Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

Naturliebhaber

Well-Known Member
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

Nur damit eins klar ist: Wir diskutieren hier über die Empfehlung des ICES, und nicht die des Thünen Institutes. Thünen ist lediglich ein Player innerhalb der ICES Struktur, in der inzwischen 20 Nationen zusammengeschlossen sind.


Punkt 2: Selbstverständlich geht es nicht um Dorschschutz als Hauptziel, sondern um nachhaltiges fischereiliches Mangement der Bestände auf internationaler Ebene.


Punkt 3: Bis 2013 haben sich die politischen Entscheidungsträger nicht die Bohne für die wissenschaftlichen Empfehlungen interessiert und die Ostsee bis Oberkante Unterlippe allein aus wirtschaftlichen Gründen ausgebeutet. Das allein ist die Ursache für das heutige Dilemma.

Punkt 4: Dass die wie auch immer zu ermittelnde Beteiligung der Freizeitfischerei mit berücksichtigt werden muss, ist doch geradezu offenkundig. Die Frage ist nur, mit welchen Konsequenzen. Aus meiner Sicht es es deshalb absolut kontraproduktiv, sich als Anglerschaft gegen die Ermittlung von Daten grundsätzlich zu wehren. Streiten kann man nur über den Weg...


Punkt 5: Ich teile die Einschätzung, dass es eine Priorisierung der Berufsfischerei gibt. Dies hat aus meiner Sicht seinen Grund darin, dass es sowohl bei der GFP , als auch bei der GAP um die Sicherstellung der Nahrungsgrundlagen für die Bevölkerung allgemein, nicht aber um die Pflege bzw. Bewahrung touristischer Aktivitäten/ Traditionen geht. Hinzu kommen Ausgleichszahlungen an Berufsfischer, die man gerne einsparen/ reduzieren würde und das geht nur mit mehr Quote. Damit ist die Freizeitfischerei im Grunde eine Beipack- bzw. Sekundärkomponente.

Diesen Ansatz halte ich für inzwischen überholt. Erstens leistet die Ostseefischerei im Verhältnis zum Gesamtvolumen einen geradezu winzigen Beitrag. Zweitens ist die Freizeitfischerei in ihren ökonomischen Wirkungen inzwischen ein derartig relevanter Faktor, dass man sehr ernsthaft darüber nachdenken sollte, ob er nicht ganz anders zu priorisieren ist. Bei ICES gibt es hierzu seit langem eine spezielle Arbeitsgruppe. Thünen hat zu diesem Thema ebenfalls aufgerüstet, und zwar personell. In der Schlussfolgerung bedeutet das, im Thema Freizeitfischerei (von mir aus Angeln) kommt man dann weiter, wenn man die Gesamtbedeutung (Wirtschaft, Tourismus etc) überzeigend herausarbeitet und belegt. Maybe ist das Angeln die sehr viel schlauere Variante, wenn es um die Nutzung der Ostsee geht. Und nicht nur ein schönes Hobby für ein paar ''Bekloppte''. Warum sollte ein einzelnes Land nicht die Option haben, die ihm zugewiesene Quote unter Verzicht auf ein Bag Limit statt für die Berufsfischerei für die Freizeitfischerei zu nutzen? Ist es in so manchen Situationen nicht zumindest diskutabel, die Berufsfischerei einzuschränken und das Angeln offen zu lassen? Ich sehe da noch ne Menge Luft, wenn man seine berechtigten Interessen entsprechend professionell geltend macht (siehe Anglerdemo), statt nur am Tisch zu sitzen, ohne eine Idee zu haben (DAfV).


https://www.wissenschaftsjahr.de/2016-17/aktuelles/alle-aktuellen-meldungen/november-2017/freizeitfischerei-als-wichtiger-wirtschaftsfaktor-in-europa.html
Super zusammengefasst. Ich teile diese Meinung 1:1 #6
 
G

Gelöschte Mitglieder 12701

Guest
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

Nur damit eins klar ist: Wir diskutieren hier über die Empfehlung des ICES, und nicht die des Thünen Institutes.
Wir diskutieren hier über einen Vorschlag der EU- Kommission zur vollständigen Überwachung und Kontrolle der Freizeitfischerei! ;)

Punkt 2: Selbstverständlich geht es nicht um Dorschschutz als Hauptziel, sondern um nachhaltiges fischereiliches Mangement der Bestände auf internationaler Ebene.
Es geht hier überhaupt nicht um den Dorschschutz, sondern um den Schutz der kommerziellen Fischerei und um möglichst hohe Quoten der Freizeitfischerei rechnerisch zu nehmen, um mit einem "guten Gewissen" die Fischerei möglichst hoch zu quotieren- die Wissenschaft und Politik nennen das Verteilungsgerechtigkeit. Beispiel ICES Advice für 2019: kommerzielle Fischerei +137%, Freizeitfischerei +/-0%

Punkt 3: Bis 2013 haben sich die politischen Entscheidungsträger nicht die Bohne für die wissenschaftlichen Empfehlungen interessiert und die Ostsee bis Oberkante Unterlippe allein aus wirtschaftlichen Gründen ausgebeutet. Das allein ist die Ursache für das heutige Dilemma.
Die interessieren sich auch heute nicht für wissenschaftliche Empfehlungen, sondern haben der Wissenschaft in meinen Augen den Auftrag gegeben, Möglichkeiten zu suchen, der Öffentlichkeit die Quoten als nachhaltig zu verkaufen. Sprich die Bestände rechnerisch und nicht nachvollziehbar besser darzustellen, als die Bestände in Wahrheit sind. Vermutlich hätten sie auch den 2016'er Jahrgang schlechter "errechnet", jedoch war der zu strak, um zu schwindeln- aktuell fangen die Angler so viele Dorsche zwischen 15cm und 50cm, das die sicherlich nicht alle aus einem jahrgang stammen. Die Wissenschaft versucht uns das aber zu verkaufen!

Punkt 4: Dass die wie auch immer zu ermittelnde Beteiligung der Freizeitfischerei mit berücksichtigt werden muss, ist doch geradezu offenkundig. Die Frage ist nur, mit welchen Konsequenzen. Aus meiner Sicht es es deshalb absolut kontraproduktiv, sich als Anglerschaft gegen die Ermittlung von Daten grundsätzlich zu wehren. Streiten kann man nur über den Weg...
Auch das sehe ich als falsch an! Hätte man nicht über Jahrzehnte die Bestände durch Missachtung der Empfehlungen ausgebeutet und die Bestände an Elterntieren in diesen Bereich runtergefischt, wären die Fäneg der Freizeitfischerei auch heute noch zu vernachlässigen. Der Satz "Die Freizeitfischerei fängt so viel wie die Fischerei" hat sich bei mir enigebrannt, da der Satz 2016/2017 überall zu lesen und zu hören war. Doch bereits ab 2019 wird das wieder Vergangenheit sein. Und dann? Nehmen wir einfach an, die Quote von uns Anglern wird um 100% und die der Fischerei um 120% angehoben- dann fangen die Fischer ca. 3 mal so viel wie die Angler. Das wird kein Politiker und kein Wissenschaftler in irgendeinem Interview erwähnen. Wetten?

Punkt 5: Ich teile die Einschätzung, dass es eine Priorisierung der Berufsfischerei gibt. Dies hat aus meiner Sicht seinen Grund darin, dass es sowohl bei der GFP , als auch bei der GAP um die Sicherstellung der Nahrungsgrundlagen für die Bevölkerung allgemein, nicht aber um die Pflege bzw. Bewahrung touristischer Aktivitäten/ Traditionen geht. Hinzu kommen Ausgleichszahlungen an Berufsfischer, die man gerne einsparen/ reduzieren würde und das geht nur mit mehr Quote. Damit ist die Freizeitfischerei im Grunde eine Beipack- bzw. Sekundärkomponente.
Das ist einer der größten Widersprüche in der Politik und eines der Beweise für den Lobbyismus der Fischerei! Angeln ist nachweislich die selektivste und nachhaltigste Methode der Fischerei- aber diese Art der Fischerei wird eingeschränkt und per Verordnung der Verkauf (was ich aber richtig finde) der Anglerfische verboten. Müsste man nicht für EUMAP die Freizeitfischerei und Küstenfischerei fördern und die industrielle Schleppnetzfischerei einschränken?

Diesen Ansatz halte ich für inzwischen überholt. Erstens leistet die Ostseefischerei im Verhältnis zum Gesamtvolumen einen geradezu winzigen Beitrag. Zweitens ist die Freizeitfischerei in ihren ökonomischen Wirkungen inzwischen ein derartig relevanter Faktor, dass man sehr ernsthaft darüber nachdenken sollte, ob er nicht ganz anders zu priorisieren ist. Bei ICES gibt es hierzu seit langem eine spezielle Arbeitsgruppe. Thünen hat zu diesem Thema ebenfalls aufgerüstet, und zwar personell. In der Schlussfolgerung bedeutet das, im Thema Freizeitfischerei (von mir aus Angeln) kommt man dann weiter, wenn man die Gesamtbedeutung (Wirtschaft, Tourismus etc) überzeigend herausarbeitet und belegt. Maybe ist das Angeln die sehr viel schlauere Variante, wenn es um die Nutzung der Ostsee geht. Und nicht nur ein schönes Hobby für ein paar ''Bekloppte''. Warum sollte ein einzelnes Land nicht die Option haben, die ihm zugewiesene Quote unter Verzicht auf ein Bag Limit statt für die Berufsfischerei für die Freizeitfischerei zu nutzen? Ist es in so manchen Situationen nicht zumindest diskutabel, die Berufsfischerei einzuschränken und das Angeln offen zu lassen?

Da sind ein paar Punkte drin, die auch in meinen Augen von großer Bedeutung sind! Ich würde die wirtschaftliche Komponente des Angelns jedoch gar nicht so in den Vordergrund stellen, um unser Hobby zu erhalten. Natürlich ist das ein wichtiges Argument, aber nicht, um unser Hobby zu rechtfertigen, sondern um die Wissenschaft zu rechtfertigen und hier die Jobs zu sichern. Dann sind wir wieder bei Überwachung und Artikel 55 in der neuen Fassung. Warum soll das denn alles überwacht werden? Laut der geänderten Verordnung sind die Mitgliedstaaten für die Daten verantworltich, also in SH unsere Freunde vom MELUND. Sichert Arbeitsplätze. Die können die Daten aber ja nicht für Deutschalnd auswerten, also macht das unser BMEL. Wer übernimmt diese Aufgabe im BMEL? Richtig, Thünen! Also errechnet man erst die Bedeutung der Anglerfänge. Da die ja so hoch sind, wie die Fänge der Fischerei, muss man die kürzen und überwachen. Nimmt also die Zahl der deutschen Fangflotte weiter ab, so kann man doch mit den Daten der Freizeitfischerei einige Jobs retten. Um das zu untermauern, ist es doch mehr als hilfreich hier Milliardenumsätze in verschiedenen Projekten zu ermitteln und die wirtschaftliche Bedeutung der Freizeitfischerei immer wieder öffetnlich darzustellen. Deshalb müssen ja auch alle Mitgliedstaaten zukünftig bessere Daten zur Freizeitfischerei liefern- die haben nämlich geschnallt, das für die Wissenschaft in diesem Bereich der Job dranhängt. Nebenbei kann man sogar ICES, EUSBSR und Balfish sichern. Nur mal so meine wirren Gedanken. Das hat alles System und da hängt ein fieser, aber gut durchdachter Plan dahinter- und wir Angler sind in diesem Spiel einfach ein Spielball. Leider wurde der Schiedsrichter von der Gegenpartei gestellt...
 

raubangler

Bin immer friedlich...
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

....
Punkt 4: Dass die wie auch immer zu ermittelnde Beteiligung der Freizeitfischerei mit berücksichtigt werden muss, ist doch geradezu offenkundig.....
Wurde sie vorher auch.
Wie die Dorsch-Fänge der Schweinswale.
Die war/ist bereits in der Reproduktionsrate der Dorsche enthalten.
Nachdenken hilft!
 
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

Na, und wer soll die neuen Daten erheben?
Doch nicht Thünen....
Ohhhhh
Du hast meinen Beitrag leider falsch verstanden. Ich bin kein Freund der Rumhackerei auf dem vTI. Wer die Leute mal im Arbeitsalltag kennengelernt hat (ja, habe ich!), der weiß, dass das Institut sich tatsächlich für eine nachhaltigere Fischerei einsetzt. Das sollte ja auch uns Angler freuen.

Näher zu unserem Thema: Mag sein, dass ihre derzeitigen Daten zur Freizeitfischerei ungenügend sind, aber gerade dann sollte man sich doch nicht gegen etwas wehren was der Totalerhebung näher käme und damit auch die Argumentationsgrundlage sowohl bei Regulierern als auch bei den Regulierten verbessert. Das wird uns Anglern auch helfen, sofern es vernünftig (z.B. direkte elektronische Meldung via App/Internet) umgesetzt wird.

Und nochmal zum vTI und Anglern: Diejenigen, die meinen, dass das Institut uns Anglern auch nur das Leben schwermachen will, die sollten mal nach dem Interview von Zimmermann suchen in dem er sich zu den Angelverboten in gewissen Ostseegebieten äußert. In etwa nach dem Motto wissenschaftlich betrachtet nicht zielführend und daher abzulehnen...
 

raubangler

Bin immer friedlich...
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

....
Mag sein, dass ihre derzeitigen Daten zur Freizeitfischerei ungenügend sind...
Mit diesen möglicherweise ungenügenden Daten sind die aber munter an die Presse gegangen ('Angler fangen soviel wie Berufsfischer') - ohne Hinweis auf mögliche Schwachstellen in den Daten.

Haben die damals falsch gespielt oder den Kontext nicht überblickt oder sind die Daten doch korrekt?
Schön, dass wir jetzt jemanden hier haben, der über seine Kontakte diese Frage beantworten kann.
 

Wegberger

aus dem Westen
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

Hallo,


ihr könnt noch soviel interpretieren und lamentieren - alles vergebens:

Die Fischerei-Industrie wird immer den politischen und lobbyistischen Wettbewerb gegen die Freizeitangler gewinnen.

Egal, welche Zahlen und Fakten auf dem Tisch liegen.

Der Freizeitangler ist das Zünglein an der Waage, der die Fischbestände bedroht und zum kippen bringt. Und unsere Verbände ziehen sich diesen Schuh gerne an.
 

kati48268

nicht mehr heimatlos
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

...dass das Institut sich tatsächlich für eine nachhaltigere Fischerei einsetzt. Das sollte ja auch uns Angler freuen.

Das wird uns Anglern auch helfen, sofern es vernünftig (z.B. direkte elektronische Meldung via App/Internet) umgesetzt wird.

...
Sprachlos... #d
 
G

Gelöschte Mitglieder 12701

Guest
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!


Nein, entsetzt! Vollständige Überwachung durch Apps und bei einer angedachten Videoüberwachung der Fischkutter schreit die Politik laut auf. Laut einer Untersuchung wurden in der Fischerei alleine in den Jahren 2015 und 2016 über 30.000.000 Dorsche in der Ostsee illegal zurückgesetzt. Kann sich jemand diese Menge vorstellen?

Aber die Angler mit ihren im Vergelich dazu lächerlichen Fängen sollen die vollständige Überwachung erhalten? Und es gibt Angler, die da noch applaudieren....
 

kati48268

nicht mehr heimatlos
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

Du könntest auch öffentlich hier oder bei FB fordern, dass das Angeln doch endlich verboten werden soll
und wirst immer noch Deppen finden, die jubeln.
 
G

Gelöschte Mitglieder 12701

Guest
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

@Belgischer Angler: Sitzt Du in Brüssel und/ oder hast Du offiziell etwas mit der Fischerei zu tun? Ich werde gerade hellhörig...
 

Grünknochen

Natur schützender Angler
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

Nein, entsetzt! Vollständige Überwachung durch Apps und bei einer angedachten Videoüberwachung der Fischkutter schreit die Politik laut auf. Laut einer Untersuchung wurden in der Fischerei alleine in den Jahren 2015 und 2016 über 30.000.000 Dorsche in der Ostsee illegal zurückgesetzt. Kann sich jemand diese Menge vorstellen?

Aber die Angler mit ihren im Vergelich dazu lächerlichen Fängen sollen die vollständige Überwachung erhalten? Und es gibt Angler, die da noch applaudieren....

Glaub ich nicht. Kein Mensch hat Bock, sich mit lästigen Sachen rumzuschlagen.
Ich denke, sich grundsätzlich der Erhebung von Daten zu verweigern, ist nicht die richtige Position. Es kommt auf das ''Wie'' an. Wie gesagt: In Norge läuft das bereits für die Meeresangler, auch via App (als Option). Heisst: Im Zweifel macht es mehr Sinn, selbst konstruktive Vorschläge einzubringen.
 

Testudo

Schützer und Nutzer
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

Glaub ich nicht. Kein Mensch hat Bock, sich mit lästigen Sachen rumzuschlagen.
Ich denke, sich grundsätzlich der Erhebung von Daten zu verweigern, ist nicht die richtige Position. Es kommt auf das ''Wie'' an. Wie gesagt: In Norge läuft das bereits für die Meeresangler, auch via App (als Option). Heisst: Im Zweifel macht es mehr Sinn, selbst konstruktive Vorschläge einzubringen.
Danke
 
G

Gelöschte Mitglieder 12701

Guest
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

Im Zweifel macht es mehr Sinn, selbst konstruktive Vorschläge einzubringen.

Der SSB ist jetzt in einem guten Bereich. Hält man sich jetzt und zukünftig an die Empfehlungen von ICES, wird da auch nichts mehr anbrennen. Dann spielen die Anglerfänge auch - so wie früher - keine Rolle für die Bestandsentwicklung, denn man hat Daten und die Anzahl der Angler. Der Artikel 55 steht in keinem Verhältnis von Kosten und Nutzung und eine App (vermutlich) schon gar nicht bei Berücksichtigung des Datenschutzes. Deshalb bin ich gegen eine Überwachung! Man möchte eine einfache Möglichkeit schaffen, um Angler zu überwachen und zieht die Bestände als Argument hierfür ran.
 

Grünknochen

Natur schützender Angler
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

Der SSB ist jetzt in einem guten Bereich. Hält man sich jetzt und zukünftig an die Empfehlungen von ICES, wird da auch nichts mehr anbrennen. Dann spielen die Anglerfänge auch - so wie früher - keine Rolle für die Bestandsentwicklung, denn man hat Daten und die Anzahl der Angler. Der Artikel 55 steht in keinem Verhältnis von Kosten und Nutzung und eine App (vermutlich) schon gar nicht bei Berücksichtigung des Datenschutzes. Deshalb bin ich gegen eine Überwachung! Man möchte eine einfache Möglichkeit schaffen, um Angler zu überwachen und zieht die Bestände als Argument hierfür ran.

Ich nehme an, Du meinst jene Art von ICES Empfehlungen, die sich auf die Regelung der Berufsfischerei beziehen (wie früher) und die Freizeitfischerei ausklammern.
 
G

Gelöschte Mitglieder 12701

Guest
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

Ich nehme an, Du meinst jene Art von ICES Empfehlungen, die sich auf die Regelung der Berufsfischerei beziehen (wie früher) und die Freizeitfischerei ausklammern.

Wenn die Bestände durch Beachtung der ICES Empfehlungen im grünen Bereich sind, muss man die Anglerfänge bei der Quotenfestlegung zwar berücksichtigen, aber nicht beschränken. Was sind denn 2654 Tonnen bei >50.000 Tonnen SSB? Du stimmst mir sicherlich zu, dass man diese paar Tonnen sicherlich nicht ernsthaft als bestandsgefährdend ansehen und reglementieren muss, oder? Bevor man Anglerfänge überwacht und reglementiert, sollte man doch lieber die Schleppfischerei überwachen und die illegalen Rückwürfe reduzieren und bei den Quoten realistischer berücksichtigen. 191 Tonnen Discard in einem Jahr ist doch eine lächerliche Angabe- da zweifelt nicht nur der WWF, sondern selbst Thünen hält die für deutlich zu gering.
 

Grünknochen

Natur schützender Angler
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

Klar stimm ich Dir zu. Wenn man aber der Auffassung ist, dass die Entnahmen der Freizeitfischerei ( wie die der Robben, Kormorane etc) nicht nur zu berücksichtigen sind (was schon immer der Fall war), sondern die (menschliche) Entnahme durch die Fischerei insgesamt ( also sowohl gewerblich, wie auch Freizeit) im Sinne von Verteilunsgerechtigkeit, Effizienz, Zielgenauigkeit etc. ermittelt und geregelt werden muss, braucht man Daten, um belegen zu können, wie man eigentlich auf die gut 2000t durch die Freizeitfischerei kommt. Z.Z. ist die Datenlage hierzu noch relativ dürftig, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Schweinswale, Robben, Kormorane kann man abschießen ( was nicht ernsthaft im Kontext Ostsee eine Option ist). Menschliche Entnahmen kann man regeln, falls notwendig...



Bastido: Ich weiss es aber. Es handelt sich um ein Beispiel, wie man es anders machen könnte.
 
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Grünknochen

Natur schützender Angler
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

Grundsätzlich ist das so. Allerdings lohnt immer ein Blick auf die Ausgangssituation und die Zielsetzung der Datenerhebung und dann auf das Ergebnis. Wenn das propagierte Ziel Dorschschutz ist und das Ergebnis eine Quotenverschiebung im Sinne von wirtschaftlich nutzbaren Beständen, dann nützt die beste Datengrundlage nix. Liefert eine statistische Methode nicht das gewünschte Ergebnis wird die nächste aus dem Hut gezaubert oder es wird eben interpretiert, hier spreche ich wie schon mehrmals geschrieben aus persönlicher Erfahrung. Solange die Ziele nicht redlich sind, ist das alles für die Katz. Hier sind natürlich nicht alleine die handelnden Wissenschaftler „schuld“, denn sie sind ja Instrument, sondern das ist politischer Wille.

Da hast Du so was von Recht!!!! Aus meiner Sicht auch der entscheidende Grund dafür, dass Lars - sehr berechtigt - dem Braten überhaupt nicht traut. Sollte der einzige Sinn der Übung darin bestehen, der Berufsfischerei höhere Quoten zulasten der Angler zu verschaffen, wäre das in der Tat völlig inakzeptabel...
 
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G

Gelöschte Mitglieder 12701

Guest
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Allerdings lohnt immer ein Blick auf die Ausgangssituation und die Zielsetzung der Datenerhebung und dann auf das Ergebnis. Wenn das propagierte Ziel Dorschschutz ist und das Ergebnis eine Quotenverschiebung im Sinne von wirtschaftlich nutzbaren Beständen, dann nützt die beste Datengrundlage nix.
ICh denke nicht, dass die Datenerhebung positive Ergebnisse für uns bringt. Sollen die Nachbarstaaten doch erst einmal Zahlen liefern, bevor deutsche Angler weiter gegängelt werden.

Ich denke, wir wissen in wenigen Stunden oder spätestens morgen Abend ein wenig mehr, in welche Richtung das in 2019 gehen wird.

Ich habe schon einmal erwähnt, dass die reduzierten Anglerfänge von 932 Tonnen anscheinend sogar gegen uns verwendet werden. So viel zum Thema Gerechtigkeit. Und jetzt soll ich denen noch freiwillig Daten liefern?

Das Ergebnis spielt für uns Angler eh keine Rolle. Fangen wir weniger, wird die Quote der Fischerei zugeschlagen, fangen wir mehr, werden wir per Baglimit reglementiert.

Damit dann für die Fischerei mehr größere und für die Vermarktung verwertbare Dorsche übrig bleiben, wird man uns zum Baglimit noch das Anlandegebot aufzwängen.


Laut EU gibt es ja aktuell keine Ausnahmeregelung vom Anlandegebot für die Fischerei mit Haken, sondern im Gegenteil- es wird explizit darauf hingewiesen, dass es keine Ausnahmen dafür gibt!
 

Grünknochen

Natur schützender Angler
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ICh denke nicht, dass die Datenerhebung positive Ergebnisse für uns bringt. Sollen die Nachbarstaaten doch erst einmal Zahlen liefern, bevor deutsche Angler weiter gegängelt werden.

Ich denke, wir wissen in wenigen Stunden oder spätestens morgen Abend ein wenig mehr, in welche Richtung das in 2019 gehen wird.

Ich habe schon einmal erwähnt, dass die reduzierten Anglerfänge von 932 Tonnen anscheinend sogar gegen uns verwendet werden. So viel zum Thema Gerechtigkeit. Und jetzt soll ich denen noch freiwillig Daten liefern?

Das Ergebnis spielt für uns Angler eh keine Rolle. Fangen wir weniger, wird die Quote der Fischerei zugeschlagen, fangen wir mehr, werden wir per Baglimit reglementiert.

Damit dann für die Fischerei mehr größere und für die Vermarktung verwertbare Dorsche übrig bleiben, wird man uns zum Baglimit noch das Anlandegebot aufzwängen.


Laut EU gibt es ja aktuell keine Ausnahmeregelung vom Anlandegebot für die Fischerei mit Haken, sondern im Gegenteil- es wird explizit darauf hingewiesen, dass es keine Ausnahmen dafür gibt!

Soweit es sich um gewerbliche Fischerei per Haken mit Hilfe von Jiggingautomaten/ Langleine uä handelt. Also wird man damit argumentieren, dass diese Regelung - geradezu offenkundig aus meiner Sicht - für die Freizeitfischerei nicht passt.
 
G

Gelöschte Mitglieder 12701

Guest
AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

Soweit es sich um gewerbliche Fischerei per Haken mit Hilfe von Jiggingautomaten/ Langleine uä handelt. Also wird man damit argumentieren, dass diese Regelung - geradezu offenkundig aus meiner Sicht - für die Freizeitfischerei nicht passt.
So nicht ganz richtig, denn laut EU gilt das Anlandegebot bereits für die Freizeitfischerei und wrde nur noch nicht in den Mitgliedstaaten umgesetzt. So wird zumindest dort die Verordnung interpretiert. Da die Ausnahmeregelungen zur Zeit sich demnach nur auf die gewerbliche Fischerei beziehen, stimme ich Dir bedingt zu. Jedoch steht dort explizit HAKEN und keine weiteren Ergänzungen.

Da sehe ich genau das Problem- so einfach ist es nicht, für die Anglern eine Ausnahmeregelung zu erlassen. Gute Überlebenschancen haben Dorsche lediglich bei Kunstködern vom Boot/ Kutter. Bei der Spinnfischerei ist die wohl schon reduziert, beim Brandungsangeln mit Naturködern deutlich reduziert und beim Naturköderangeln vom Boot wiederum besser. Wie willst Du das also in einer Ausnahmeregelung fassen? Es gibt keine wirklich aussagefähigen Untersuchungen hierzu, sondern lediglich Annahmen. Die Fische wurden zum Beispiel nach dem Fang gehältert- wie ist das im offenen Meer? Die Überlebenschance ist dazu noch stark abhängig von der Wassertemperatur und dem Sauerstoffgehalt. Also viele Faktoren, die nicht berücksichtigt werden können, bei der Freizeitfischerei jedoch sehr wohl eine Rolle spielen. Entgegen der Berufsfischerei, denn ich denke die Chancen für den Fisch sind bei Anglern immer besser, als in Stellnetzen nach 24 Stunden. Sollte übrigens Zufall sein, wenn die Sterblichkeit von Dorschen bei C&R in der Freizeitfischerei just zu dem Zeitpunkt untersucht wird, als die EU eine Verordnung zum Anlandegebot erlässt. Ich glaube nicht an Zufälle und halte an meiner Verschwörungstheorie fest!
 
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