Zustand unserer heimischen Gewässer

torstenhtr

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AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Das heißt, dass tendenziell bei saubererem Wasser die Biomasse abnehmen muss, bezüglich der Artenvielfalt kommt es dann auf den Zustand des Gewässers an.
So die Theorie, aber ich beobachte den Fischrückgang auch an Gewässern, wo sich meines Erachtens die Eintrübung etc. nicht verändert hat. Vielleicht täuscht der subjektive Rückblick, aber ich höre das von vielen Anglern.

Ich habe nur wenige Langzeitstudien gefunden, jemand hat mir noch einen Report zugeschickt von BW [1] (danke dafür), vgl. S. 59 ff. Ansonsten gibt es noch im Zusammenhang mit Kormoran Untersuchungen, die einen drastischen Rückgang belegen [2].

Prinzipiell bräuchte man Anglerstatistiken von 1970 - heute, um vergleichen zu können.

Was bringt mir als Angler der Naturschutz / Renaturierung von Gewässern, wenn rein technisch die Durchgängigkeit verbessert wurde, es aber viel weniger Fische gibt?

Gibt es Beispiele, wo Naturschutz eine signifikante Verbesserung für Angler gebracht hat (und nicht zusätzliche Einschränkungen)?

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[1] Vom Wildfluss zur Wasserstraße - Fischfauna und Fischerei im Mittleren Neckar,
Ralf Haberbosch, Dr. Rainald Hoffmann und Hubert Wnuck
https://www.lfvbw.de/images/beitraege/Projekte/Bericht_Mittlerer_Neckar_VFG_2012.pdf

[2] Einfluss des Kormorans auf die Fischbestände in Thüringer Fließgewässern
Jens Görlach, Dr. Falko Wagner, Wolfgang und Maria Schmalz
https://www.thueringen.de/mam/th8/tmlfun/wald/fischerei/einfluss_des_kormorans_auf_die_fischbestande_.pdf
 

rheinfischer70

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AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Schau dir mal die Profiblinkervideos 1und 2 an. Damals waren Tagesfänge von 20Zandern und mehreren Hechten am Tag normal. Auch große Tiere waren dabei. Die Videos stammen aus den 80 gern am Niederrhein. Damals galt der Rhein als Kloake. Heute ist der Rhein sauber ..... Ok, früher gabs nur Allerweltarten, die aber in Massen. Gerne auch mit Geschwüren und komischen Flecken. Was besser ist, darf jeder selbst entscheiden.
 

Tigersclaw

Well-Known Member
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Hmm einige von euch verwechseln glaub ich etwas... viel Biomasse heißt nicht gesund.. meist ist das Gegenteil der Fall.

Ökologisch gesund = hohe Artenvielfalt bzw Artenvorkommen der Erwartung entsprechend..ABER meist geringe absolute Biomasse

Ökologisch ungünstig = wenige vorherrschende (meist sehr tolerante ) Arten in großen Stückzahlen und Massen.

Früher waren durch die ungeklärten Abwasser unsere Flüsse und Seen schön nährstoffreich ---> vvieeeellee Fischnährtiere (meist nur wenige Arten) --> viele, große, fette Fische.
Durch den Anschluss vieler Kommunen an Kläranlagen kommen viel weniger Nährstoffe ins Gewässer, so das man nur noch wenige und meist kleinere Exemplare antrifft.

Kenne hier in der Nähe ein Bach/Fluss an dem früher 40+ Forellen normal waren, jetzt aber kaum noch eine ü 30 gefangen wird.


Bin leider ziemlich raus aus der Materie, aber bei den Untersuchungen die ich mal gesehn hatte, fiel der geringe Teil des Makrozoobenthos auf. (Also groß Insektenlarven und kleinere Wassertiere). Gründe sind noch zu ermitteln.. Ich schätze das hängt mit dem allgemeinen Rückgang der Insekten/Wirbellosenfauna zusammen.

Was uns in Sachen Wasserqualität zu denken geben muss sind Medikamentenrückstände und Hormone (hormonähnliche Substanzen) die fast ungefiltert massenhaft in die Flüsse gelangen.

claw
 

Testudo

Schützer und Nutzer
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Was bringt mir als Angler der Naturschutz / Renaturierung von Gewässern, wenn rein technisch die Durchgängigkeit verbessert wurde, es aber viel weniger Fische gibt?
Wenn ich daran zurückdenke, wie die Wupper gestunken hat, ab Wuppertal Barmen bis zur Mündung in Leverkusen Rheindorf. Den Geruch werde ich nicht vergessen, und da konnte auch nicht drüber hinwegtäuschen, wenn mal wieder ein Hochwasser ein paar Regenbogenforellen in die Wupper gespült hat. Die konnte man auch nur an den ersten Tagen nach dem Hochwasser essen, danach hat die kaum noch einer mitgenommen, der Phenolgeruch war nicht zu leugnen.

Wenn man viel fangen wollte, waren Rhein und Wuppermündung super, zum essen habe ich die Rotaugen lieber aus der Ruhr genommen.

Da finde ich den Zustand heute besser und hoffe auf weitere Verbesserungen.
 

kati48268

nicht mehr heimatlos
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Gibt es Beispiele, wo Naturschutz eine signifikante Verbesserung für Angler gebracht hat (und nicht zusätzliche Einschränkungen)?
Wenn Renaturierung Strukturverbesserung bedeutet, dient das sicherlich den Beständen.
Ob durch Renaturierungsmaßnahmen Einschränkungen für Angler einhergehen, ist eine ganz andere, politische Frage.
 
G

Gelöschte Mitglieder 12701

Guest
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Ob durch Renaturierungsmaßnahmen Einschränkungen für Angler einhergehen, ist eine ganz andere, politische Frage.
Durch Renaturierungsmaßnahmen vermutlich nicht, aber zum Wiederuafbau der Bestände. Wenig Fisch ==> Angler entnehmen Fisch ==> Beschränkungen/ Verbote. Logische Maßnahmen der deutschen Politik der Verbote. Nicht die Ursache bekämpfen, sondern einfache, öffentlich wirksamen Maßnahmen ergreifen.
 
R

Ronald Reagan

Guest
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Wer Renaturierung betreibt, bekämpft bereits Ursachen.
 

Wegberger

aus dem Westen
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Hallo,

Wer Renaturierung betreibt, bekämpft bereits Ursachen.
Wer Ursache und Wirkung ohne Rücksichtnahme aufdeckt, der kann die Ursachen angehen.
 
R

Ronald Reagan

Guest
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Was taugt denn als Sofortmaßnahme, Fisherbandit1000?
 

Laichzeit

Well-Known Member
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Bei der überwiegenden Mehrheit der Angelverbote geht es nicht um die gefangenen Fische, sondern darum, dass Menschen am Gewässer als Störung für die Vegetation oder brütende Vögel angesehen werden.
Uns trifft es, da wir zum Angeln kommen und man dafür eine Erlaubnis braucht, die man recht einfach verwehren kann. Einen Spaziergänger loszuwerden ist viel schwerer.
 

Wegberger

aus dem Westen
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Hallo,

genau Naturnutzer gehören ausgesperrt!
(ich hoffe das gibt nicht wieder eine Verwarnung)
 
Zuletzt bearbeitet:
R

Ronald Reagan

Guest
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Meine Frage war ernst gemeint, Fisherbandit1000!

Was taugt als Sofortmaßnahme in Bezug auf den Zustand der heimischen Gewässer? Denn das ist der Titel des Threads. :)
 

Wegberger

aus dem Westen
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

es gibt keine sinnvollen ökologische Sofortmassnahmen, da ein System sich immer einpendeln muss.

dieser umbug wird immer nur verbreitet um andere Parteien zu diskreditieren
 
R

Ronald Reagan

Guest
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Ab wann sollte man denn mit Maßnahmen anfangen, wenn Sofortmaßnahmen ökologisch nicht sinnvoll sind?
 

Wegberger

aus dem Westen
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Hallo Ronald,

wenn diese Heuchelei aufhört, politisch oder wirtschaftlich oder sonstige Klüngel-Geschäfte auf dem Rücken der Angler auszutragen.

Das kann klappen wenn am Tisch die Vertreter der Interessengruppen auf Augenhöhe begegnen. Aber wir Angler in Deutschland haben keine Interessenvertreter.

Was soll der Blödsinn ...Aale zu besetzen um sie schreddern zu lassen ?

Was soll der Blödsinn Lachsprogramme durchzusetzen, wenn die Durchgängigkeit mit Füssen getreten wird.

Was soll der Blödsinn, in NRW für Aale ein Verzehrwarnung rauszubringen und die früheren Tiefenverschmutzer an PCB, die sich den Popo platin verdient haben - nicht in die Pflicht zu nehmen?

Was soll der Blödsinn, gewissenhafte Naturnutzer aus derselbigen auszusperren ?

Natürlich könnten Angler etwas beitragen ... aber wenn unsere 3 % an den Möglichkeiten am Ganzen,dann als gesellschaftliche Maximalbefriedung dienen, dann lachen sich die Verantwortlichen der anderen 97 % scheckig.

Gewissenhafte Angler haben sich schon immer für ihr Gewässer den Popo aufgerissen .... schon jahrzehnte lang .... und deswegen sind sie jetzt die Bösen !? Diese ganze Diskussion ist völlig krank.
 
Zuletzt bearbeitet:

Wegberger

aus dem Westen
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

ups..
 

kati48268

nicht mehr heimatlos
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Was soll der Blödsinn ...
Ganz einfach, weil es für die Politik funktioniert.
Sogar richtig gut.

Die AWZ-Angelverbote-Ostsee sind das beste Beispiel.
Der eigentliche Skandal ist doch nicht, dass man dort nicht mehr angeln darf & die Kutter pleite gehen.
Dass so eine Sch*** der Bevölkerung als Naturschutz verkauft wird und dies auch durchgeht, das ist der eigentliche Skandal.
Aber schau dir die 'Schützerszene' an, die jubeln heute noch.
Und peilen nicht mal ansatzweise, dass sie es sind, die am meisten vera***t wurden.

Umweltminister ist nach Außenminister der beste Job im Kabinett! Da reicht es völlig wenn du ein paar nette Schlagzeilen produzierst und etwas in Richtung der 'Feinde' (Landwirte, Angler, Jäger,...) trittst.
 
G

Gelöschte Mitglieder 12701

Guest
AW: Zustand unserer heimischen Gewässer

Meine Frage war ernst gemeint, Fisherbandit1000!

Was taugt als Sofortmaßnahme in Bezug auf den Zustand der heimischen Gewässer? Denn das ist der Titel des Threads. :)
Meine Antwort war auch verdammt ernst gemeint!

Denn Kati hat es verstanden:

Die AWZ-Angelverbote-Ostsee sind das beste Beispiel.
Der eigentliche Skandal ist doch nicht, dass man dort nicht mehr angeln darf & die Kutter pleite gehen.
Dass so eine Sch*** der Bevölkerung als Naturschutz verkauft wird und dies auch durchgeht, das ist der eigentliche Skandal.
Aber schau dir die 'Schützerszene' an, die jubeln heute noch.
Und peilen nicht mal ansatzweise, dass sie es sind, die am meisten vera***t wurden.

Umweltminister ist nach Außenminister der beste Job im Kabinett! Da reicht es völlig wenn du ein paar nette Schlagzeilen produzierst und etwas in Richtung der 'Feinde' (Landwirte, Angler, Jäger,...) trittst.
So sieht es nämlich aus. Wenig Fische = Angelverbot = medienwirksam => Wir Politiker haben etwas getan! Wenig Fische = Angelverbot ==> klingt doch logisch für den Bürger/ Wähler. Es geht nicht um Lösungen, es geht um medienwirksame Handlungen! Da kann man die paar Angler - die das verstehen und die direkt betrifft - mal opfern. Die deutsche Politik der Verbote.

Ich weiß ja, dass man mir jetzt wieder panikmache unterstellen wird und mich müde belächelt, aber das wurde ich bereits 2015 beim Baglimit und bin das also gewohnt ;).

Genauso wurde ich belächelt, als ich schrieb, dass auch Angelverbote in Natura2000 Gebieten an den Küsten drohen- jetzt gucken wir uns Großenbrode an...

Leider haben es viele immer noch nicht verstanden, dass wir ein leichtes Opfer sind und als erstes den Kopf hinhalten. Solange Präsidenten aus Angelverbänden von "Freunden aus Natur- und Umweltschutz" schreiben, werden wir Hand in Hand untergehen! Dann im Einvernehmen für den Naturschutz.

140 Km bis Dänemark lässt mich hoffen und auch in Zukunft noch angeln |rolleyes
 
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