Zeeland 2.0 - Die AB Wolfsbarschsession

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Angespornt durch unseren Trip vor ein paar Wochen und wegen der bescheidenen Situation zZ bei Reisen allgemein wollten mein Kumpel und ich unbedingt nochmal bei unseren Nachbarn nach den Wölfen schauen. Und da wir nicht die einzigen sind, die gerne im Salz vom Ufer spinnen war diesmal @Dr.Spinn mit von der Partie.
Natürlich waren die Erwartungen im Vorfeld wieder riesig denn jederzeit kann dort ein richtig kapitaler Barsch von 70 oder gar 80cm den Köder nehmen....und das sind die Fische, die jeder leidenschaftliche Seabass Hunter gerne mal im Arm halten möchte.
Und ein ordentlicher Angeltrip beginnt immer schon lange vor der Abfahrt. Köder wurden geshopt, mögliche Stellen besprochen und natürlich nach passenden Unterkünften gesucht....auch eine neue Rute für mich und eine für meinen Buddy mussten gebaut werden. Der übliche Wahnsinn halt.
Nach mehr oder weniger reibungsloser Anreise waren wir dann am Nachmittag alle in Zeeland angekommen und zu zweit machten wir uns nach dem Ausräumen der Autos noch schnell auf den Weg zum nächstgelegenen Spot zum Einwerfen.
Der war aber ganz schön trübe und wir entschlossen uns spontan für die andere Seite der Insel, die Freaks waren also schon wieder voll in ihrem Element!
Das wir den richtigen Move gemacht hatten sahen wir augenblicklich. Andere Angler, klareres Wasser und viel Aktivitäten an der Oberfläche, hier musste was gehen. Und nach ein paar Würfen war die neue Rute auch schon krumm und kurz darauf auch das Mittagessen für den nächsten Tag gesichert, ein schöner Bass mit knapp 50cm lag am Ufer. Keine Minute später wars dann auch bei meinem Buddy soweit und wir beide keine Stunde nach der Ankunft schon happy.
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Da es aber immer mehr zu regnen anfing wars das dann auch für uns. 6 Tage Fischen lagen noch vor uns, Zeit genug uns noch richtig auszutoben. Der nächste Tag begrüßte uns mit deutlich mehr Wind und Regen, was im Tagesverlauf nicht besser werden sollte und schnell wurde uns klar, einfach wird es wieder nicht.
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Überhaupt kommt man sich bei dieser Angelei schnell vor als wenn man selbst ein Wolfsbarsch ist, ständig auf der Suche nach passenden Seebedingungen und Futterfisch.
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Aber mit dem richtigen Riecher und genug Treibstoff im Tank wurde unsere Ausdauer nach zwei eher schwachen Tagen wieder belohnt und wir fanden ein paar Spots an denen gutes Frequenzangeln möglich war.
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Irgendwann waren es zu viele hektische Momente und zu viele Fische um noch genau mitzuzählen und da das ganze teilweise im strömenden Regen abging hielten sich Fotos arg in Grenzen.
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Auch wenn es in der Mehrheit kleine Fische waren, es waren auch immer ein paar schöne 50er dabei und da die jetzt im Spätsommer richtig Fett sind haben uns 7 davon über die Tage zum Essen begleitet.
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Spaß hatten wir also und gut essen konnten wir auch....ist das nun der Traum der Wolfsbarschangler oder geht da noch was?
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Wie wichtig Ausdauer, ständiges Anpassen an den ewigen Wechsel zwischen Ebbe & Flut, Flaute & Sturm und natürlich auch das nötige Quäntchen Glück ist sollte ich gegen 20:30 am zweiten Tag erfahren.
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Seit 6:30 waren wir bei Windstärke 7 am Suchen und Fischen, trotzdem war uns zu dritt nur einer Mitte 40 vergönnt. Ich hatte evtl gegen Mittag mal nen Anfasser, das wars. Letzter Spot war der selbe wo wir am Vorabend noch ein wenig Action hatten aber trübes Wasser und null Oberflächenaktivität sahen nicht so doll aus... Egal, pinken Softbait geriggt und ein wenig im Trüben gestochert um überhaupt noch den Schneider abzuwenden. Auch die anderen drei Angler am Spot sahen nicht wirklich motiviert aus....
Fünfter Wurf und da war das lang ersehnte TOCK! Und direkt nach dem Anhieb war die neue Rute richtig krumm und die Bremse kreischte als wenn ich einen Seehund gehakt hätte! Der Fisch wollte raus in die Hauptströmung und zu allem Überfluss lagen an dem Spot etliche Bojen im Wasser. Nach ein paar sehr intensiven Minuten war es dann aber soweit und der Fisch kam hoch, wurde immer größer und landete mit der nächsten Welle zwischen meinen Füßen. Mein Traum hatte sich erfüllt und ich konnte einen gut 4,5kg schweren 76er Nordseewolf bestaunen. Was für ein Fisch!
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Lange habe ich auf so einen Barsch gehofft und dementsprechend war die Freude riesig groß. Und ihn langsam wieder davon schwimmen zu sehen ein wunderschönes Erlebnis.
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Alles in allem war es mal wieder ein super Erlebnis und entschädigt schon ein wenig für die verpassten Fernreisen in diesem Jahr. Auch wenn ein Barsch keine Tuna ist.....mir gefällt es sehr gut bei unseren Nachbarn.
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Kommentare

Da bin ich ja mal richtig platt - n so schönen Urlaubsbericht hatte ich dieses Jahr gar nicht mehr erwartet!

Tolle Bilder, tolle Fische - Danke fürs teilen ab121
 
Petri, tolle Bilder und tolle Fische, besonders das 1. Bild ist richtig geil! ab30

Sorry, aber was mir gegen den Strich geht, ist, einem Fisch, den ich wieder releasen will (Hut ab dafür!), zum Präsentieren mit einer Hand zum Fixieren in die Kiemen zu greifen. Das gehört sich nicht und ist nicht waidgerecht. Entweder zeige ich ihn für's Foto kurz anders oder ich verzichte auf das Bild!!!
 
Vielen lieben euch allen für die Glückwünsche & likes!
Ich hätte ehrlich gesagt dies Jahr auch nicht damit gerechnet, noch so einen Bericht zu schreiben.

@Skott - was mich mal interessieren würde, woher deine Meinung darüber kommt, ein sauber ausgeführter Griff am Kiemendeckel sei weniger "waidgerecht" als andere Griffe?
Gibt es dazu Studien oder sonst nachvollziehbare Fakten?

Waidgerechte Präsentation nach deutscher Auslegung ist, soweit ich das verstanden habe, das Foto eines toten Fischs da dieser sofort nach dem Fang zu töten ist.
Ansonsten ist es mMn kein Unterschied wo ich den Fisch anfasse. Die Schleimschicht leidet auf jeden Fall, weshalb auch keschern zweifelhaft bleibt. Beim Halten unter dem Bauch besteht grade bei stark schleimenden Fischen wie Wobas immer das Risiko das er einem aus den Händen fällt, und sich (und mich) dabei verletzt. Beim Griff von vorne ins Maul besteht das Risiko Kiefergelenke zu überdehnen. Genick-, Schwanzwurzel- und Augengriffe verbieten sich bei Fischen eh wenn sie wieder zurück sollen....

Wie gesagt, ich greife nicht in die Kiemen, ich greife den Kiemendeckel. Grade bei Fischen, die durch das Spreizen der Kiemendeckel ihre Beute ins Maul saugen ist dort auch ne Menge Platz vorhanden. Meine Finger kommen mit den Kiemen selbst nicht in Kontakt. Darüber hinaus ist es ein sehr sicherer Griff der das Verletzungsrisiko für beide Seiten minimiert.
Klar, am schonensten ist das direkte Abhaken im Wasser. Aber ansonsten kann ich an einer weltweit zigtausendfach genutzten Methode nichts verwerfliches finden.
 
Wie immer von dir ein einfach genialer Bericht mit stimmungsvollen Bildern. Man ist immer live dabei und es juckt sofort in den Pfoten. So soll es sein.thumbsup

Ein Highlight für jeden Küstenfischer.
 
Guter Fisch
Die Stelle kommt mir sehr bekannt vor
Nur wie machst du das,mittig im Wasser zu stehen und den "kleinen"Strand im Rücken zu haben. Dann ist das Wasser wieder weg, nur Steine. das alles in kurzer Zeit ?
Mit welcher Kamera hast du die Bilder gemacht?
Hatte euch ein Tag auf der Insel gesehen,
"Touristen bez.neue Gesichter " fallen gleich auf;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Besten Dank!
Schau an, wir hatten auch nach weißen Stiefeln ausschau gehalten aber nichts gesehen, Roller ist dort ja kein Alleinstellungsmerkmal :XD
Tja....Strand, Wasser & Steine ergeben sich durch die Perspektive, mehr nicht. Wir waren da weiter vorne, nicht direkt unten am Parkplatz.
Die Fotos mache ich aktuell mit einem Huawei P20pro bzw mein Buddy nutzt auch Huawei thumbsup

Bist du aktuell noch vor Ort?
 
Die weißen Stiefeln musste ich im Sommer Urlaub leider nach 5 Jahren entsorgen;-)
Die ersten Tagen haben mich die Jungs nicht mehr gleich erkannt :).
Bin nicht vor Ort, weiss aber das es sehr wenig läuft, seit Wochen schon sehr ruhig.
Ich denke übernächste Woche werden die grossen nach dem Sturm aus oosterschelde Richtung Portugal ziehen.
Wenn Wetter zulässt bin ich am 03.10 vor Ort.
An Hand der Fotos habt ihr gut Strecke gemacht, aber genau so geht das ,mit den Barschen....
 
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