Zanderpopulation und die Grundel

Sneep

Eine NASE für den Fisch
In stillem Gedenken
AW: Zanderpopulation und die Grundel

Hallo,

die
Grundeln gibt es nicht, es gibt verschiedene Arten mit ganz eigenen Verhaltensweisen. Das zeigen Untersuchungen im Rhein. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Jungtiere einer Art nie an den gleichen Stellen und zur gleichen Zeit aktiv sind wie eine Art die sie bedrohen könnte.

Die im Rhein dominierenden Arten Schwarzmaul- und Kesslergrundel sind typische Besiedler der Steinpackungen der Buhnen.

Der Umstand, dass man sie nachts nicht fängt, darf nicht falsch gedeutet werden. Das heißt nicht, dass sie nicht aktiv sind, im Gegenteil. Nur sind die nicht in der Nähe der Buhnen aktiv wo sie tagsüber stehen. Vielmehr stehen diese Arten jetzt weiter weg vom Ufer auf den Kiesflächen und fressen.

Dort sind sie mit der Angel viel schlechter zu erbeuten. Eine andere Art, die Pontische Stromgrundel lebt auf Sandflächen, wo sie sich blitzschnell eingraben kann. Für den Hecht nicht erreichbar, ein Zander oder Aal holt die auch aus dem Sand heraus.

Insgesamt kommt die Lebensweise fast aller Grundelarten eher der Jagdtechnik des Zanders als der des Hechtes zu Gute.
Das Hauptproblem des Hechtes im Rhein sind aber die fehlenden Pflanzenbestände und die fehlenden Altarme, die auch bei starken Wasserstandschwankungen den Laich nicht trocken fallen lassen.

SneeP
 

Jose

Active Member
AW: Zanderpopulation und die Grundel

Hallo,

die
Grundeln gibt es nicht, es gibt ...

ja, dann eben dat grundel...
(sagt sich der räuber, weil auch ein maikäferflügel mit unebenheiten ein maikäferflügel bleibt. :m)

mal davon ab, dein post hat mein wissen vermehrt #6
 

Sneep

Eine NASE für den Fisch
In stillem Gedenken
AW: Zanderpopulation und die Grundel

ja, dann eben dat grundel...
(sagt sich der räuber, weil auch ein maikäferflügel mit unebenheiten ein maikäferflügel bleibt. :m)

mal davon ab, dein post hat mein wissen vermehrt #6
Hallo,

mein Post, dein Post, ist unser Post, bringt aber nur Briefe.

SnEEp
 

Nidderauer

Active Member
AW: Zanderpopulation und die Grundel

Quappen sollen der Top Grundelgegenspieler sein, gibt da paar Berichte zu und irgendwo läuft meine ich bereits ne Studie dazu. zumindest wird bei uns im verein überlegt quappen zu besetzen.
Als ich 1983 die Sportfischerprüfung ablegte, lernte man noch, dass die Quappe ein Laichräuber ist, der aus diesem Grund vor allem in Salmonidengewässern nicht so gerne gesehen ist.

http://www.angler-seiten.de/fischarten/fischkunde-quappe-lota-lota/

Weiß nicht, ob man sich damit einen gefallen tut, die teuflischen lückenfüllenden Grundeln zu verdammen, um dann dem Satan die Tür zu öffnen? Zumal der Satan vielerorts auf der roten Liste steht und dadurch eine Regulation durch Angler schwieriger werden würde.

Zudem ist die Quappe nicht kleinwüchsig und wächst dadurch irgendwann aus dem Beuteschema der meisten Räuber heraus. Ist aber wegen Fangverboten nicht nutzbar und produziert wohl auch nicht die Menge an Nachwuchs/Futterfisch, wie die Grundel.

Letztlich ist ja dort, wo die Grundel in Massen vorkommt auch genügend Futter vorhanden, sonst würden die Grundeln nicht in Massen vorkommen. Diese Nahrungsgrundlage kann von anderen Arten allerdings nicht in der Form genutzt werden, dass es zu einer Bestandsvergrößerung reicht. Da kann auch der Kormoran eine große Rolle spielen, weil er andere Arten drastisch reduziert, bevor diese die Laichreife erreichen.

Letztlich ist ausreichend Futter vorhanden, um genügend Raubfischfutter zu erzeugen, somit ist doch alles in Butter. Sowohl Zanderfilet, als auch Barschfilet :g

Grüße Sven
 

Hezaru

Member
AW: Zanderpopulation und die Grundel

Hallo zusammen,
Im NOK ist die Zanderpopulation ja durch die Grundel explodiert.
Mich würde mal interessieren ob ihr diese Erfahrung teilen könnt?
Wie sieht es aus am Rhein oder am Mittellandkanal? Mehr Zander oder kein merkbarer Unterschied?
LG Martin

Hallo,
Wenn Grundeln frisch reinkommen kann ich mir das gut erklären. Raubfische wie Zander sind da und nun kommt Maulgerechtes Futter.
Aber wie ist es mit den nächsten Raubfischbruten?
Grundeln stürzen sich auf alles was sich bewegt und fressen das Kleinstfutter der Raubfischbrut weg. Ich leite davon mal ab das Raubfischbrut (und andere Brut) es in Grundelflüssen (oder NOK) sehr schwer haben werden eine Grundelsichere Grösse zu erreichen. Ein Hecht oder Zander mit 2 bis 3cm wird es da wohl sehr schwer haben.
Wir haben ja auch so einen Grundelfluss. Letztes Jahr wurden dort ungewönlich viele grosse Hechte gefangen. Zander war auch besser, ist aber nicht viel drin. Früher gabs viele grosse Brachsen und Giebel die den Raubfischen aus dem Maul gewachsen waren. Die wurden durch Grundel ersetzt.
Wenn durch Grundelfreie Zuflüsse einjährige Raubfische runterkommen sind die im Paradis.
Wenn nicht könnte es eng werden.
Ich vermute für solche Fälle sollten einjährige Raubfische besetzt werden keine Brut.
 

Laichzeit

Well-Known Member
AW: Zanderpopulation und die Grundel

Mit Grundeln hatte ich bis jetzt wenig Kontakt aber eine Kesslergrundel hat mir mal bewiesen, dass 6cm Gummi kein Problem sind und komplett ins Maul passen.
Also müssen junge Raubfische an vielen hungrigen Mäulern vorbei, bis sie selbst am Zug sind.

Der Zander dürfte wegen seiner Nestbewachung bessere Chancen gegen Laichräuber haben als Hecht und Weißfische. Ob das reicht hängt wohl von der Grundeldichte ab.
Ich denke, am Wichtigsten ist, dass keine neuen Grundelarten eingeschleppt werden.
Das Schwarze und Kaspische Meer halten ja noch dutzende Arten bereit.
 

Hezaru

Member
AW: Zanderpopulation und die Grundel

Achja nochwas...
Nidderauer,

Das mit den Ouappen als Laichrauber ist unwissendes Geschwätz von früher. Kommt wohl daher das Ouappen in ihrer aktiven Zeit im Winter auch Salmonidenlaich und Brut fressen. Dafür müssen sich danach weniger Salmonidenbrütlinge das Futter teilen und wachsen besser.
Ein 100 pro Brutaufkommen wird meist zu 100pro Verlust oder Kleinwüchsigkeit. Eigene Erfahrung.
 

Hezaru

Member
AW: Zanderpopulation und die Grundel

Laichzeit,
ich denke das Problem ist nicht nur das sie an vielen Hungrigen Mäulern vorbei müssen sondern das sie nix zum Fressen haben um die entsprechende Grösse zu erreichen.
Bei uns ist die Schwarzmaulgrundel. Und wehe man geht zu früh zum Aalfischen. Wenns dunkel wird sind dann die Würmer alle..|gr:
 

Nidderauer

Active Member
AW: Zanderpopulation und die Grundel

Der Zander dürfte wegen seiner Nestbewachung bessere Chancen gegen Laichräuber haben als Hecht und Weißfische. Ob das reicht hängt wohl von der Grundeldichte ab.
Hallo,

das hängt sicher auch viel mit der Wassertemperatur zusammen, ab der die Grundeln aktiv werden. Je früher die Fische laichen, desto größer dürfte die Chance sein, dass da was hochkommt. Hechte und Barsche laichen etwas früher, als Zander. Der bewacht dafür das Gelege.

@ Hezaru: Die Zeiten der richtig großen Brassen und der pfündigen Rotaugen sind wohl vorbei. Bei einem starken Fraßdruck sind solche Arten im Vorteil, die schnell abwachsen und schon nach vergleichsweise kurzer Zeit fähig sind, sich zu reproduzieren. Es gibt Gewässer, die sind voll mit Weißfisch, aber keiner ist größer als 15 cm, eigentlich das, was man vor 30 Jahren als "verbuttete Bestände" bezeichnete....

Edit: unwissendes Geschwätz ;), ja so kann man das auch formulieren, früher waren sie alle blöd. Heute sind sie noch blöder, wenn man die Zustände in den Gewässern so sieht. Richtig Ahnung scheint da keiner mehr zu haben.

Was man halt auch nicht vergessen darf - Grundeln sind ja auch kleine Räuber. Zanderbrut oder eben ein ungeschützes Gelege sind hier auch schnell weg gefuttert. Ist halt ne andere Hausnummer als Rotaugen oder Lauben.....
Wie schauts eigentlich mit den Krebsen am Main aus? Die waren ja vor 10 Jahren noch in großer Anzahl in den Steinpackungen zu finden. Gibt's die noch oder sind die mittlerweile nur noch schwer zu finden?

Grüße Sven
 
Zuletzt bearbeitet:

Fr33

Gummi Getier Dompteur
AW: Zanderpopulation und die Grundel

War am Samstag mal seit längerer Zeit wieder feedern. 160Gr Krallenkorb drann und mal locker 40m von der Packung entfernt im Hauptstrom versucht nen Brassen oder ne Barbe zu erwischen. 9 Grundeln und 1 Rotauge gab es. Je weiter ich vom Ufer weg war - umso größer wurden die Grundeln....

Feedern macht keinen Spaß mehr...
 

Laichzeit

Well-Known Member
AW: Zanderpopulation und die Grundel

Im Niederrhein gibt es anscheinend auch einen invasiven Groppenhybrid.
Macht der sich auch bemerkbar?
 

Laichzeit

Well-Known Member
AW: Zanderpopulation und die Grundel

Was soll man sich darunter vorstellen ? |bigeyes
Woher ich das genau hab, weiß ich nicht mehr.
Hier ist was auf Englisch.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16243698

Durch Kanalbau haben Groppen aus der Schelde mit Rheingroppen hybridisiert.
Der Hybrid besiedelt den Niederrhein. Die Elternarten allein können das nicht.

Invasiv heißt ja nur, dass eine Ausbreitung stattfindet.
Ich würde gerne wissen, ob auch "Schäden" wie Groppenbisse beim Feedern auftreten.

Edit: Hier was besseres.
https://www.mpg.de/7801501/W003_Biologie-Medizin_056-063.pdf

So wie es aussieht (Ende), werden die Hybride selbst von der Grundel gefährdet.
 
Zuletzt bearbeitet:

Trollwut

Angeln-mit-Stil
AW: Zanderpopulation und die Grundel

Meinen letzten Mainkrebs habe ich vor ca. 8 Jahren gesehen...

Feedern geht bedingt, wenn man den köder ein gutes Stück aufpoppt oder Köder wie Mais nutzt. Ansonsten größere Haken verwenden und früher anschlagen, um sich das Abhaken zu erleichtern. Aber die Zeiten, in denen man stressbefreit feedern konnte sind leider vorbei :(
 

Fantastic Fishing

Well-Known Member
AW: Zanderpopulation und die Grundel

Woher ich das genau hab, weiß ich nicht mehr.
Hier ist was auf Englisch.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16243698

Durch Kanalbau haben Groppen aus der Schelde mit Rheingroppen hybridisiert.
Der Hybrid besiedelt den Niederrhein. Die Elternarten allein können das nicht.

Invasiv heißt ja nur, dass eine Ausbreitung stattfindet.
Ich würde gerne wissen, ob auch "Schäden" wie Groppenbisse beim Feedern auftreten.
Ist ja alles nur eine Frage der Terminologie und es kann sich bei gebietsfremden Arten auch nur durch einen Wechsel der Lebensräume ausdrücken.

Generell scheinen diese Tierchen sich nur anzupassen, Grenzen in der Natur ziehen nur Menschen. Ich finde es ja ziemlich interessant, auch wenn ich meine Mitangler verstehen kann wenn die gewohnte Comfortzone jetzt aggressive Belagert wird.
 

Hezaru

Member
AW: Zanderpopulation und die Grundel

Nidderauer,
grosse Brachsen gibt es hier schon noch, die werden auch entnommen.
Aber wenn jetzt 2 Kilo Fischmasse nicht mehr aus einer Brachse bestehen sondern aus 150 Grundeln ist das für Raubfische ab 20cm fressbar. Und der Meterhecht frisst halt ein paar mehr. Die tanzen ihnen ja vor der Nase rum.

Fr33
Der Rhein ist breit mit Ausweichmöglichkeiten. Aber du siehst ja selbst wie schwer es Fischbrut hat.
 

Trollwut

Angeln-mit-Stil
AW: Zanderpopulation und die Grundel

War Feedern denn je Stressfrei ? :q
Naja, ich kenne noch Zeiten vom Main, da hast du in der Hauptströmung gefeedert, alle 20 Minuten war die rute kurmm und eine Barbe hing, dazwischen vllt. 1-2 große rotaugen, aber sonst war Ruhe.

Und zum Thema:
An unserem Zanderbestand konnte ich keine Veränderung feststellen, wohl aber bei den Barschen. Wir hatten noch nie so viele so große Barsche. Fast alle Barsche über 30cm fangen an Stiernäcken auszubilden und haben Hängebäuche.
Die sehen von der Form her einfach aus wie Minikarpfen.
Früher war das nicht so.
 
Oben