"Fishing Piers" - Ein Konzept auch für Deutschland?

Fantastic Fishing

Well-Known Member
Sorry, bin vielleicht über das Ziel hinausgeprescht. Ich korrigiere mich und beschränke meine vorherigen Aussagen auf die genannten 4 Verbände.

Aber gibt es denn eine Klage eines Verbandes oder Vereins, die sich auf das AGG berufen hat und damit erfolgreich war?
Ist mir nicht bekannt, wie oft Klagen Verbände aber im Allgemeinen wegen ihrem Recht? Im Regelfall wird oft eher der Konsens gesucht, als der Weg durch die Wand, oder es werden halt die Kröten geschluckt. Die Widerstandskultur der Deutschen bezüglich Einschränkungen ist ja bekannt.

Vielleicht sind wir einfach kein Anglerland?
 

Minimax

Well-Known Member
Ich bin da halt zwiegespalten, mit der Forderung der totalen und absoluten Angelerlaubnis auf Seebrücken
Als Angler sag ich natürlich: je mehr Möglichkeiten fürs Hobby desto besser -ich persönlich angle zwar (noch) nicht am Meer, aber eben ganz viele Brüder in Petri, die das sehr geniessen. Und ist natürlich toll so mir nichts dir nichts trockenen Fusses schön weit ins Meer zu gelangen, denn nicht jeder Angler kann sich ein Boot leisten.
Aber ich stell mir auch vor, als Urlauber, wenn ich mit meiner Süßen piekfein herausgeputzt die Seebrücke antlangflaniere, und wir müßten dann einen Spiessrutenlauf durch 100 Angelkollegen absolvieren, oder ich will ihr vor romantischer Kulisse DIE FRAGE stellen, und dann klatscht ihr das Full House von Herings-Eddi gegen den Sonnenhut oder die Frisur.. Oder die erholsame Atmosphäre wird gestört weil ein Kind lautstark am Heulen ist, nur weils nen Pilker abgekriegt hat.. ich weiss ja nicht.

Will sagen ich kann schon verstehen da es da Konflikte gibt. Immerhin ist bei einer der geplanten verlinkten Brücken
Ja auch ausdrücklich von Angelmöglichkeiten sogar mit Verleih die Rede. Es geht halt immer um Kompromisse.
 

TeeHawk

Active Member
Eine Verletzung der Satzung erkenne ich nicht, da der Verband ja für die Mitglieder da ist und der Angeltourismus als gewerblich eingeordnet wird. Du kannst also Mitglied im Verband sein, aber wenn Du auf einen Kutter gehst, biste für die halt Tourist...

Warum? Da kann ich nur raten. Wenn das Angeln an der Ostsee ausreichend unatraktiv ist, angelt man halt im Binnenland. Wer verdient dann daran? Richtig, ein Verband!

Gerade auf den Kuttern wird in der Regel nicht einmal die Fischereiabgabe fällig und eine Angelschein ist auch nicht erforderlich. Also sind Kutterangler also quasi aus wirtschaftlicher SIcht für einen Verband völlig uninteressant. Würde man zudem das Meeresangeln stärken und würde es an Bedeutung gewinnen, würde doch das Angeln im Binnenland an Bedeutung verlieren. Ein Schelm wer böses denkt!
Das hatte ich auch schon gelesen, aber in MV ist es anders. Da bist Du auf dem Kutter genauso Angler wie in der Brandung. Also Schein und Karte sind Pflicht. Trotzdem interessiert den Verband das Kuttersterben nicht...

Vielleicht sollten die Kutterkapitäne einfach mal Mitglied im LSFV-SH werden. Damit würde die Satzung "erzwingen" etwas für den Angeltourismus zu machen. Und die Fischereiabgabe und der Angelschein sollte auch auf Angelkuttern aus SH Pflicht werden...
 

TeeHawk

Active Member
Aber ich stell mir auch vor, als Urlauber, wenn ich mit meiner Süßen piekfein herausgeputzt die Seebrücke antlangflaniere, und wir müßten dann einen Spiessrutenlauf durch 100 Angelkollegen absolvieren, oder ich will ihr vor romantischer Kulisse DIE FRAGE stellen, und dann klatscht ihr das Full House von Herings-Eddi gegen den Sonnenhut oder die Frisur.. Oder die erholsame Atmosphäre wird gestört weil ein Kind lautstark am Heulen ist, nur weils nen Heringsblei abgekriegt hat.. ich weiss ja nicht.
Ich glaub Du hast da eine etwas verklärte Vorstellung von zumindest den Seebrücken in meiner Region (Fischland-Darß). Das Kindergeschrei gibt's dort auch ohne Blei gratis (stört mich nicht, wen es stört kann ja gehen) und "piekfein" habe ich da noch nie jemand gesehen... Und ansonsten verweise ich da noch mal auf die Kinderstube...
 

hans albers

rollin rollin rollin
moin,

viele brücken in MV haben ja zur "saison" sept- april anglerfreundlichere
begehungszeiten als zur urlaubssaison.
dieses resultiert zum teil natürlich daraus ,den "touristenströmen " im sommer
da nicht in die quere zu kommen,
aber auch einigem befremdlichen verhalten mancher angler (sauberkeit,ausnehmen etc..)

dazu kann man geteilter meinung sein.
auf der einen seite empfinde ich diese beschränkung nur für angler (sept-april zb.)
als ungerecht, auf der anderen seite
stelle ich mich im sommer eh ungern auf eine brücke, wenn es dort von touris wimmelt.

zu ami land und kanada:
ich denke auch, das dort das angeln mehr in der gesellschaft verankert ist,
ähnlich wie z.teil in skandinavien, wo es grill-und saubere angelplätze gibt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Toni_1962

freidenkend
Diese Anglerbrücken in der USA sind meist Geschäftsmodelle, eben auch nicht öffentlich finanziert und unterhalten, sondern z.B. zu Pivatenanlagen (Resorts) gehörend. Zudem ist die Nutzung nicht kostenlos.
Das in Verbindungbringen zur öffentlichen Hand in Deutschland ist somit nicht so einfach, wie hier im Thread pauschalisert gemacht.
 

TeeHawk

Active Member
Ich kenne leider keine Statistik wieviel Prozent der Fishing Piers kommerziell und wieviele staatlich finanziert sind. Aber man stolpert des Öfteren über „free“ oder Beträge, die geringer sind als jede Slipgebühr, die ich so aus MV und Dänemark kenne... Deswegen denke ich schon das man das auch mit Deutschland in Verbindung bringen kann.
 

bastido

Well-Known Member
Immer diese pauschalen Vorurteile, wer wirklich glaubt dort leben die besseren Menschen, der war noch nie dort. Und um den Einwendungen gleich vorzubeugen, Florida ist nicht die USA.
Natürlich würde so etwas hier auch funktionieren, man muss es nur wollen und die regional- und privatwirtschaftlichen Chancen erkennne. Da sind uns die Amis einen ganzen Schritt voraus, mit all den verbundenen Nachteilen. Lösungen gibt es viele, man muss sie nur wollen und zulassen. Die Einnahmen durch Angeltouristen wird man in schlechten Zeiten noch sehr vermissen. Man nimmt sie auch jetzt gerne mit aber für nachhaltige Infrastruktur möchte man kein Geld in die Hand nehmen. Dazu gehören eben auch Ranger, die die Durchsetzung von Regeln gewährleisten. Hier kommt eben ein Verbotsschild hin und fertig. Angeltourismus als Wirtschaftsfaktor hat hier zulande einfach niemand auf dem Schirm. Wer hier eigentlich für Erkenntnis sorgen müsste ist wohl jedem klar. Wäre dies im politischen Handeln verankert, schlösse sich ein ganzer Kreis von Bestandsschutz über Infrastruktur und gesellschaftlicher Akzeptanz. Ohne ein Anhänger reiner Wirtschaftslehren zu sein, würde diese ganzheitliche Betrachtung viele Probleme lösen und Platz für neue Wege und Lösungen schaffen.
 

Dorschbremse

Urlaub ist grundsätzlich zu kurz
Teammitglied
Als Ergänzung....

Die Piers drüben sind entweder Privatwirtschaftlich erstellt und überwacht - oder, falls von öffentlicher Hand - durch Ranger oder sogenannte "Game Warden" kontrolliert...
Diese stehen voll ausgerüstet wie die sonstigen PD-Officer/Sheriffs vor dir und lassen keinerlei Zweifel ob ihrer Autorität aufkommen.
Da gibt es klare Ansagen, Strafzettel oder bei schwereren Verfehlungen gleich nen Termin beim Court (Gericht).
Nicht son Larifari- Verwaltungsdingsbums mit ehrenamtlicher Gewässeraufsicht, die selten für Voll genommen wird und im Nachgang noch im Internet lächerlich gemacht wird...

Wenn es hierzulande irgendwo nicht in normalen, geordneten Bahnen abläuft werden halt generelle Verbote erteilt und das angeln weiter eingeschränkt - war bisher immer so und wirds auch bleiben.... LEIDER!
 

exstralsunder

Active Member
Fishing Piers? In Deutschland?
Ich lach mich schlapp. Eher fallen Ostern und Weihnachten auf einen Tag.
Abgesehen davon , dass für "sowas" keine Kohle da ist, wird erst mal 10 Jahre geplant.
Hat man dann endlich alle Abwegigkeiten ausklabüsert, kommt ein Grüner um die Ecke und findet den Ockerfarbenen Gelbpunkt Wattwurm.
Nachdem der 3 Jahre lang nicht nachgewiesen wurde, ist jetzt klar das man das Laichgebiet des Wander Spierlings unwiederbringlich zerstören würde.
Außerdem liegt der Pier mitten im Einfluggebiet der Holsteinischen Kurzfuß Wanderente.
Hein Brösing hat wie durch ein Wunder 20 Jahre später nun doch endlich seinen Pier bekommen.
Dummerweise regen sich jetzt Petra Aktivisten darüber auf, dass der Fisch 5 Höhenmeter an der Lippe überwinden muss, um dann unter Schmerzen getötet zu werden.
Jeder Angler wird jetzt gnadenlos wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt.
Vordrucke dazu kann man sich im Briefkasten am Brückengeländer mitnehmen.
Da die Seebrücke 20 Jahre vorher nicht beangelt werden durfte, haben Touristen diese Brücke für sich entdeckt.
Diese fühlen sich jetzt durch die Angler in ihrer Freizeitgestaltung bedroht.
Also wird ein Schutzgitter auf der Brücke zwischen Angler und Touri gebaut, damit der Angler beim Auswerfen nicht mehr Oma Hildes Frisur durcheinander bringt.
Nun schlägt der DAFV vor, die Brücke für Angler freiwillig zu sperren. Schließlich möchte man ja das Ansehen der Anglerschaft in der Öffentlichkeit stärken.
 

Dorschbremse

Urlaub ist grundsätzlich zu kurz
Teammitglied
So in etwa könnte es geschehen, dafür braucht man keine Kristallkugel...

Ne nette Schreibe haste ,wirklich köstlich formuliert thumbsup
 

DUSpinner

Active Member
Und wie kann man sich das vorstellen. Ist dann dort eine Fishing Pier neben einer "Non-Fishing"-Pier oder ist die Fishing Pier jeweils die einzige vor Ort?

Glaub ich hab sie gefunden

https://www.google.de/maps/place/Discovery+Fishing+Pier+Lookout/@50.0217155,-125.235868,3a,75y,162.74h,84.65t/data=!3m8!1e1!3m6!1sAF1QipPcRKZHGsUyZxhzP__39HAZ8zlReTRj_smHyY8!2e10!3e11!6shttps://lh5.googleusercontent.com/p/AF1QipPcRKZHGsUyZxhzP__39HAZ8zlReTRj_smHyY8=w234-h106-k-no-pi-2.9338646-ya290.5-ro-0-fo100!7i8704!8i4352!4m8!1m2!2m1!1sFishing+Pier!3m4!1s0x0:0xcbfe76b3bbca4481!8m2!3d50.0223142!4d-125.2361986

ein Traum!

Der einzigste Pier dort ist wirklich ein Traum. Dieser kann von Allen (nicht nur von Anglern) kostenlos genutzt werden. Angelinteressierte Besucher können sich gegen ein kleines Entgelt Angelgerät ausleihen. Die meisten Besucher bringen allerdings ihr eigenes Angelgerät mit. Man hat auf dem Pier auch die Möglichkeit seinen Fisch auszunehmen. Im Kiosk kann man sich mit Getränken, Eis und Imbissgerichten stärken und im selben Gebäude gibt es auch ein sauberes WC. Jeden Tag wird der Angler mit dem schwersten Fisch dokumentiert und man kann die Fangergebnisse der letzten Wochen auf Tafeln nachlesen.

Für Deutschland ist ein solches Objekt aus meiner Sicht nicht realisierbar, da wir Angler keine Lobby haben und die Gesetzgebung nicht angelfreundlich ist sowie es Menschen mit dem Grünen Daumen gibt, die sicherlich etwas finden werden um so etwas zu verhindern... Schade!!
 

Grünknochen

Natur schützender Angler
Das hat weder etwas mit fehlender Lobby, noch mit nicht angelfreundlicher Angelpolitik, sondern schlicht und ergreifemd damit zu tun, dass die Sache mit der aus öffentlichen Mitteln finanzierten und über öffentliche Mittel unterhaltenen ''Anglerbrücke'' ne Schnapsidee ist.
 

Brandungsbrecher

Active Member
Aber wir haben ja trotzdem Seebrücken auf denen wir zumindest zeitweise angeln dürfen und können. Einen aktuellen Überblick für die Ostseeküste in SH findet Ihr übrigens hier https://erlebnis-meer.de/seebruecken

Da ist Tina vom Erlebnis-Meer durch SH gedüst und hat die Aktualität geprüft und schicke Fotos eingestellt.
Hab mir die Liste gerade angeschaut und festgestellt, dass die Seebrücke Süssau nicht dabei ist. Ok, ist auch nur 60m lang :XD
Aber die liegt bei "meinem" Campingplatz um die Ecke und zumindest in der Wintersaison scheint das Angeln erlaubt zu sein.

https://www.amt-oldenburg-land.de/media/custom/2097_132_1.PDF?1334234232
Zitat aus dem PDF:
§ 2
Einschränkung des Gemeingebrauchs
(1) Die Vorschriften dieser Satzung finden für die in § 1 festgelegten Strandabschnitte Anwen-
dung im Zeitraum vom 01.05. – 30.09. (Badesaison) eines jeden Jahres, soweit in dieser
Satzung nichts anderes bestimmt ist. Während dieser Zeit ist das Spielen und Sporttreiben
im Rahmen des Badebetriebes nur in einem Umfang zulässig, der andere Strandbesucher
nicht gefährdet oder in besonderem Maße belästigt.
(2) Insbesondere ist verboten,
a) das Reiten am Meeresstrand,
b) das Mitführen von Hunden außerhalb der dafür zugelassenen Strandabschnitte,
c) das ungenehmigte Aufstellen von Strandkörben,
d) das Zelten,
e) das Angeln von der Seebrücke aus,

Diese Verordnung stammt allerdings aus 2007. Leider ist zu der Süssauer Brücke nichts Aktuelles und Belastbares zu finden.
In einem inzwischen eingestellten Blog findet sich von 2008 ein Eintrag, dass das Angeln erlaubt sei, auf einer Touriinfoseite von 2017, dass es generell verboten sei.
Vom Amt Heringsdorf gibt es jedenfalls nix Neues.

Vielleicht kann Tina da ja nochmal recherchieren und die Seite aktualisieren ;)

LG,
Marc
 
G

Gelöschte Mitglieder 12701

Guest
Hab mir die Liste gerade angeschaut und festgestellt, dass die Seebrücke Süssau nicht dabei ist. Ok, ist auch nur 60m lang :XD
Aber die liegt bei "meinem" Campingplatz um die Ecke und zumindest in der Wintersaison scheint das Angeln erlaubt zu sein.
(...)

Vielleicht kann Tina da ja nochmal recherchieren und die Seite aktualisieren ;)

LG,
Marc
Hi Marc,

hat Tina heute gleich geklärt. Das Angeln ist dort leider ganzjährig verboten.

Viele Grüße

Lars
 
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