es die letzten zwei Winter hoch gerechnet nur auf die Fische die ich im Boot hatten ...und die Toten hechte die wir am Boden liegend gesehen haben beim Driften auf dem platz denn wir befischt haben ... macht ne aus Ausfallquote übern winter von 5 % und da ist jeder fisch vernünftig behandelt worden und sauber ab gezogen ....keine ich brauch Foto ops usw..
 
Zuletzt bearbeitet:

Professor Tinca

Ükelchampion 2019
Ist das immer noch so dass Hechten zu Fischmehl verarbeitet werden sollen und die Fischer dafür gezielt Hecht fangen?
 

esox02

Well-Known Member
Ist das immer noch so dass Hechten zu Fischmehl verarbeitet werden sollen und die Fischer dafür gezielt Hecht fangen?
sogar noch schlimmer habe mit Anglern gesprochen das die abgefischten fische zu lachspellets verarbeitet werden ohne wenn und aber da wird nix sortiert.....ach so und wieder ne kontrolle …...
 

Professor Tinca

Ükelchampion 2019
sogar noch schlimmer habe mit Anglern gesprochen das die abgefischten fische zu lachspellets verarbeitet werden ohne wenn und aber da wird nix sortiert.....ach so und wieder ne kontrolle …...
Na dann wisst ihr doch warum der Bestand so einbricht.

Der Einfluss der Angler meistens überschätzt, besonders wenn viel C&R betrieben wird.
 

zanderjappi

Member
Alles richtig und ich will hier auch nichts schmälern,
aber es gab schon immer gute und schlechte Jahre
Haben wir in der Havel auch.
Schlimm ist nur wenn alles zusammen kommt
 

chum

Member
Ich muss Don-Machmut zustimmen, auch wir haben tote Hechte, einer ü1m im Flachwasser gesehen. Ein nicht unerheblicher Teil wird das C+R nicht überleben, gerade wenn mit mehrer Drilligen am Köder geangelt wird. Ich persönlich probiere deshalb so weit wie möglich Hechte an der Boardwand zu releasen, man muss ja nicht jeden Hecht messen und ein Foto machen. Und wenn wirklich einer so verangelt ist, dass Releasen keinen Sin nmacht dann nehme ich ihn halt mit.
Ich glaube auch, dass die Zahl der Angler nicht nur beim Hechtangeln einen Einfluss auf die Population hat.
 

MarkusZ

Well-Known Member
macht ne aus Ausfallquote übern winter von 5 % und da ist jeder fisch vernünftig behandelt worden
Klingt plausibel und liegt auch in der Spanne der Zahlen die ich aus diversen Studien so kenne. Im Sommer dürfte die Quote dann ansteigen.

Würde rein statistisch bedeuten, dass ein C&R-Angler, der 20 Hechte fängt, den Bestand in etwa so schädigt, wie ein Angler der den ersten Hecht entnimmt und dann das Hechtangeln einstellt.

Wenn die Berufsfischer weniger Quote bei Dorsch, Hering etc. bekommen, wächst natürlich die Gefahr, dass sie das durch anderer Fische kompensieren.

Ob die kolportierten Zahlen von bis zu 60t Hecht stimen, weiß ich nicht.

Der Druck von Anglern und Fischern auf die Hechtpopulation scheint jedenfalls deutlich größer zu sein als zu Beginn des Jahrtausends.
 

Testudo

Schützer und Nutzer
Wenn die Berufsfischer weniger Quote bei Dorsch, Hering etc. bekommen, wächst natürlich die Gefahr, dass sie das durch anderer Fische kompensieren.
Soweit ich das hier beurteilen kann, streichen viele Fischer die Segel. Es werden Genossenschaften aufgelöst, statt 11 genossenschaftsmitglieder und 3 Mitarbeiter ist nun nur noch ein Fischer aktiv und auch der arbeitet nur noch auf seine Verentung hin.

Das Thema ist in Auflösung begriffen.
 
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