Zu Anglergesprächen bei den Freien Wählern in München

Thomas9904

Well-Known Member
Vorabveröffentlichung Magazin Juli


Zu Anglergesprächen bei den Freien Wählern in München
Vor einigen Wochen bekam ich eine Mail von der Landtagsfraktion der Freien Wähler in München mit einer Pressemeldung:
http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=263235

Wenn ich so etwas ohne vorherigen Kontakt bekomme, rufe ich natürlich erst mal an um zu erfahren, wie da das Anglerboard/Anglerpraxis auf die Adressatenliste kam.

Das war bei Herr Landes, dem Büroleiter von Herrn Aiwanger.

Hubert Aiwanger ist Vorsitzender der bayerischen Freien Wähler, der Freien Wähler im Bund und Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im bayerischen Landtag.

Herr Landes erklärte, bei seiner Recherche an welche Medien er die Pressemeldung schicken könnte, sei er auch auf das Anglerboard gestossen.

Aus diesem "Erstkontakt" ergaben sich dann verschiedene Telefonate zum Thema Angeln und der Situation der Angler, sowohl bundesweit wie auch in Bayern, zwischen unserer Redaktion und den Freien Wählern..

Wir wurden dann darum gebeten, dass wir auch den Freien Wählern unseren Wahlprüfstein zur Bundestagswahl 2013 zusenden mögen, da die Freien Wähler daran interessiert sind, ihre Positionen zu Angeln und Anglern auch öffentlich darzustellen.
Sie nehmen 2013 das erste Mal an einer Bundestagswahl teil.
http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=264814

Ebenfalls wurden wir am 04. 06. 2013 in den bayerischen Landtag in die Fraktionsräume der Freien Wähler eingeladen, zu einem Gedankenaustausch und Informationen rund um Angeln und Angler.

Wenn Politiker schon einmal über Angeln und Angler reden wollen, sind wir natürlich immer bereit dazu.


Als "eingeborene" Verstärkung zur Darstellung der Situation in Bayern nahm ich Franz Hollweck mit, der neben seiner Tätigkeit bei uns auch Vorstandsmitglied in einem bayerischen Fischereiverein sowie Ausbilder im Vorbereitungskurs zur Fischerprüfung ist.

Schon bei der Anfahrt sahen wir, dass jeder Bach, jeder Fluss entlang der Autobahn bis zum Überlaufen gefüllt war.
Aber auch die Isar vor dem Maximilianeum, Sitz des bayerischen Landtages, rauschte mit auf Bildern kaum wiedergebbarer Gewalt durch ihr Bett..

Also weg vom Hochwasser, hin zur Politik, wenn man schon mal Politiker findet, die über Angler und Angeln sprechen wollen.



Da Plenartag war mit Parlamentssitzung im Landtag, freuen wir uns umso mehr, dass sich die Politiker und Referenten Zeit genommen hatten, mit uns zu sprechen. Neben der Referentin für Landwirtschaft, Jagd und Forst und dem Referenten für Bildung, Jugend, Sport und Soziales erwartete uns auch Ulrike Müller, MdL und agrarpolitische Sprecherin der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion sowie Leopold Herz, MdL und forstpolitischer Fraktionssprecher.

Von links nach rechts: Finkbeiner (AB), Hollweck (AB) , Müller (FW), Herz (FW)

http://www.fw-landtag.de/fraktion/abgeordnete/

Unabhängig von allgemeinen politischen Ansichten und Positionen muss man den Freien Wählern nach unserem Gespräch zugestehen, dass sie bereit sind, sich ganz pragmatisch Gedanken um die Verbesserung der Situation der Angler und des Angelns sowohl im Bund wie auch in Bayern zu machen.

Und dass sie nach Lösungen und Ansätzen suchen wollen, am Menschen und seinen Bedürfnissen orientiert - hier also am Angler - Politik zu machen.

Dass Angler keine Gruppe mit einheitlichen Wünschen und Meinungen sind, sondern es viele unterschiedliche Richtungen gibt, war den Politikern schon klar.
Auch schon an Hand dessen, dass es in jedem Bundesland ein anderes Fischereigesetz gibt mit vollkommen unterschiedlichen Möglichkeiten beim Zugang zum Angeln und zu den Gewässern.

Dies zeigt, dass nicht Bundesgesetzgebung verantwortlich sein kann für viele sinnfreie Restriktionen und bürokratische Hemmnisse, welche Menschen vom Angeln abhalten, sondern dies in den einzelnen Ländern "produziert" wird.

Gerade die von uns aufgezeigten Möglichkeiten aus anderen Bundesländern mit Touristenscheinen, Vierteljahresscheinen oder dem prüfungsfreien Friedfischangeln stießen auf großes Interesse.

Die Freien Wähler teilten unsere Einschätzung, dass Angeln in der heutigen Zeit nicht mehr nur mit Ernährung zu tun hat, sondern dass Angeln eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung mit vielfältigen positiven und sinnvollen Aspekten ist.
Ökologisch, ökonomisch, sozial, kulturell...

Auch das vieldiskutierte sogenannte "Abknüppelgebot" ( §11 Afvig, wir berichteten: http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=211032 ), in dieser Ausprägung einmalig in ganz Deutschland, brachten wir auf den Tisch.

Da neuerdings im Bezirk Mittelfranken die Behörden praktisch keine Ausnahmen bezüglich Schonzeiten und Schonmaße mehr genehmigen, wird das „Mitbestimmungsrecht“ der Gewässerbewirtschafter ad absurdum geführt und zeigt den Irrsinn der aktuellen Regelungen und Praxis in Bayern.

Hier sollte die Verantwortung für die Bewirtschaftung weg vom Gesetzgeber und Behörden hin zu den Menschen und Bewirtschaftern vor Ort.

Es wird auch in Bayern kaum einen Angler geben, der nicht schon - landesgesetzwidrig - grundsätzlich mitnahmefähige Fische zurückgesetzt hat.

Gerade in Fließgewässern, die bezüglich Gewässerqualität und Laichsubstrat einem ständigen Wandlungsprozess unterliegen ist es auch dem aufmerksamsten Bewirtschafter nicht immer möglich lokal wiederaufkommene Bestände von einst verschwundenen Fischarten wie z.B. von Barben, Äschen, Frauennerflingen, Rapfen oder Nasen sofort zu erfassen und sofort gültige Schutzmaßnahmen einzuleiten.

Angler sind damit in bestimmten Situationen gezwungen, Fische die für einen lokalen Bestand essentiell wichtig wären und z.T. auf der roten Liste verzeichnet sind zu töten.

Ob die im bayerischen Fischereigesetz ins Zentrum gestellte Hege tatsächlich sichergestellt ist, wenn man einfach alle Fische die nicht besonders geschützt sind töten muss, darf doch arg bezweifelt werden.

Dazu wollen sie sich nun in der Fraktion beraten und entsprechende parlamentarische Schritte einleiten. Sie werden uns darüber informieren und auf dem Laufenden halten.

Grundsätzlich plädieren die Freien Wähler immer dafür, die Verantwortung an die möglichst unterste Ebene zu geben.

Und dabei alles so einfach wie möglich und für Menschen verstehbar zu halten.

Was also im Bund eindeutig geregelt ist, braucht man nicht in den Ländern mit Einzelregelungen verkomplizieren.

Und die Bewirtschaftung der Gewässer für die Angler können eben am besten die Bewirtschafter - ob Berufsfischer, Einzelpersonen, Firmen, Genossenschaften oder Vereine und Verbände - vor Ort organisieren und sicherstellen.


Wir werden beobachten und berichten, wie sich die Freien Wähler im Bund wie in Bayern weiter zu den Themen rund um Angler und Angeln verhalten und positionieren werden.

Die Kooperation der Freien Wähler durch "Versorgung" mit entsprechenden Informationen - auch über aktuelle Stände der parlamentarischen Arbeiten der Freien Wähler zum Thema - wurde uns zugesagt.

Ebenso die Beantwortung unseres Wahlprüfsteines zur Bundestagswahl.


Thomas Finkbeiner
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Zu Anglergesprächen bei den Freien Wählern in München

PS:
Die setzen sich jetzt schon konkret für Angler ein.

Herr Herz hielt am Abend noch eine Rede im Parlament zur Stärkung der Fischereirechte gegenüber Naturschutzorganisationen bei der Gewässerbewirtschaftung/nutzung.

Und dass bundesweit alle Fischereigesetze entrümpelt werden sollten von bürokratischem Ballast und unsinnigen Restriktionen und Zugangsbehinderungen, um die Chancen der Angler und des Angelns in Deutschland besser nutzen zu können, da nahm ich auch allgemeine Zustimmung wahr.
 
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