Der Boilie, wirklich der beste Karpfenköder?

Allround-Angler

Active Member
Hallo zusammen,
wenn man so die Medien durchgeht, gibt es für Karpfen ja nur den einen wahren Köder, den Boilie, eine gekochte, getrocknete Teigkugel mit Ei.

Er soll weniger attraktiv sein, das heißt, man fängt weniger Karpfen als mit anderen Ködern.
Kann ich bestätigen.

Aber dafür soll er selektiv größere Karpfen fangen.
Kann ich nicht bestätigen, Pellets oder Getreide/ Hülsenfrüchte brachten mindestens genauso große Fische. Beifänge von Weißfischen (Döbel, Barbe) kamen genauso vor.

Meine Erfahrung im kleinen Fluß beruht dabei auch schon auf ein paar Jahren, selbstgedrehte waren etwas besser als gekaufte, aber es lief sehr zäh. Trotz 3-4-maligem Vorfüttern.

Es würde mich sehr interessieren, wie Eure Erfahrungen dazu sind,

Gruß und Petri,
Ingo
 

Hecht100+

Well-Known Member
Es würde mich sehr interessieren, wie Eure Erfahrungen dazu sind
Stimme dir eindeutig zu, Pellets haben bei mir mehr Fische gebracht als Boilies, Beifänge wie Schleien, Brassen oder große Weißfische gab es auch nur auf Pellets, der größte Karpfen war aber auf Boilie. Habe aber nur mit gekauften geangelt.

Der Platz fängt den Fisch, nicht der Köder. Man kann das nicht pauschalisieren
Kann ich so nicht sagen, da ich nicht vorfüttere oder einen Futterplatz anlege, höchstens noch 5 Pellets oder Boilies mit PVA an den Haken binde. Und die Ruten liegen nebeneinander. Und Pellets haben bei mir ca. 75 % der Fische gebracht, bei gleichzeitigen Ausbringen von Pellets- und Boilieruten.
 

fishhawk

Well-Known Member
Hallo,

der Köder ist nur einer von mehreren Faktoren, die den Erfolg ausmachen.

Und den Köder "Boilie" kann man auch nicht pauschalisieren. Da gibt es zu viele verschiedene Ausführungen.

Karpfen kann man zu unterschiedlichen Zeiten mit unterschiedlichen Ködern und Montagen fangen.

Kommt immer auf die jeweilige Situation am Gewässer an. Und selbst am gleichen Gewässer kann das über s Jahr immer mal wieder anders aussehen.

Wer sehr lange Distanzen fischt und tagelang am Wasser auf den entscheidenden Biss warten will, kommt um Boilies kaum herum.

Wer mehr auf Action steht, der wird wesentlich flexibler mit Köder und Anbietetechnik agieren.
 
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Dorschbremse

Urlaub ist grundsätzlich zu kurz
Teammitglied
Natürlich könnt man sich jetzt für Köder x oder y in die Brust werfen und sagen - DER ist ne absolute "Bank" für mich und garantiert den Fang....

Aber ich bin da bereits vor etlichen Jahren ruhiger oder auch demütiger geworden- da bin ich von einem Altsemester mit seinen in Rote Beete- Saft eingelegten Kartoffeln nach Strich und Faden vorgeführt worden...

In allen Lebensbereichen gibt es nicht nur die eine Wahrheit - warum dann ausgerechnet beim Angeln?
 

feederbrassen

immer wieder neu
Würde jetzt auch nicht sagen das Boilies der Köder ist.
Ich richte mich da nach Gewässer, Bestand, Angeldruck und Jahreszeit
Vorfüttern tu ich überhaupt nicht.
Dennoch fange ich in einer Session besser als die Daueransitzer die immer alles gleich handhaben. ;)
 

daci7

Grobrhetoriker
Der Boilie ist eben DER Köder für sie moderne Karpfenangelei. Weniger Beifang als mit Partikeln und haltbarer als Pellets. Das Boilies nicht in jeder Situation die überlegene Universalwaffe sind ist klar.
 

Andal

Teilzeitketzer
Der Boilie ist mit Sicherheit der Karpfenköder schlechthin, weil er eben von den Anglern als solches angenommen wurde. Für ihn spricht auch einiges. Er ist dauerhaft, lagerfähig, teilweise selektiv, einfach vorzuhalten, unglaublich vielfältig erhältlich, sauber, praktisch... da kommt sehr viel am positiven Merkmalen zusammen. Boilies und artverwandte sind Köder, die auch ich sehr gerne einsetze. Aber er ist auch bei Weitem nicht der einzig fischbare Köder.

Vor allem dann nicht, wenn man sich ansieht, womit vorzugsweise angefüttert wird. Hier sei nur mal der Mais genannt. Hier bringt auch eine Maiskette, oder ein Bündel daraus ihre regelmäßigen Fische. Genau so Pellets. Sowohl kleine im PVA und ordentliche Hooker, gerne auch mit Pop Ups als Sichtmarke, fangen mit schönster Regelmäßigkeit. Oder Kartoffeln, Würmer, Brot, Brotteig... aber eben alles zu seiner Zeit, an seinem Platz und wenn es gerade gut passt.

Ich kann diese Frage auch nicht abschließend beantworten, weil eben die Gegebenheiten so unterschiedlich sind. Darum ist der beste Köder immer der, der auf den Eimer passt, wie der Arsch des betreffenden Anglers am speziellen Spot.
 

Michael.S

”Und eines Tages kommt hoffent
Bei mir war der beste Karpfenköder Frolic , ich hatte stets eine Rute mit Frolic bestückt und eine mit Boilies , 90% gingen auf Frolic
 

punkarpfen

Well-Known Member
Hi, Boilies sind ideale Köder zum Karpfen ercampen. ;-)
Andal hat die Vorteile schon treffend beschrieben. Es gibt definitiv atraktivere Köder. Die sind aber weniger haltbar.
 

Trollwut

Angeln-mit-Stil
Mal so, mal so.
Wir hatten dieses Jahr teilwiese auf zwei 20er Boilies noch Rotaugen als Beifänge. (Waren dann auch dementsprechende Klopper). Dafür keinen Karpfen, die dafür aber auf andere Köder. Dann wieder umgedreht und keine Beifänge auf Boilies, dafür aber Karpfen.
Bin da bei Seele:
Wer am richtigen Platz sitzt kann eigentlich mit allem fangen.
Richtig ist aber: Wer 30er Boilies fischt wird kaum was anderes als Karpfen bekommen.
 

Andal

Teilzeitketzer
Das mit der Selektivität ist eh so eine Sache. So lange Fische vorhanden sind, die große Köder auch packen, wird man sie mit (großen) Boilies fangen. Ein Waller, ein Stör, oder die Mutter aller Brassen wird nicht danach fragen, ob die Murmel für ihn, oder sie gedacht war. Das Trumm wird genommen. Vor zwei Jahren erst gabs wieder mal einen stattlichen Hecht. Nicht beim Einholen, sondern den Schneemann sauber vom Boden geklaubt - ohne Bewegung. Fisch ist da nicht zimperlich, kann es sich auch nicht wirklich leisten.
 

oberfranke

Active Member
Wir haben im Verein nen alten Angler der anders fischt wie alle anderen.
d.h. "alle" angeln und füttern in der Mitte vom See, meist mit Boilies oder Pellets. Der "alte Mann" kommt Sonntag nach dem Essen und füttert was es bei ihm zu essen gab. Also Kartoffeln oder Klöße und ein bißerl Mais, nur so 5 bis 10 Meter vom Ufer entfernt und immer die gleiche Stelle. Ja, und er fängt fast immer und zwar in allen Größen.
Als Köder nimmt er auch Kartoffeln, Klöße und Mais. "Alle" fangen meist nachts er fängt tagsüber.
Fazit: Nicht immer das gleiche tun wie alle anderen.

Klar sind Boilies ein bequemer und guter Köder. Gezieltes konsequentes Vorgehen und Vertrauen sind aber mindestens genauso wichtig und richtig.
 

Andal

Teilzeitketzer
Wir haben im Verein nen alten Angler der anders fischt wie alle anderen.
d.h. "alle" angeln und füttern in der Mitte vom See, meist mit Boilies oder Pellets. Der "alte Mann" kommt Sonntag nach dem Essen und füttert was es bei ihm zu essen gab. Also Kartoffeln oder Klöße und ein bißerl Mais, nur so 5 bis 10 Meter vom Ufer entfernt und immer die gleiche Stelle. Ja, und er fängt fast immer und zwar in allen Größen.
Als Köder nimmt er auch Kartoffeln, Klöße und Mais. "Alle" fangen meist nachts er fängt tagsüber.
Fazit: Nicht immer das gleiche tun wie alle anderen.

Klar sind Boilies ein bequemer und guter Köder. Gezieltes konsequentes Vorgehen und Vertrauen sind aber mindestens genauso wichtig und richtig.
Wenn man an einem fränggischn Vereinswasser auf Karpfen Schneider bleiben möchte, muss man vermutlich aber auch alles falsch machen. ;)

Was da die industriellen Köder u.s.w. angeht, sind halt auch sehr viele Angler von den Katalogen auf Linie gebracht. Die Murmel XY und nur die ist die beste. Ruten und Rollen sind eh alle für maximale Weiten gedacht und gebaut... und genau da kommt es dann, wie es kommen muss. Da kommt dann der alte Mann, der immer kommt, haut seinen Knödelteig raus, nur ein paar Meter und lässt die Jungen älter aussehen, als je einer werden wird. ;)

Aber genau da liegen doch auch die Wahrheiten verborgen, die das Kraut fett machen!

Der Alte hat die selbstgemachte Erfahrung.
Er angelt dort, wo die Karpfen sind und nicht da, wo die Kataloge vorgeben, das sie sein sollten.
Er angelt mit irgendwas. Ködern die den Karpfen "vertraut" sind und die sie ohne Argwohn nehmen. Hier sind allerdings die Boilies schon fast gleich auf.
Vor allem zieht er sein Ding durch, wird nicht "kopfdamisch" - weil er sich sicher ist, dass die Fische auch fressen, wie sie immer schon gefressen haben und dass sie nicht die Magazine mitlesen und im Geheimen Gegenstartegien entwickeln. ;)
 

Andal

Teilzeitketzer
...und das ich mit meiner doch etwas "bösen" These nicht so ganz falsch liege, kann man doch schon daran erkennen, dass das Thema Stalking bei jedem Hersteller erfasst und ausgebaut wurde.
 

Naturliebhaber

Well-Known Member
Wenn man an einem fränggischn Vereinswasser auf Karpfen Schneider bleiben möchte, muss man vermutlich aber auch alles falsch machen. ;)
Das kannst du aber vergessen. Die Weiher meines Vereins (von 1 über 6 bis 10ha) sind hervorragend besetzt (um nicht zu sagen überbesetzt) und trotzdem dauert es teils Stunden, bis man einen Karpfen am Band hat. Die Viecher sind in Abhängigkeit von Wind, Außentemperatur und Wassertemperatur richtige Zicken.

Diesjähriges Pokalfischen am 10ha-Weiher: Von 27 Leuten haben 8 was gefangen (6 Stunden Angelzeit).
Firmen-Angeln eines lokalen Unternehmens am 6ha-Weiher: 15 Leute, 10 Stunden, 4 Karpfen

Ich hab vorige Woche 5 Stunden am Weiher gesessen, um den letzten Karpfen der Saison für den Räucherofen an den Haken zu bekommen. Köder war übrigens Dosenmais, angefüttert mit ca. 5kg vergorenem Mais.
 

Allround-Angler

Active Member
Barben werden auch mit größeren Murmeln fertig und ein Gerätehändler hat sogar schon Döbel auf 30er gefangen.
Brachsen lassen sich über die Größe noch eher selektieren, sie haben kleinere Mäuler bzw. Schlundzähne.
So zumindest meine Erfahrung im kleinen Fluss.
 

fishhawk

Well-Known Member
Hallo,

Köder war übrigens Dosenmais
Wie es auf Boilie gelaufen wäre, werden wir also nie erfahren. :)

Brachsen lassen sich über die Größe noch eher selektieren, sie haben kleinere Mäuler bzw. Schlundzähne.
Die schnullen dann solange dran rum, bis sie den Haken eingesaugt haben oder sich an Flossen etc. haken.
Mindert aber trotzdem die Beifänge etwas besser als manch anderer Köder.

Boilie ist der Köder, der sich am flexibelsten verändern lässt. Rezeptur, Geschmack, Geruch, Größe, Form, Farbe, Härtegrad, Auflösezeit etc.lässt sich alles verändern.

Trotzdem würde ich lieber mit nem Durchschnittsköder an einem Spitzenplatz angeln, als mit nem Spitzenköder an einem schlechten Platz.

Ich kenne aber auch Gewässer, da würde ich Sommer nie mit Boilie angeln, nur um den Wallern aus dem Weg zu gehen.
Die räumen da alles ab, egal welche Größe oder Geschmacksrichtung.
 

Naturliebhaber

Well-Known Member
Wie es auf Boilie gelaufen wäre, werden wir also nie erfahren. :)
Doch, denn die zweite Angel lag (wie fast immer bei meinen Angelausflügen) mit Boilie bestückt (ganz konkret der hier: https://shop.successful-baits.de/Fertigboilie-VNX-) daneben. Generell ist meine Erfahrung an fränkischen Weihern die, dass Boilies im Frühjahr/zeitigen Sommer gut laufen, man im Herbst aber erheblich besser auf Mais fängt.
 
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