Zustand unserer heimischen Gewässer

Ørret

Member
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Naturschutz ist wichtig keine Frage!Hat aber nur indirekt was mit Angelpolitik zu tun....... obendrein werden in dem Artikel die Angelverbände von denen du sprichst ja nicht einmal genannt.
Nimmt in der Politik überhaupt jemand die Angelverbände war?
Wohl eher nicht...
 

KaroFisch

Member
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Hi,
ich bin gerade über diese Nachricht gestolpert. Im Prinzip der selbe Bericht. Nur zur Ergänzung...
http://www.tagesschau.de/inland/deutsche-gewaesser-101.html
Da kam mir der Gedanke mich hier mal wieder einzuloggen. In der Schonzeit bin ich ja sonst eher Boardfaul. :)
Noch 6 Wochen in HH, dann gehts endlich wieder ans Wasser. |wavey:
 

kati48268

nicht mehr heimatlos
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

War das etwa Sarkasmus, grünknochen?

Die Grünen fragen, das Umweltministerium, in dem ein Nabu-Mitglied Ministerin und einer der drei Staatssekretäre als höchster Beamter des Hauses der Ex-GF des Nabu ist, antwortet ...mit erwartungsgemäß zeigendem Finger in Richtung Landwirtschaft.

Ich sehe weiterhin nichts Gutes für uns Angler aus diesem Haus kommen.

Und ich sehe auch nicht, dass Verbände in dieser Richtung etwas bewegen.
Eine Trendwende, dass Abgeordnete, Mandatsträger, sonstige Entscheider den DAFV wahrnehmen, ist wohl auch nicht in Sicht.
http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=307565&highlight=korte
http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=335379&highlight=korte
Zwischen diesen Statements liegen 2,5 Jahre und nichts hat sich aus der Sicht des angelnden Abgeordneten Kortes getan.

Aktiver Lobbyismus sieht der Bundesverband nicht als eine seiner Aufgaben.
Und wenn sie denn dann mal machen, kommt ein Baglimit oder Angelverbot dabei raus.

Ich persönlich nehme die Entwicklung der Fließgewässer Deutschlands anders war, als in dem Link suggeriert.
Bei mir vor der Haustür wurde ein Bach durchgängig gemacht.
Die Ems wird mit riesigen Bauvorhaben renaturiert (oder besser gesagt 'naturnaher gestaltet), das Wasser ist so sauber, dass es kaum noch Brassen gibt, die vor 20Jahren der Leitfisch waren, dafür Barben & Haseln.
Im internationalen Vergleich dürften unsere Flüsse zu den saubersten überhaupt gehören.

Dieses Grüne fragen-Nabu antwortet-Spiel scheint mir nur ein weiteres Bauern-Bashing zu sein.
 

Brillendorsch

Teilzeitangler
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Nun ja Kati, die Biodiversität lässt in den meißten Gewässern tatsächlich zu wünschen übrig und da sind unsere landwirtschaftlichen Großbetriebe nicht ganz unschuldig dran.
Allerdings sehe ich nicht, wo da ausgerechnet Monsanto-Christel was für uns zu ändern versucht.
Und der Sachverstand der NABU-Grünen reicht auch nur für Angelverbote
 

kati48268

nicht mehr heimatlos
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Ich bin bei diesen Themen nun wirklich kein Fachmann.
Ich empfinde es aber nicht wirklich so, zumindest was Fische angeht.
Die Biomasse war zu Zeiten der dreckigen Flüsse, als wesentlich mehr gedüngt wurde, doch höher.
Ist der Artenreichtum heute geringer?
Bei den Fischen nicht, meine ich.
Bei all dem Kleingetier, Insekten & so... mag es durchaus sein.
 

Grünknochen

Natur schützender Angler
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Kati,
ganz und gar nicht sarkastisch...
 

Brillendorsch

Teilzeitangler
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

soweit richtig Kati. Das Kleingetier ist Anfang jeder Nahrungskette, fehlen da einige Arten, hat das Folgen für die Biodiversität.
Unsere angeblich so sauberen Gewässer sind inzwischen nährstoffarm, aber voll mit Medikamentenrückständen, Pestiziden (vor Allem Neonicotinoide).
Alles Dinge, die gar nicht gemessen werden, zum Teil nicht mal bei Trinkwasser.
 

Laichzeit

Well-Known Member
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Ich persönlich nehme die Entwicklung der Fließgewässer Deutschlands anders war, als in dem Link suggeriert.
Bei mir vor der Haustür wurde ein Bach durchgängig gemacht.
Die Ems wird mit riesigen Bauvorhaben renaturiert (oder besser gesagt 'naturnaher gestaltet), das Wasser ist so sauber, dass es kaum noch Brassen gibt, die vor 20Jahren der Leitfisch waren, dafür Barben & Haseln.
Im internationalen Vergleich dürften unsere Flüsse zu den saubersten überhaupt gehören.
Die Zahlen zum Gewässerzustand stammen aus den Erhebungen nach Vorgabe der Wasserrahmenrichtlinie. Dabei werden verschiedene Qualitätskomponenten untersucht, das Endergebnis entspricht der schlechtesten Einzelkomponente. Durch diese strenge Bewertung soll erreicht werden, dass der geforderte gute Gewässerzustand in jeglicher Hinsicht und nicht als Durchschnitt aus guten und schlechten Einzelergebnissen zustande kommt.
Deshalb sieht der Gewässerzustand nach WRRL oft viel schlechter aus, als wir ihn am Wasser erleben.
 

smithie

Well-Known Member
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Ich habe den Beitrag auch gelesen - finde ebenfalls nix von einem Angelverband.
Man hätte sich ja an das Ergebnis der Anfrage dran hängen können - sofern man von der Anfrage wusste.

Um den Zustand der Gewässer zu ermitteln, vergleichen Wissenschaftler die im Wasser lebenden Organismen mit dem Bestand, der natürlicherweise dort vorhanden sein sollte.
Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/bundesregierung-zu-wenig-leben-in-deutschen-fluessen-und-baechen-a-1200865.html

Wer legt denn Bestand fest, der natürlicherweise in einem Stillgewässer vorkommen sollte?
Das hängt ja auch davon ab, wie ich ein Gewässer einkategorisiere.
 

kati48268

nicht mehr heimatlos
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

...das Endergebnis entspricht der schlechtesten Einzelkomponente...
Und wieder was gelernt.
Danke für diese Zusammenfassung.

Kati,
ganz und gar nicht sarkastisch...
Ich glaub ja immer noch, das ist ein verspäteter Aprilscherz von dir. |rolleyes

Ja, die Landesverbände sind durchaus aktiv bei diesen Themen.
Nicht umsonst werfe ich ihnen vor, Anglerinteressen weit hintenanzustellen, Lobbyismus zu vernachlässigen und sich viel zu sehr mit Naturschutzgedöns zu beschäftigen.
Sie werden von Anglern gewählt & bezahlt, ihre Kernaufgabe sollte deswegen eine andere sein.

Aber der Bundesverband verkackt doch sogar bei diesem Thema völlig.

Wir brauchen Verbände, die sich zu 100% Angeln auf die Fahne schreiben! ;)
Und wenn sie je bei 80% ankommen, dürfen sie von mir aus auch Wasserflöhe zählen.
 
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Haben wir gerade Untersuchungen mit durch.


20Ha Gewässer.... 1974 310kg Biomasse pro Hektar.

2017 19kg pro Hektar.


Und wer Tv an hat wird sehen wie das thema hier seit heute Morgen durch alle Sender gejagt wird...

ein Schelm.........

|wavey:
 
Zuletzt bearbeitet:

torstenhtr

Active Member
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Ich empfinde es aber nicht wirklich so, zumindest was Fische angeht. Die Biomasse war zu Zeiten der dreckigen Flüsse, als wesentlich mehr gedüngt wurde, doch höher.
Ich habe auch den Eindruck, kann mich gut erinnern, dass ich in meiner Umgebung als Jugendlicher mit schlechterem Material viel besser gefangen habe.

Profitiert man als Angler überhaupt von dem Schützergedöns oder ist man eher benachteiligt?

20Ha Gewässer.... 1974 310kg Biomasse pro Hektar.
2017 1.9kg pro Hektar.
Das ist schon ein drastischer Unterschied, gibt es Langzeitstudien zur Entwicklung der Fischbestände?
 
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Das ist schon ein drastischer Unterschied, gibt es Langzeitstudien zur Entwicklung der Fischbestände?

Wir haben alte Daten mit neuen Untersuchungen verglichen bezw. neue Untersuchungen gemacht und mit alten verglichen.(Berufsfischerei)


Man muss dazu sagen das sehr viel fische durch Schwarze Vögel gelitten haben,besonders die letzten 15J. haben drastische Kurven nach unten aufgezeigt,wenn Schwarze Vögel regelm. vor Ort sind.
 

Gerris

Member
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Hoppla da ist ja quasi über Nacht die komplette Biomasse verschwunden und keiner hats bemerkt!

Aber Moment mal, wie war das denn früher?
1 Tag mit Helm auf ner 50er, oder auf dem Motorrad und man konnte nichts mehr sehen, weil so viel Insekten auf dem Visier waren.
Heute fahre ich eine ganze Saison und putze nur im nächsten Frühling den Staub runter!

Ich finde nicht das die Biomasse plötzlich weg war, es wurde von Jahr zu Jahr weniger.

Hat seine Vorteile, ich weiss gar nicht, wann ich den letzten Mückenstich hatte.

Aber wenn in der Nahrungskette die ersten Glieder fehlen, was passiert dann wohl?

Wenn dann auch noch Invasive Neozoen, wie der schwarze Piepmatz gschützt werden,
braucht man nichts auf die Rote Liste schreiben.
Denn wenn Fische da rauf kommen, wird der Rest vom Kormoran getilgt.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschte Mitglieder 12701

Guest
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Dieses Grüne fragen-Nabu antwortet-Spiel scheint mir nur ein weiteres Bauern-Bashing zu sein.
Die Bauern werden sich vermutlich jedoch wehren und auf der Strecke werden vermutlich (mal wieder) wir Angler bleiben.

Ich war ein paar Tage auf Fehmarn und hatte die „Anfrage der Grünen" bereits auf dem Schirm und wollte nach Ostern dazu etwas veröffentlichen. Da ward Ihr hier jedoch schneller |rolleyes.

Wir schreiben ja seit geraumer Zeit, dass Natura 2000 nahezu die Nutzung aller unsere Gewässer - gerade in Bezug auf das Angeln - bedroht.

Es gibt hierfür ja immer wieder neue Namen, sei es "Bundesprojekt Grüne Infrastruktur" oder jetzt durch den Koalitionsvertrag das "Blaue Band".

Selbst wenn wir noch Angeln dürften, so wird uns das verbotene "verlassen der Wege" vermutlich an der Ausübung unseres Hobbies hindern. Viele Gewässer sollen Biotope werden und haben somit einen besonderen Schutzstatus. Vorbild soll ja laut Bundesamt für Naturschutz der "Grünzug Neckar" sein. Dort gibt es bereits viele Verbote, überraschender Weise jedoch kein (uns bekanntes) Angelverbot. Doch gerade jetzt sehen wir uns bestätigt, dass mit dieser Untersuchung erneut eine Gefahr für unser Hobby ausgeht.

Beim "Blauen Band" handelt es sich um 5300 Kilometer Fließgewässer (ohne Kanäle/ künstliche Wasserstraßen).

Das Angeln wird hierbei besonders als Naturnutzung beim "Blauen Band" hervorgehoben, neben dem Wandern/ Radwandern. Der Unterschied ist hierbei, dass wir Angler uns häufig abseits der Wege an den Gewässern aufhalten.

Eine weitere Bedrohung ist natürlich die Belastung der Gewässer und somit teilweise der Fische, die nicht verkehrsfähig sind und Verzehrbeschränkungen aufweisen. Angeln nur zum Nahrungserwerb, jedoch nicht zum Verzehr geeignete Fische gleich ein Angelverbot? Man sollte diese (noch) abstrusen Gedanken nicht zu hoch aufhängen, jedoch sicherlich auch nicht ignorieren.

Fakt ist Natura-2000, das "Blaue Band" und das Bundesprojekt "Grüne Infrastruktur" bedrohen jetzt und zukünftig unser Hobby. Wer hilft uns Anglern bloß bei diesen Gefahren neue Beschränkungen und Verbote zu verhindern?
 

Testudo

Schützer und Nutzer
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Haben wir gerade Untersuchungen mit durch.


20Ha Gewässer.... 1974 310kg Biomasse pro Hektar.

2017 1.9kg pro Hektar.


Und wer Tv an hat wird sehen wie das thema hier seit heute Morgen durch alle Sender gejagt wird...

ein Schelm.........

|wavey:
Ihr habt in dem Gewässer nur noch 38 kg Biomasse insgesamt?

Das dürften dann nur noch Hüpferlinge; Wasserflöhe und weiteres Kleingetier sein. Da hast du bestimmt einen Fehler drin, oder?
 

Testudo

Schützer und Nutzer
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Eine weitere Bedrohung ist natürlich die Belastung der Gewässer und somit teilweise der Fische, die nicht verkehrsfähig sind und Verzehrbeschränkungen aufweisen. Angeln nur zum Nahrungserwerb, jedoch nicht zum Verzehr geeignete Fische gleich ein Angelverbot? Man sollte diese (noch) abstrusen Gedanken nicht zu hoch aufhängen, jedoch sicherlich auch nicht ignorieren.
Sehe ich ebenso mit Vorsicht zu genießen. Dazu kommt, das es immer wieder Futtermittel für Angler gibt, auf denen vermerkt ist, das die damit gefangenen Fische nicht zum Verzehr geeignet sind.

Ist einerseits doch verrückt, das solche Stoffe überhaupt eingesetzt werden und noch verrückter, wenn es ein weiterer Baustein würde, der uns das Angeln erschweren kann.
 

Laichzeit

Well-Known Member
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Viele Gewässer sollen Biotope werden und haben somit einen besonderen Schutzstatus. Vorbild soll ja laut Bundesamt für Naturschutz der "Grünzug Neckar" sein. Dort gibt es bereits viele Verbote, überraschender Weise jedoch kein (uns bekanntes) Angelverbot.
Das liegt daran, dass die Umsetzung von Natura2000 nicht einheitlich geregelt ist und deshalb sehr große Unterschiede zwischen den Bundesländern bestehen. Hier gilt bei der Ausweisung folgendes:

Vor diesem Hintergrund werden nachfolgend beispielhaft Vorhaben und Nutzungen benannt, die in der Regel keine erheblichen Beeinträchtigungen für die Erhaltungsziele darstellen (vgl. auch
VwV Natura 2000, 4.1, 2. Absatz, 5.1.2 und 5.1.3):
....

• Ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Fischerei
Damit ein Angelverbot gerechtfertigt ist, muss die Einschränkung der Schutzziele erheblich und im betroffenen Gebiet nachweislich vorhanden sein (leider ein dehnbarer Ausdruck). Allgemeine Angelverbote aufgrund von Natura2000 gibt es in Baden-Württemberg zum Glück nicht und es sollte sie imho auch an keinem anderen Ort geben, da es dem Sinn dieser Schutzgebiete widerspricht.
 

Anglerdemo

Well-Known Member
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Das liegt daran, dass die Umsetzung von Natura2000 nicht einheitlich geregelt ist und deshalb sehr große Unterschiede zwischen den Bundesländern bestehen. Hier gilt bei der Ausweisung folgendes:



Damit ein Angelverbot gerechtfertigt ist, muss die Einschränkung der Schutzziele erheblich und im betroffenen Gebiet nachweislich vorhanden sein (leider ein dehnbarer Ausdruck). Allgemeine Angelverbote aufgrund von Natura2000 gibt es in Baden-Württemberg zum Glück nicht und es sollte sie imho auch an keinem anderen Ort geben, da es dem Sinn dieser Schutzgebiete widerspricht.
Als vor über 10 Jahren der Fehmarnbelt als FFH-Gebiet gemeldet wurde, hat mal den Nutzern auch versprochen, dass es keine Einschränkungen und Verbote geben wird. Seit dem 22. September 2017 wissen wir ja, dass es sehr wohl mit Einschränkungen für Angler verbunden ist.

Somit sollten bei allen Vorhaben - egal ob Natura-2000, Blaues Band oder Grüne Infrastruktur - die Alarmglocken bei uns Anglern an gehen. Man sollte sich nur einmal anschauen, wer bei der Umsetzung "Blaues Band" involviert ist- wir Angler sind es aber nicht!

Wir sollten hierbei auch immer wieder berücksichtigen, dass Ministerin Hendricks die Länder angwiesen hat, die Natura-2000 Gebiete auf Landesebene nach Vorbild des Bundes (siehe NSGFmbV) rechtlich zu sichern. Somit sind wir wieder beim Angelverbot.

Alternativ können wir uns auch den Binnensee in Großenbrode oder die Elbe anschauen. Bei Natura-2000 und Angeln gibt es rein gar nicht zu beschwichtigen! Das ist eine Gefahr für unser Hobby und leider haben wir keine politischen Fürsprecher.
 
Oben