Posenangeln in Norwegen

Eine spannende Angelart bei Norwegentouren ist das Fischen mit der Pose. Wenn viel Wind eine Ausfahrt nicht zulässt oder man abends vor der Anlage sitzt, ist das Posenangeln ein netter Zeitvertreib. Vor mehr als 20 Jahren probierte ich es bei meinen ersten Urlauben im Norden aus und fing gleich eine bunte Palette an Meeresfischen. Hier möchte ich Euch zeigen, wie ich dabei im Detail vorgehe.

1_Hornhecht_Pose.PNG

Schon bei meinen ersten Norwegentouren probierte ich das Posenfischen aus. Dabei fing ich Hornhechte und viele weitere Fischarten

Angeln vom Pier
Die meisten Angelanlagen in Norwegen liegen direkt am Wasser. Warum also nicht einmal ganz nebenbei eine Montage auswerfen? Neben dem Grundangeln ist das Fischen mit Pose eine absolut spannende Geschichte, die sogar süchtig machen kann. Auch wenn es häufig verboten ist, seine Fischabfälle direkt vom Pier aus zu entsorgen, halten sich bei weitem nicht alle Angler daran. Für die Fjordfische gibt es deshalb immer etwas an Köstlichkeiten vor den Hütten zu holen. Beim Posenangeln erleben wir eine aufregende Zeit mit vielen verschiedenen Fischarten. Nach einem Tag auf dem Wasser sitze ich gerne vor der gemütlichen Hütte und schaue bei einem kühlen Bier zu, wie der Proppen auf der Wasseroberfläche tanzt. Ist das Wetter schön, wird der am Tag gefangene Fisch frisch zubereitet und auf der Terrasse lecker serviert ‒ dabei immer ein Blick auf die in den Wellen treibende Pose.

2_IMG_4850.JPG

Viele Angelanlagen liegen in Norwegen direkt am Wasser: perfekt zum Angeln mit der Pose

2a_IMG_4929.JPG

Während man es sich vor der Unterkunft gemütlich macht und Taschenkrebse knackt, wartet der Köder unter der Pose auf einen Abnehmer

Die Posenmontage
Meine Posenmontage ist sehr einfach aufgebaut. Normalerweise kommt eine schwere Laufpose auf die Hauptschnur. Mit einem Posenstopper bestimme ich die gewünschte Angeltiefe. Es ist nicht schlimm, wenn der Schwimmer sehr klobig ausfällt. Ganz im Gegenteil: Da häufig Wellen die Pose zum Tanzen bringen, sehen wir einen größeren Proppen viel besser. Mit Tragkräften von 10 bis 20 Gramm erreiche ich zudem spielerisch größere Wurfweiten. Da das Nachtangeln mit der Pose ebenfalls seinen Reiz ausübt, sollte eine Knicklichthalterung vorhanden sein. Mit einer schweren Bleiolive als Punktbebleiung bringe ich den Köder auf die gewünschte Tiefe. An einem stabilen Wirbel ist das Vorfach mit Haken angebracht. Je nach zu erwartender Fischgröße und Art wähle ich die Hakengröße. In der Regel einen stabilen Einzelhaken in Größe 2 oder 4. An diesen kommt mein Köder: ein Fischfetzen. Als Rute nehme ich eine leichte Spinnrute mit einem Wurfgewicht bis 30 Gramm. Dazu passt eine 4.000er Stationärrolle.

3_IMG_4135.JPG

Die Posenmontage ist recht einfach: Posenstopper, Laufpose mit Knicklichthalter, Bleiolive, Wirbel und Haken

3a_IMG_3889.JPG

Auch das Nachtangeln mit Knicklichtpose hat seinen Reiz. Hier biss ein Stöcker auf den angebotenen Fetzenköder

Köder zum Posenangeln
Kommen wir nun zu den Ködern fürs Angeln mit der Pose. Nichts geht über einen deftigen Fischfetzen. Am Anfang bediene ich mich bei den Fischabfällen und schneide mir einen schmalen Streifen aus den Bachlappen von Pollack, Köhler oder Leng. Beim Posenangeln beißen regelmäßig Makrelen, die mir dann später als weitere Köderlieferanten dienen. Die Makrelenfetzen verströmen unter Wasser ein unwiderstehliches Aroma und sind meine erste Wahl.

4_IMG_4791.JPG

Fetzen von Makrelen sind top Köder für alle, die mit der Pose vom Pier fischen möchten

Das beißt beim Angeln mit der Pose
Wer mit der Pose direkt vor seiner Unterkunft angelt, der kann sich nie sicher sein, was als nächstes an den Haken geht. Sehr häufig beißen Makrelen, farbenfrohe Lippfische und auch Hornhechte. Makrelen und Hornhechte nehmen den Köder dicht unter der Oberfläche und meistens etwas weiter draußen. Zwischen den Stegen und nah am Ufer ist immer mit Lippfischen zu rechnen. In der Nacht gingen mir schon Stöcker und auch Wittlinge ans Band. Ab und an erscheint ein Köhlerschwarm, der für eine muntere Abwechslung sorgt. Des Weiteren sind kampfstarke Pollacks gern gesehene Abnehmer unserer Fetzenköder. Eine Meerforelle oder sogar einen Lachs fing ich zwar noch nicht, aber warum sollten sie den Fischköder verschmähen? Alles ist möglich beim Angeln mit der Pose in Norwegen. Wenn Ihr die Angeltiefe eine Etage weiter unten wählt und der Köder am Grund liegt, dann beißen auch Plattfische wie Klieschen oder Rotzungen. Mit ein wenig Glück und im richtigen Revier sind sogar Heilbuttfänge nicht ausgeschlossen!

5_IMG_4323.JPG

Makrelen lassen sich nicht nur am Tag fangen. Nein, auch in der Nacht gehen sie an die Posenmontage

6_IMG_4865.JPG

Hübsche Lippfische treiben sich meist dicht am Ufer oder zwischen den Stegen herum

7_IMG_3935.JPG

Ein Stöcker kommt selten alleine. In dieser Nacht nahmen gleich mehrere Bastardmakrelen die deftigen Fetzenköder

8_IMG_4833.JPG

Auch zwischen den Booten lauern immer ein paar Überraschungen. Welcher Fisch lässt die Pose das nächste Mal abtauchen?

Euer
Jesco
 
Die Boote dort werden mit fixierten Tampen am Steg befestigt und rucken bei Starkwind /Welle stark vor und zurück;

Also befestigte ich eine Rute im Bug unseres Bootes und ließ eine improvisierte Dropshot-Montage hinab.... zwei Schellis in Küchengröße fielen darauf rein....

War DORT aber ne einmalige Sache - die Taucher der nebenan gelegenen Basis waren regelmäßig zu dumm ihre Bootstanks vernünftig zu füllen und plürrten den Diesel in den Pollen.... Meerwasser zum säubern des Filetierplatzes hab ich auch immer im Eimer von draußen mitgebracht ;)
 
Schöner Artikel. Uferangeln in Norwegen ist wahnsinnig aufregen. Und wenn man die passenden Stellen gefunden hat, ist alles möglich. Ein 70er Tangdorsch an einer 4 mtr Rute bei 50 Gramm Wurfgewichr in 3 mtr Tiefe schlägt jeden 10 kg Karpfen. Als Superköder hatte sich bei mir die Napfschnecke herausgestellt oder eine Tiefseegarnelle. Ein Stückchen Köhler am 2er Haken geht aber auch. Napfschnecken wachsen an der Wasserlinie und werden mit einem alten Messer vom Stein gelöst, ausgeschält und dann an den Haken gehangen.
Und vom Steg lohnt es sich allemal, selbst ein 30er Köhler oder Pollak an einer leichten Spinrute mit etwas Naturköder am Haken bringen echte Spannung.
 
Schöner Artikel. Als Superköder hatte sich bei mir die Napfschnecke herausgestellt.
Moin Hecht100+,

vielen Dank. Ja, das Uferangeln ist schon eine feine Sache. Komisch nur, dass viele es nicht praktizieren.
Napfschnecken habe ich noch nicht ausprobiert. Wäre aber auf jeden Fall mal einen Versuch wert smile01
In einer guten Woche bin ich oben im Norden. Werde mal schauen, ob ich ein paar Napfschnecken finde;)

Beste Grüße
Jesco
 
Guten Morgen,

Um mehr wurfweite zu erzielen, haben wir dieses Jahr mit sbirololino gefischt. Damit kommt man auch sehr gut an die weiter draußen raubenden Fische

Gruß
Bernd
 
Ganz tolle Sache,
ich habs abends immer mit der leichten Feederrute probiert.

Von Aal bis Rochen hab ich nahezu alles gefangen....so ein Rochen ist schon wirklich eine Herausforderung mit leichtem Gerät.
 
Moin Hecht100+,

vielen Dank. Ja, das Uferangeln ist schon eine feine Sache. Komisch nur, dass viele es nicht praktizieren.
Napfschnecken habe ich noch nicht ausprobiert. Wäre aber auf jeden Fall mal einen Versuch wert smile01
In einer guten Woche bin ich oben im Norden. Werde mal schauen, ob ich ein paar Napfschnecken finde;)
Weil einfach viele restlos dem Weitenwahn verfallen sind. Immer aufs Maximum, egal wie viele gute Fische überworfen, oder "überfahren" werden. ;)
 
Weil einfach viele restlos dem Weitenwahn verfallen sind. Immer aufs Maximum, egal wie viele gute Fische überworfen, oder "überfahren" werden. ;)
Hi Andal,

so sieht es aus. Viele fahren weit entfernte Plätze an, obwohl manchmal gute Ecken direkt neben der Anlage liegen. Man muss aber auch dazu sagen, dass es sich lohnen kann, weit mit dem Boot rauszufahren. Gerade die Schelfkante ist ein super Spot ;)

Beste Grüße
Jesco
 
Ganz tolle Sache,
ich habs abends immer mit der leichten Feederrute probiert.

Von Aal bis Rochen hab ich nahezu alles gefangen....so ein Rochen ist schon wirklich eine Herausforderung mit leichtem Gerät.
Hallo MikeHawk,

ja, so ein Rochen geht ganz schön ab an der leichten Rute. Dieser Bursche brachte mich ordentlich ins Schwitzen thumbsup Gebissen hat er auf eine Buttlöffelmontage mit Fischfetzen als Köder.

Beste Grüße
Jesco

3_IMG_1552.JPG
 
Oben