Zu blöd zum Knoten?

Wurmbaader

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Hallo Zusammen,
da Winter ist und mir eigentlich zu ungemütlich zum Angeln, habe ich angefangen mein Tackel zu optimieren und bin auf ein Problem gestoßen.
Ich komme nie auf eine vernünftige Knotenfestigkeit. Bin ich zu blöde oder erreicht ihr auch keine 80-90%.
Testanordnung:
Verschiedene Monofile umd Fluro werden beidseitig mit dem gleichen Knoten an Wirbel geknotet, aufgehängt und ein vorher gewogenen Eimer mit Wasser angehängt und langsam belastet.
Bei Berkley Fluo komme ich noch nicht mal auf 70%, bei Mono auf ca 75%.Der Aufbau reißt immer im Knoten.
Vorsichtig geknotet mit Trilene, Grinner oder Polamar auch in verbesserter Version, mit Spucke.
Mach ich was falsch, oder sind die bei den Knoten angegebenen 90% Knotenfestigkeit einfach aus der Luft gegriffen?

Grüße Ingo
 

Professor Tinca

Ükelchampion 2019
Trägt die Schnur denn überhaupt das was draufsteht?
Oder was nimmst du als Referenz?
Und wieviel % dann davon tragen die Knoten?
 
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magut

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mach mal einen Vergleich mit einem "no knot" Verbinder--der sollte annähernd auf die 100% Tragkrsft hinkommen. Dann hast einen Referenzwert
 

Wurmbaader

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Danke für die Antworten.
Ich bin davon ausgegangen, das die angegebenen Tragwerte annähernd stimmen, zumindest nicht bei allen 4 getesteten so daneben sind. Ich habe keinen No-Knot da, werde aber nach den Feiertagen die Tragwerte testen.
Grüße
 

Semmelmehl

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Ich hab das Problem bei Fluro ... nach dem knoten sieht die Schnur am Knoten schon Scheiße aus und hält nix mehr.

Selten auch bei Mono Vorfächern am Haken.

Ich komme noch dahinter ;-)
 

fishhawk

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Hallo,

wie meine Vorredner bereits angemerkt haben, bezieht sich die Knotenfestigkeit auf die reale Tragkraft der Angelschnur, nicht auf die Angaben auf der Packung.

Darauf ist wohl ebensoviel Verlass wie auf Herstellerangaben zum Schadstoffausstoß von KfZ.
 

PirschHirsch

Well-Known Member
@ Wurmbaader:

Um welche Schnüre (Marken, "Modelle") in welchen Durchmessern handelt es sich denn genau? Und mit wie viel Kg sind die jeweils angegeben?

Wie wurden die Schnüre bzw. Rollen gelagert? Wie alt sind die Schnüre? Wie wurden die Schnüre aufgespult (Stichwort Reibungshitze)?
 
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Wurmbaader

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@PirschHirsch.
Berkley Trilene FC in 0.2 mit 3,5kg
Balzer Platinum Royal 0.22 mit 4,6
Shimano Technium 0,305 mit 8,5kg

Soweit die Testkandidaten.
Schnüre sind von diesem Jahr ungebraucht von der Spule. Wie lange beim Händler kann ich nicht sagen. Ist da irgendwo ein Herstelldatum angegeben???
 
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PirschHirsch

Well-Known Member
Ich vermute mal, dass es nicht unbedingt an Deinen Knoten liegt, sondern an nicht ganz korrektem Line Rating und/oder einem evtl. Vorschaden.

Beim FC fällt ein eventueller UV-Schaden weg, der könnte materialbedingt nur bei den beiden Monos auftreten. Wobei Berkley generell nicht so für wahrheitsgemäße Angaben bekannt ist.

Die Balzer scheint noch halbwegs realistisch hinzukommen, während mir die Technium am stärksten overrated erscheint.

Sind die Schnüre denn EFFTA-zertifiziert? In diesem Fall wäre eine Durchmesser-Toleranz von o,o2 mm erlaubt, was einige Hersteller auch ausnutzen

--> in diesem Fall wäre dann beispielsweise eine 0,22er dann eine 0,24er.

Allgemein solltest auf Herstellerangaben zunächst nicht viel geben, da wird viel gemogelt (wie der Prof. auch schon angemerkt hat).

Bei Monos kann Lagerung unter UV-Licht-Einfluss die Tragkraft negativ beeinflussen (bei FC wie gesagt nicht)

--> wenn die Kaufspulen evtl. lange und/oder offen beim Händler rumgelegen sind, könnte das bei den Monos einen Einfluss haben.

Eine Angabe des Herstelldatums bei Schnüren ist mir persönlich nicht bekannt - man weiß da leider nie genau, wie alt die Schnüre schon sind.

Zudem kann auch die Art des Aufspulens einen Schaden verursachen: Reibungshitze ist da suboptimal. Solltest Du die Schnüre evtl. trocken durch ein schweres Buch aufgespult haben, könnte dies die Ursache sein

--> Monos am besten vor dem Aufspulen wässern und dann nass durch einen nassen Lappen aufkurbeln (wichtig: Schnur sollte dabei gegen den Uhrzeigersinn von der Kaufspule ablaufen, um Drall zu minimieren).

Bei trockener Leine sollten die Knoten vor dem Zuziehen immer befeuchtet werden. Das Zuziehen sollte langsam und kontrolliert erfolgen, damit da nix kringeln kann (auf sauber nebeneinander liegende Windungen achten, ggf. je nach Knotenart langsam mit den Fingern nachhelfen, nicht einfach mit [viel] Kraft an den Enden ziehen).

An den verwendeten Kleinteilen (Wirbel-Öhr) wird es wohl eher weniger liegen - ultra saumäßig scharfkantig etc. werden die wohl nicht unbedingt sein.
 
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alexpp

Well-Known Member
Wenn ich die Angaben der beiden Mono Schüre mit Stroft Schnüren vergleiche, sind sie durchaus realistisch. Wenn übertrieben, dann nur ein wenig.
Auf jeden Fall danke an den Threadstarter, ich mag solche Versuche und werde in den nächsten Tagen meine Schnüre mit und ohne Knoten testen.
 

thanatos

Well-Known Member
der Fehler liegt hier bei der Testmethode ,die tatsächliche Tragkraft kann nur im Labor auf einer speziellen
Maschine zur Ermittlung der Zugfestigkeit gemessen werden unter Ausschluß störender Faktoren
 

magut

Active Member
ich habe vor einigen Jahren genau so getestet. Hardono und FC Knoten gegen Quetschhülsen. Hat super funktioniert.
Mein Labor war die Waschküche, ein Eimer und ein "1Liter" Messbecher und ein Haken in der Decke.
Es geht da nicht um ein Gramm auf oder ab. War für mich damals eindeutig genug :) auch ohne Maschine und Laborklima
 

Wurmbaader

Active Member
Hallo Zusammen,
ersteinmal Danke für die vielen Antworten.
Ich habe jetzt mal die gleichen 3Schnüre mit No Knot getestet.
Zugkräfte jeweils zwischen 0.7 bis
1.5 kg weniger als Angegeben.
(in meinem Testaufbau)
Somit sehen meine Knoten mit 80-92% Festigkeit im Vergleich zum No Knot doch ganz in Ordnung aus.smile01
Allerdings finde ich die angegebene Zugkräfte
dann etwas Weltfremd. Immerhin fehlen im Schnitt 20% zu den Angaben. Auch wenn ich keine Laborbedingungen haben, empfinde ich das als etwas zuviel.

Grüße und allen ein frohes Fest.
Ingo
 

NomBre

Member
Ja so ist das wie beim auto... Ein 300 PS Auto schafft auf dem Papier 7 Liter aber niemals im realen betrieb.

Ich habe Mal in einer Angelzeitschrift etwas über Schnüre gelesen. Eine 0.18er Schnur entsprach z.b. in real 0,23 Durchmesser. Deshalb mehr Tragkraft.

Einzig stroft hatte reale Durchmesser und tragkraft Angaben gemacht
 

mikesch

Allrounder
Hi,
die Herstellerangaben sind der Tragkraft sind die linearen Tragkräfte bei Laborbedingungen, schätze mal 1m Länge, ohne Knoten, bei bestimmten Klimabedingungen und eine bestimmten Lagerung vor dem Test.
Wir als Angler benötigen aber die Knotenfestigkeit, die sicher ca. 20% unter der linearen Knotenfestigkeit liegt. Wobei hier es auch noch darauf ankommt, wie der Knoten gemacht wurde, da es hierbei zu Schädigungen der Schnur kommen kann -> z. B. anfeuchten verringert die Reibung und somit einen partiellen Temperaturanstieg im Bereich des Knotens.
 

esox02

Well-Known Member
mache seit 20 jahren ein und den selben knoten und habe keine Probleme.den kollegen den ich den knoten gezeigt habe haben auch keine mehr einer hat sogar ein Fischernetz mit einer 5 kg. tragender schnur vor kappeln aus der Ostsee hochgeholt und immer gedacht der knoten muss doch nachgeben.
 

Bilch

Well-Known Member
mache seit 20 jahren ein und den selben knoten und habe keine Probleme.den kollegen den ich den knoten gezeigt habe haben auch keine mehr einer hat sogar ein Fischernetz mit einer 5 kg. tragender schnur vor kappeln aus der Ostsee hochgeholt und immer gedacht der knoten muss doch nachgeben.
Und was für ein Knoten ist das?
 
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