warum wird Schleppangeln verboten?

PirschHirsch

Well-Known Member
Ganz einfach, weil aus der Sicht des unterprivilegierten Uferanglers, die Chance besteht, dass der Bootsangler mehr fängt, der Schleppende erst recht und wenn er noch dazu ein E-Lot benutzt, dann regt sich Unmut.

DAS kann ich mir nun bei starker "Ufer-Lobby" wiederum sehr gut vorstellen - je nachdem, wie da die vereinsinternen Machtverhältnisse sind (da ist es dann quasi ein Wunder, dass das Bootsangeln nicht gleich komplett verboten wird).

Nicht jedoch Motor vs. Rudern, da vom Evtl.-Mistbau-Faktor her wie gesagt quasi unterschiedslos.

Ich denke aber, der Hauptgrund besteht in:
Mir fallen keine sinnvollen Gründe ein, wann und warum Schleppangeln ein Problem sein sollte, wenn der Verein unbedingte Rücksichtnahme auf andere Gewässernutzer vorschreibt.

Das heißt quasi, dass Angler dort am alleruntersten Ende der Gewässernutzungs-Nahrungskette stehen. Gleichzeitig bedeutet so etwas oft auch anders herum, dass andere Gewässernutzer dann nicht unbedingt Rücksicht auf Angler nehmen (müssen bzw. sollen oder wollen).

Da reichen dann ein paar Vorfälle bzw. Beschwerden, um ein Schleppverbot auszulösen (oder alternativ auch andere Verbote). Egal, ob der Angler dann wirklich den jeweiligen Vorfall verbockt hat oder nicht.

Wenn es dann bei so einer ohnehin sensiblen (sprich: angler-ungünstigen) Konstellation ein paar Doofis auch noch wirklich übertreiben und echten Schlepp-Mist bauen (wie auch immer der geartet sein mag), hat sich das potenziell schnell. Was dann leider - wie üblich - die große Mehrheit der vernünftigen Schleppangler auszubaden hat.

Weil halt offenbar "von oben" möglichst jeder Ärger mit Seglern, Surfern, Tauchern, Schwimmern etc. vermieden werden soll - potenziell vor allem, wenn unter den Genannten viele (auch regionale) Touristen sein sollten (die zahlungskräftig wiederkommen sollen).

Das Gebot der unbedingten Rücksichtnahme muss aber nicht unbedingt vom Verein selbst kommen - kann ja theoretisch auch gut sein, dass der Verein das vorgeschrieben bekommt (von Gemeinde, Landkreis etc.), um das jeweilige Gewässer überhaupt anglerisch nutzen zu dürfen.
 
Zuletzt bearbeitet:

rustaweli

Well-Known Member
Vom heimischen Sofa aus ist's leicht den Empörling gegen solche Pauschalverbote zu geben. Aber stellt ihr euch Tag & Nacht raus und führt mit den Ismirdochgalfischern die Diskurse?

Ist wie mit der 30er Zone vor den Schulen. Wenn dann alle statt den 70 nur noch 50 fahren, ist auch schon was gewonnen. So eine "Mutter in Eile" kann es ganz schön krachen lassen! ;)
Naja, im Forum wird es schwer über einen Informations,- u Meinungsaustausch hinauszugehen. Denke aber das es da auf Vereinsebene bei Sitzungen schon über das Sofa hinausgeht und später auf Verbandsebene.
Nach dieser Logik könnte man aber alles verbieten. Das Autofahren zwecks Raser, Falschparker... Das Angeln komplett. Schonmaß eingehalten? Nahrungserwerb oder Releaseabsicht? Fische Ausversehen in der Schonzeit gebissen und leider verangelt? Im Umkreis von 25 Metern immer vor dem Angeln den Platz putzen? Halten sich alle an alles?
Aber wie Minimax schon schrieb, ist OT und hilft dem TE nicht weiter.
 

rustaweli

Well-Known Member
"Uferneider" kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Bellys, Kajaks, Kanus gibt es heute schon in allen Variationen zu Preisen einer Mittelklasse Rutenkombo.
 

Taxidermist

Well-Known Member
Das heißt quasi, dass Angler dort am alleruntersten Ende der Gewässernutzungs-Nahrungskette stehen.

Da reichen dann ein paar Vorfälle bzw. Beschwerden, um ein Schleppverbot auszulösen (oder alternativ auch andere Verbote).

Das könnte sogar bei uns drohen.
Wenn ich mir die Inflation von Stand-Up Paddlern auf meinem See ansehe, sind da Konflikte vor programmiert.
Diese gibt es seit letztem Jahr dort in Rudeln und ich bin mir nicht sicher, ob diese alle wissen, was sie tun?
Die paar Mal wo ich los war, bin ich um die rum geeiert, wenn sie sich nicht aus der Spur machten.

Jürgen
 

Bankside Dreamer

Well-Known Member
Wenn ich mir die Inflation von Stand-Up Paddlern auf meinem See ansehe, sind da Konflikte vor programmiert.

Speziell mit den Krokodilen, die es gelegentlich in dem Gewässer zu sichten gilt. ;)
Doof nur dass die Behin... ääh Behörden den See dann direkt wieder für alle Nutzer sperren werden.
 

Dennis Knoll

Angeln-mit-Stil
Ich glaube das überwiegend der Generationen- und Neidkonflikt hier des Rätsels Antwort ist.
Oft wird schnell etwas verboten, was man selbst nicht machen kann und man bei dem man andere im Vorteil sieht.

Bei uns in der Region gibt es für sämtliche Gewässer und Gewässerabschnitte einzelne Vereine. Auf der Ems und dem DEK hat man hier quasi alle paar Meter einen anderen Verein und in drei der Vereinen bin ich beigetreten. Das Angeln vom Boot ist in allen drei Vereinen zwar erlaubt, jedoch nur einer erlaubt das freie Angeln vom Boot. Also geschleppt, beim driften und stehend/verankert. Bei zwei anderen Angelvereinen darf man nur vom verankerten Boot aus angeln. Das wird allerdings vor allem dann lächerlich, wenn man teils an den Gewässern nicht ankern darf. ab75

Viele der Vereine werden von der älteren Generation geführt. Jüngere Angler sind selten im Vorstand, um da etwas zu bewirken oder zeigemäße Regeln durchzuführen. Daher bleiben dann auch solche alten Schinken an Regeln erhalten.

Ein gutes Beispiel habe ich bei einem benachbarten Verein erlebt. Kunstköder-Verbot an einem der Gewässer. Auf die Frage eines der älteren Vorstandsmitglieder hin, warum es denn verboten sein, ganz empört die Antwort: "Die fangen damit alle guten Fische raus und man verangelt damit zu viele Fische.". Auf die Frage, warum er denn nicht mit Kunstköder angelt dann nur: "Mit dem neumodischen Mist will ich nichts zu tun haben. Damit fängt man eh nichts!".

Das die beiden Aussagen sich ausschließen... merkt man selbst. Und die Aussage zeigt perfekt sowohl den Generationen- als auch den Neidkonflikt.
 

vonda1909

Well-Known Member
Siehe Angelverbot an der Kanalstrecke. DHK im Bereich Marina Rünthe auf beiden Seiten
der lieben Freizeitkapitäne geschuldet.
 

Andal

Teilzeitketzer
Viele der Vereinsvorstände fallen eben leider unter den Begriff "zeigten sich stets bemüht" Einen ordentlichen, verbindlichen und klaren schriftlichen Ausdruck bringen sie aber nicht zu Stande. Auf Nachfragen bei verschiedenen Granden dieser Zünfte kriegt man dann oft zu hören "Du weisst doch, was gemeint ist!". So kommt eben eines zum anderen. Bestimmungen sind halt Bestimmungen und keine Meinungssammlungen.

Am Chiemsee stand beispielsweise viele Jahre lang eine Mindestgröße für "Blinker" im Uferbereich. Jeder wusste, oder konnte sich denken, dass damit Spinnköder aller Art gemeint waren. Aber es stand nun mal Blinker in den Papieren und das betrifft keine Wobbler, keine Gummiköder u.s.w.. Es stand da und jeder durfte sich denken, was er wollte.

Bei uns im Verein kann man die Vorfach- und Raubfischbestimmungen auf den Satz herunterbrechen, "häng halt irgendwas hin!". Dafür soll man aber Rachensperre und Gaff(!) dabeihaben!

Und da kann man quer durchs Reich alle möglichen Vereinsbestimmungen abklappern, überall wird man solche "krummen Hunde" finden, dass es einem den Schuh auszieht.

Aber btt... mir persönlich ist es noch lieber, Schleppfischen ist per se verboten, als Hinz & Kunz beim "Schlörangeln" beobachten zu müssen. Da kann halt nicht jeder mit ümm! ;)
 

Lil Torres

Carp Lover
Und da kann man quer durchs Reich alle möglichen Vereinsbestimmungen abklappern, überall wird man solche "krummen Hunde" finden, dass es einem den Schuh auszieht.

so z.b. auch in einem meiner vereine. dort ist pva verboten, weil das ja den see verschmutzt. ja, richtig gelesen... unser damaliger 1. vorsitzender soll pva-reste am badestrand gefunden haben. ich wusste nicht ob ich lachen oder weinen sollte...
 

fishhawk

Well-Known Member
Hallo,

solche Verbote gibt es ja nicht nur in Vereinsgewässern.

Ich bin früher ja jedes Jahr eine Woche zum Angeln an die Bodden gefahren, da durfte man die ersten Jahre nur vom verankerten Boot angeln. Später durfte dann zwar gedriftet werden, Schleppangeln blieb aber weiterhin verboten.

Am Rothsee in MFr war im ersten Jahr Schleppangeln vom Boot erlaubt. Da scheinen sich aber so einige Bootsangler nicht sehr vorbildlich benommen zu haben und im Folgejahr hat der Landrat das Bootsangeln komplett verboten.

In den anderen fränkischen Seen ist Schleppangeln noch erlaubt, aber seit einiger Zeit sind dort Planerboards etc. verboten.

Segler, Surfer und andere Freizeitsportler haben scheinbar für Schleppangler nur begrenzt Verständnis und wollen wohl im Zweifel auch keine Rücksicht darauf nehmen.

Wird halt wie so oft unterschiedliche Ursachen haben und ggf. eine Kombination mehrerer Gründe sein, wenn Schleppangeln verboten oder gar nicht erst erlaubt wird.

pva-reste am badestrand
und daneben lagen noch benutze W-LAN-Kabel ?

Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man fast lachen.
 
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