Anglerdemo- Aktuelles

fishhawk

Well-Known Member
Hallo,

Das finde ich beides sehr gering und damit positiv.
2500 Kontrollen pro Jahr an der ganzen SH-Küste, trotz hauptamtlicher Aufseher und angekündigter Habeckscher Offensive mit ehrenamtlichen Aufsehern, finde ich auch eher gering, die Anzahl der festgestellten Verstöße ebenfalls.

Wobei da wahrscheinlich nur Baglimit Dorsch gemeint ist.

Für MVP habe ich zum Baglimit gelesen, dass die Verstoßquote da signifikant höher liegen soll. Allerdings finde ich 1,5 -2% auch nicht gerade dramatisch.

https://www.t-online.de/region/id_86624266/fischereiaufsicht-kontrolliert-tagesfangmengen.html

Aber schon ne sehr deutliche Diskrepanz zu SH.

Woran das nun liegen mag ist reine Spekulation.

Für PR-Zwecke sind die Werte aus SH natürlich erste Sahne. Wie genau die nun die Wirklichkeit abbilden, können eh nur die Insider beurteilen.
Und die scheinen sich ja nicht einig zu sein.
 

Anglerdemo

Well-Known Member
Am 29. August 2019 haben wir über die Sprengungen im Naturschutzgebiet Fehmarnbelt berichtet. Wir waren die ersten, die diese Sprengungen öffentlich gemacht haben.

Diverse Anfragen von Politikern aus Schleswig- Holstein und auch von verschiedenen Medien folgten.

Speziell der NABU und die Grünen haben sich intensiv für dieses Thema interessiert. Der NABU? Die Grünen?

Das sind diejenigen, die uns Angler aus der Natur aussperren wollen! Dabei sind wir die Nutzergruppe, die auch gerne als „Wächter der Natur“ bezeichnet werden. Wir sind diejenigen, die bei Wind und Wetter, Tag und Nacht und zu jeder Jahreszeit an und auf den Gewässern unterwegs sind. Wir sind diejenigen, die an Orten in der Natur die Augen aufhalten, wo ansonsten niemand Veränderungen oder Vergehen feststellt. Da ist doch die Frage erlaubt, warum man dann uns Angler aus der Natur aussperrt? Wer übernimmt dann an diesen Orten die Aufsicht über die Natur?

Selbst die Grünen- Bundestagsabgeordnete Lemke gibt es ja indirekt zu, dass (Zitat) „das die Anwesenheit des NATO-Verbandes benutzt wurde, um die Sprengung vorzunehmen und dabei darauf zu hoffen, "unter dem Radar durchzufliegen".“ Ja, ohne unsere Beobachtungen vor Ort und unsere Veröffentlichungen wäre es sicherlich auch niemals bemerkt worden.

Wer hätte ansonsten bemerkt, dass die Sprengungen in einem Naturschutzgebiet erfolgen und selbst wenn es jemand bemerkt hätte- wen hätte es interessiert oder wer hätte sich hier Gedanken zu gemacht?

Nachzulesen unter https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/marine-minensprengung-101.html

Schade ist natürlich, dass in keiner Veröffentlichung darauf hingewiesen wird, dass Angler die wahren Wächter der Natur sind und wir diejenigen waren, die dieses brisante Thema an die Öffentlichkeit gebracht haben. Auch in der „Kleinen Anfrage an die Bundesregierung“ (Drucksache 19/13878) wird dieses nicht erwähnt!

http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/138/1913878.pdf

Ja, wir können sogar mit den Koordinaten die genauen Orte der Sprengungen benennen und dort ist sicherlich mehr als nur „ein Krater“. Das Interesse an unseren Nachweisen ist groß- doch solange man uns Angler weiterhin aus der Natur aussperrt, werden wir die Koordinaten natürlich nicht veröffentlichen.

Übrigens wird aktuell wieder in der Ostsee gesprengt, dieses Mal südwestlich von Langeland. Stichworte sind Natura2000 und Vogelschutzgebiet…

Euch allen ein schönes Wochenende!

191123  Veroeffentlichung III Sprengungen Fehmarnbelt_Bild.jpg
 
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smithie

Well-Known Member
Wie genau die nun die Wirklichkeit abbilden, können eh nur die Insider beurteilen.
Und die scheinen sich ja nicht einig zu sein.
Den Satz kann man dann ja genauso auch anders herum, also auf die 1,5-2% beziehen. Vielleicht sind die viel zu hoch.

@allgemein: Ich finde es nur interessant, dass manche die Angler generell als potentielle Wildsäue sehen, vor denen man die Allgemeinheit eigentlich schützen müsste (natürlich nicht vor einem selbst)
 

Naturliebhaber

Well-Known Member
Das Thema Seeminen gewinnt auch im Zusammenhang mit der Energiewende und dem damit verbundenen Aufbau von Offshore-Windparks immer mehr an Bedeutung:
https://group.vattenfall.com/de/newsroom/blog-news-presse/news/2018/mai/unterwasserminen-gefahrden-windparks2

Details zu diesem Thema kann man z.B. hier nachlesen: https://www.meeresschutz.info/sonstige-berichte.html?file=files/meeresschutz/berichte/sonstige/munition/2014_Munitionsbelastung_DE_Meeresgewaesser_Fortschritt.pdf

Minen, Giftgas, Panzergranaten usw. Die zuständigen Institutionen können hier eigentlich nur verlieren. Bergen lassen sich insbesondere Minen nicht, also explodieren sie irgendwann aus Altersgründen oder werden von einem Schiff ausgelöst. Kommt jemand zu Schaden, gibt es großes Theater, warum sie nicht kontrolliert gesprengt wurden. Werden sie kontrolliert gesprengt, jammern die Naturschützer. Man brauch sich nur die Forumseinträge im Spiegel dazu durchlesen.
 

MarkusZ

Well-Known Member
Ich finde es nur interessant, dass manche die Angler generell als potentielle Wildsäue sehen,
Gibt halt unterschiedliche Wahrnehmungen, die sich je nach Region und Gewässer unterscheiden.

Der eine nimmt überhaupt keine Verstöße wahr, der anderere regelmäßig.

Dass die große Mehrheit der Angler sich ordentlich verhält, wird hier aber wohl kaum einer bestreiten.

Dass an allen Gewässern überall nur heile Welt herscht, vielleicht schon.

Kommt jemand zu Schaden, gibt es großes Theater, warum sie nicht kontrolliert gesprengt wurden. Werden sie kontrolliert gesprengt, jammern die Naturschützer.
Einfache Lösung: Komplette Zugangsverbote für alle Bereiche wo solche Altlasten vermutet werden. Mit solchen Forderungen würde man bei bestimmten Parteien wahrscheinlich offene Türen einrennen. :)
 

Naturliebhaber

Well-Known Member
Einfache Lösung: Komplette Zugangsverbote für alle Bereiche wo solche Altlasten vermutet werden. Mit solchen Forderungen würde man bei bestimmten Parteien wahrscheinlich offene Türen einrennen. :)
Der aktuelle Druck kommt aus der Ecke der kommerziellen Gewässernutzer, womit wir maßgeblich wieder beim Thema Windparks wären. Fischerei natürlich auch, aber ein Windpark liefert viel mehr "Kollisionspotential", wenn da hunderte Spargel im Wasser stehen und Wartungsschiffe kreuz und quer zwischen denen umherfahren.

Der Zusammenhang zwischen Minenbeseitigung und Energiewende ist halt nicht offensichtlich, aber wenn man sich etwas mit der Materie beschäftigt wird klar, warum in dieses Thema gerade jetzt Bewegung kommt. Es geht am Ende auch um Haftungsfragen.
 

Naturliebhaber

Well-Known Member
Wie kommst Du zu dieser Aussage?
Die Gefahr für Bergungspersonal ist bei derart alten Minen, unter den im Meer existierenden Umständen und wenn die Minen noch voll funktionsfähig sind, unvertretbar hoch. Deshalb liegt das Zeug ja noch rum und deshalb jetzt das Rumgeeiere um die Entwicklung von Robotern (Entwicklung, geben tut's da noch nicht viel). Ist ja auch hier entsprechend beschrieben: https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/kampfmittelraeumung-in-deutschland-zeitbombe-unter-wasser-a-1298027.html

Zitat: "Doch noch ist es nicht einsatzbereit. Dabei muss dringend etwas passieren. Denn was da am Meeresgrund liegt, stellt nicht nur ein Problem für die Umwelt dar. Die alte Munition aus zwei Weltkriegen behindert auch den Bau von Offshore-Windparks und die Schifffahrt."

Und der zweite Satz schildert die Realität, auch in der nahen Zukunft: "Bis es aber soweit ist, dass Roboter still und heimlich die explosiven und giftigen Abfälle des Menschen beseitigen, wird weiterhin nach der alten Methode gearbeitet: Sprengstoff gegen Sprengstoff. Mit Gefahr für Mensch und Umwelt."
 

hans albers

rollin rollin rollin
was mich wundert ist,
das dort anscheinend bei der sprengung
kein blasen ring gelegt wurde, wegen der meeresbewohner.

naja,
kompliziertes thema...


(interessant in dem spiegel artikel ist auch die tatsache,
wieviel von den munitionsresten die fische aufnehmen /bzw. deren
lebensform beeinträchtigen)
 
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Anglerdemo

Well-Known Member
Die Gefahr für Bergungspersonal ist bei derart alten Minen, unter den im Meer existierenden Umständen und wenn die Minen noch voll funktionsfähig sind, unvertretbar hoch.

Den Spiegel hierbei zu zitieren und das dann als fachlich korrekte Einschätzung darzustellen, hat schon etwas...

Ich würde mich dann lieber auf den Kampfmittelräumdienst verlassen. Demnach muss jede Mine im Einzelfall auf das Risisko eingeschätzt werden und kann in der Regel mit einer Schneidladung unschädlich gemacht werden. Dafür hat das Land SH 6 speziell ausgebildete Tauscher. Das ist natürlich teurer als die Sprengung im Rahmen eines Manövers...
 

Naturliebhaber

Well-Known Member
Ich würde mich dann lieber auf den Kampfmittelräumdienst verlassen. Demnach muss jede Mine im Einzelfall auf das Risisko eingeschätzt werden und kann in der Regel mit einer Schneidladung unschädlich gemacht werden. Dafür hat das Land SH 6 speziell ausgebildete Tauscher. Das ist natürlich teurer als die Sprengung im Rahmen eines Manövers...
Wenn das alles so einfach ist, frage ich mich, warum das Thema Minenbeseitigung als eines der Top-Risiken bei der aktuellen Planung neuer Windparks in Nord- und Ostsee gesehen wird, da die verantwortlichen Stellen wohl keine fundierten Aussagen zur Beseitigung machen können. Ich kenne ein paar Leute, die sich projektseitig mit solchen Dingen rumschlagen und mit heftigen zu erwartenden Verzögerungen kalkulieren, was wohl wiederum Regierungsstellen nervös macht (Stichwort Energiewende).
 

angler1996

34Z Löffelschnitzer
Wenn das alles so einfach ist, frage ich mich, warum das Thema Minenbeseitigung als eines der Top-Risiken bei der aktuellen Planung neuer Windparks in Nord- und Ostsee gesehen wird, da die verantwortlichen Stellen wohl keine fundierten Aussagen zur Beseitigung machen können. Ich kenne ein paar Leute, die sich projektseitig mit solchen Dingen rumschlagen und mit heftigen zu erwartenden Verzögerungen kalkulieren, was wohl wiederum Regierungsstellen nervös macht (Stichwort Energiewende).

das Zeug ist nun mal da; es gab mal einen Bericht , dass die Entsorgung mit den vorhandenen Kapazitäten des Kampfmittelräumungsdienstes mehrere hundert Jahre dauern würde. Für solche Mengen sind die überhaupt nicht ausgelegt. Und wenn man es hebt - ja wo kippt man es dann hin? etc. alles ungeklärt
 
Zuletzt bearbeitet:

Anglerdemo

Well-Known Member
Wenn das alles so einfach ist, frage ich mich, warum das Thema Minenbeseitigung als eines der Top-Risiken bei der aktuellen Planung neuer Windparks in Nord- und Ostsee gesehen wird, da die verantwortlichen Stellen wohl keine fundierten Aussagen zur Beseitigung machen können. Ich kenne ein paar Leute, die sich projektseitig mit solchen Dingen rumschlagen und mit heftigen zu erwartenden Verzögerungen kalkulieren, was wohl wiederum Regierungsstellen nervös macht (Stichwort Energiewende).
das Zeug ist nun mal da; es gab mal einen Bericht , dass die Entsorgung mit den vorhandenen Kapazitäten des Kampfmittelräumungsdienstes mehrere hundert Jahre dauern würde. Für solche Mengen sind die überhaupt nicht ausgelegt. Und wenn man es hebt - ja wo kippt man es dann hin? etc. alles ungeklärt
Es geht nicht um die Weltmeere, sondern um 39 in einem Naturschutzgebiet gesprengte Seeminen, in denen Angler mit Pilkern Riffe zerstören sollen und Schweinswale töten. Es gibt in diesem Vorgang einige Fragen aufzuarbeiten, u.a. warum die Minen nicht vor der Sprengung untersucht, sondern einfach im Rahmen eines Manövers gesprengt wurden. Ohne Angler wäre es nicht einmal jemanden aufgefallen...

Es wurde übrigens auch heute weiter gesprengt, die Veröffentlichungen und die "kleine Anfrage" scheinen die Marine nicht wirklich zu beeindrucken (wobei sich der Nato- Verband aktuell auflöst). Wenn man also jetzt die Minen der Ostsee komplett alle sprengt, brauchen wir uns um Schweinswale, Dorsche etc. keine Gedanken mehr zu machen.
 

Toni_1962

freidenkend
NABU spricht deswegen aktuell ja von Rechtsbruch der Bundeswehr im Fehmarnbelt und spricht auch vom "Totalversagen der Politik".

Die GRÜNEN haben dazu eine Kleine Anfrage vom 24. Sept. 2019 gestellt, die ganz aktuell von der Bundesregierung am 18.November 2019 beantwortet ist. Einfach die Antwort in Ruhe durchlesen: https://www.steffi-lemke.de/uploads/2019/11/KlAnfrage-BMVg-Drs.-19_13878.pdf

NABU und die GRÜNEN im Bundestag werden an der Sache dran bleiben.
 

Anglerdemo

Well-Known Member
hallo,



Das lässt die Angelverbote ja in einem ganz anderen Licht erscheinen.
Angler aussperren heißt ja auch Freiraum für solche Vergehen.Wir sind nun einmal diejenigen, die nahezu täglich an Orten unterwegs sind, wo andere nicht zu jeder Jahreszeit die Augen aufhalten.

Wie Toni schon schrieb- einfach mal die Antworten auf die "kleine Anfrage" durchlesen!

Wie sensibel das Thema ist, kann man sicherlich erahnen, wenn man die Zeitungsberichte vom August liest und heute die Onlineversion vergleicht. Die wurden nachträglich "angepasst" oder sind sogar ganz verschwunden.

Übrigens war im August von Seiten der BW nur von 12 Seeminen die Rede, jedoch konnten wir mehr Sprengungen nachweisen. Jetzt sind es zwar offiziell über 40, aber nach unseren Einschätzungen waren es noch deutlich mehr. 2016 gefunden, 2019 war es glücklich, dass der Nato Verband vor Ort war, um Gefahr für Leib und Leben zu verhindern. Da haben wir echt Glück gehabt, dass die so besonnen und zeitnah reagiert haben. Übrigens rollern das die Schleppnetzfischer regelmäßig in dem Gebiet, haben die Teile wohl sogar in ihren Netzen- und welch Wunder, noch keine Mine ist explodiert.

Ich saß ja einige Jahre im Nato- Headquarter und weiß, wie glücklich manche Befehlshaber waren, wenn es im Rahmen von Übungen/ Manövern stinkt, qualmt oder kawumm macht und realitätsnah geübt werden kann. Das spielt hier aber sicherlich keine Rolle...
 
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