Von den Jägern lernen ...

Dieses Thema im Forum "Angeln in Politik und Verbänden" wurde erstellt von Naturliebhaber, 17. Juli 2019.

  1. Toni_1962

    Toni_1962 freidenkend

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    Naja Jürgen,

    wie sich die Jägerschaft öffentlich in Bayern zerfleicht ist beispiellos.
    Gegipfelt hat es gerade aktuell in der Anzeigen des Präsidenten des Bayerischen Jagdverbands Vocke wegen Betrug, Unterschlagung usw. und etc. von einem Jäger, Vorsitzender eines Jagdvereins, ehemaliges Mitglied im Präsidiums. Aber das ist an sich bereits Nebenkriegsschauplatz.

    Das Verweisen auf die Jäger zeigt, wie selektiv die Wahrnehmung ist, wenn es darum geht immer sich selbst schlecht zu sehen und andere als Vorbilder ...
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Oktober 2019
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  2. Naturliebhaber

    Naturliebhaber Well-Known Member

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    Vocke wurde aus sehr validen Gründen angezeigt. Einfach mal die Aussagen des eingeschalteten Wirtschaftsprüfers nachlesen: https://www.sueddeutsche.de/bayern/umstrittenes-finanzgebaren-druck-auf-vocke-waechst-1.4607268
    Zitat: "zahlreiche Hinweise auf gravierende Gesetzesverstöße bei der Abwicklung der Verbandsfinanzen".

    Unsinn. Die Jäger haben begriffen, dass sie mit einer Strategie aus dem vergangenen Jahrhundert ihre Position in der Gesellschaft massiv schwächen werden, weil die Gesellschaft (in Deutschland) heute ganz andere Wertvorstellungen und ein ganz anderes Verhältnis zu Tieren verfolgt. Und das betrifft die Angler genauso, hier ist aber der Erkenntnisprozess noch in den Kinderschuhen.

    Ein einfaches Beispiel: Wer als Vorstand eines Angelvereins in Bayern ein Problem damit hat, wenn sich der Verband hinter das Volksbegehren Artenvielfalt stellt, hat ganz einfach den Schuss nicht gehört. Da haben wir im Bayerischen Landesverband aber Gott sei Dank einen Präsidenten sitzen, der begriffen hat, dass man bestimmte Züge nicht mehr aufhalten kann (Stichwort Naturschutz) und besser gestaltet statt mauert.
     
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  3. Testudo

    Testudo Schützer und Nutzer

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    Unterschiedliche Präferenzen gibt es unter den Jägern auch, sonst gäbe es nicht auch z.B. neben dem djv noch einen öjv.

    Man steckt nur nicht so in der Materie drin. Und wenn wir von PETA nun öffentlich angegangen werden, so werden das Jäger so lange ich denken kann auch schon immer. Mal wurde Krach gemacht, und wie viele Hochsitze wurden schon sabotiert.....

    Wie @Toni_1962 bereits schrieb, eher Mangel an Informationen, aber auch denen bläst immer wieder mal der Wind ins Gesicht

    edit es wird z.B. über Bestandsdichten und Abschußquoten debattiert
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Oktober 2019
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  4. Wurmbaader

    Wurmbaader Active Member

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    Wer denkt Jäger sind da in Ihren Foren zivilisierter als Angler dem empfehle ich mal einen Blick ins Wild und Hund Forum.:whistling
    Die Außendarstellung zumindest die Gute geht auch dort eher auf "Private Initiativen" zurück als auf die Verbände. Es gibt ein paar Ansätze (Sophie Award oder Outdoor Cooking vom DJV), aber auch genausoviel ungeschicktes wie Peinliches. Siehe die Anti- Petra Videos bei YT.
    Man sollte da das eigene Licht nicht immer nur unter den Scheffel stellen.
     
  5. Fischer am Inn

    Fischer am Inn Active Member

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    Hallo miteiander

    Hier wird in teils naiver Weise die Position der Jägerschaft glorifiziert. Nach meiner Einschätzung stehen die Jäger noch schlechter da als die Angler. Die Jäger haben weit mehr interne Probleme und die werden auch plakativ nach außen getragen. Die Situation durch konkurierende Interessensvertreter (Jagdv[erbände)
    ist fatal. Da hilft es nichts das es einen großen Verband gibt. Wenn der ökologische Jagdverband (ein eher kleiner Verband) ein Minderheitsvotum abgibt hat das durchschlagende Wirkung und ist richtungsweisend für die politische Entscheidung. Aus dieser Erfahrung sollten wir als Angler lernen. Aber da bin ich wohl einsamer Rufer in der Wüste ...

    Servus
    Fischer am inn
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Oktober 2019
  6. Naturliebhaber

    Naturliebhaber Well-Known Member

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    Was ist dein Problem mit dem Ökologischen Jagdverband? Die vertreten sehr zukunftsgerichtete Positionen und ich weiß, dass viele Unterstützer von Waidgerechte Jagd diesem nahe stehen. Wir haben (regional unterschiedlich) einen massiven Überbestand an Wild (Wildschwein, Reh, Hirsch) und der Bestand gehört drastisch reduziert. In dem Punkt halte ich es mit den Grünen: Wald vor Wild. Bloß um das zu erkennen, muss man halt seine Interessen ggf. zurückstecken. Und da sind wir dann wieder beim Angeln. Ich liebe das Aalangeln und trete trotzdem auf Verbandsebene massiv für ein komplettes Fangverbot auf Aal in Deutschland ein. Man muss halt über den Tellerrand schauen.
     
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  7. Fischer am Inn

    Fischer am Inn Active Member

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    Hallo Naturliebhaber
    Hallo miteinander

    Ich habe eigentlich gar kein Problem mit dem ökologischen Jagdverband was die inhaltlichen Positionen angeht. Mir ist nur aufgefallen, dass bei Besprechungen mit Entscheidungsträgern immer wieder auf die Position des ökologischen Jagdverbandes fokusiert wurde. Dabei war völlig unwichtig, dass das nur ein kleiner Verband ist und es war auf deutsch gesagt eigentlich wurscht was die Mehrheit der Jägerschaft (Interessensvertretung) meinte. Nur der ökologische Jagverband hatte Gewicht. Und das sollten wir Bedenken wenn wir über unsere Interessensvertretung als Angler nachdenken. Wir müssen nicht alles nachäffen, aber wir sollten klug sein. Das meinte ich. Nicht mehr.

    Servus
    Fischer am Inn
     
  8. Toni_1962

    Toni_1962 freidenkend

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    Wie gesagt, wer die Jägerschaft als Vorbild nimmt, weiß zumindest nicht, wie in Bayern die sich demontieren ... selektive Wahrnehmung aus Drang immer die anderen als besser zu sehen ... achso, scheint ja nicht verstanden worden zu sein: Drang von Anglern, sich schlecht zu sehen und auf Jäger als Vorbild zu zeigen ;)
    will aber in Jägerdiskussionen nicht weiter einsteigen ...
     
  9. torstenhtr

    torstenhtr Active Member

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  10. Georg Baumann

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    1. Ja, auch die Jäger sind eine heterogene Masse und sprechen gerade in den Ländern nicht immer die gleiche Sprache. Dennoch ist aus meiner Wahrnehmung heraus der Professionalisierungsgrad höher als bei den Anglern; aufgrund der schon deutlich länger anhaltenden Anfeindungen wurde auch erkannt, dass man zusammenhalten und sich organisieren muss (der Organisationsgrad unter den Jägern ist viel höher als bei Anglern) und letztlich ist der Bundesverband finanziell viel besser ausgestattet als z. B. der DAFV

    2. ÖJV: Es führt zu weit, sich hier intensiv mit den einzelnen Positionen auseinanderzusetzen und geht auch am Thema vorbei. Nur ganz kurz: Die Wirkung dieses sehr kleinen Verbands liegt auch darin, dass sie mit den Positionen genau das propagieren, was in den Forstministerien gerade Mode ist. Viele Beamte sind selber ÖJV-Mitglieder oder stehen diesen sehr nah. Allerdings haben die fast nur Positionen zum Wald (Wald vor Wild). Wenn es z. B. darum geht, wie wir die stark gefährdeten Arten der Feldflur stärken, stößt man auf gähnende Leere. Alle ÖJV-ler, die ich kenne, sind Waldbesitzer oder -bewirtschafter. Heißt konkret, dass da auch ein starke (und auch legitimes) ökonomisches Interesse dahinter steckt. Das ist ja auch in Ordnung, allerdings sollte man das wissen. Ich bin nicht gegen den ÖJV, sie sind mir in weiten Teilen aber zu einseitig und viele Positionen teile ich nicht.
     

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