Fünf-Punkte-Plan zur Integration der Hobbyangler

Folgende Pressemitteilung des IGB (Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei) erhielt die Anglerboard-Redaktion:

Fünf-Punkte-Plan zur Integration der Hobbyangler in eine nachhaltige Fischerei- und Gewässerschutzpolitik


Weltweit gibt es etwa fünf Mal mehr Hobbyangler als Berufsfischer. Bisher berücksichtigt die internationale Fischerei- und Gewässerschutzpolitik die Bedürfnisse und Eigenheiten dieser 220 Millionen Angler kaum. Das führt zu Nutzungskonflikten und Einbußen der gesellschaftlichen Wohlfahrt und wird dem Management von Fischbeständen nicht gerecht. Ein internationales Team aus Fischereiwissenschaftlern, Ökonomen, Soziologen und Ökologen um Robert Arlinghaus vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) hat nun einen Fünf-Punkte-Plan für eine Reform vorgelegt.
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Eine verbesserte Fischerei- und Naturschutzpolitik spiegelt die Bedürfnisse der Angelfischerei stärker wieder als bisher der Fall. Foto: Florian Möllers

In der öffentlichen und politischen Wahrnehmung wird die soziale, wirtschaftliche und ökologische Bedeutung der hobbymäßig ausgeübten Angelfischerei im Vergleich zur kommerziellen Fangfischerei stark unterschätzt. Dabei übersteigen die von der Freizeitfischerei abhängigen Arbeitsplätze in vielen Regionen die volkswirtschaftliche Bedeutung der Erwerbsfischerei. Jede zehnte Person in Industrienationen angelt während der Freizeit. Das sind rund 220 Millionen Menschen weltweit – in Deutschland rund vier Millionen Angler, deren Ausgaben etwa 52.000 Arbeitsplätze stützen. Zwar entnimmt die kommerzielle Fischerei den Gewässern etwa acht Mal mehr Fisch als die Hobbyfischerei. In den Binnengewässern der gemäßigten Breiten sind Freizeitangler jedoch mittlerweile die Hauptnutzer von Wildfischbeständen. Auch in der Küsten- und Meeresfischerei steigt die Bedeutung der Angelfischerei kontinuierlich. Trotz alledem orientiert sich die Bewirtschaftung der Gewässer und ihrer Fischbestände überwiegend an den Bedürfnissen von Berufsfischern oder vom Naturschutz. Dies kann zu Konflikten führen, wie aktuelle Beispiele beim Ostseedorsch oder dem Red Snapper im Golf von Mexico zeigen.

Unter Federführung von Prof. Dr. Robert Arlinghaus vom IGB und der Humboldt-Universität zu Berlin hat ein internationales Team aus Fischereiforschern, Soziologen, Ökonomen und Ökologen aus Deutschland, Spanien, Kanada und den USA in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America nun einen Fünf-Punkte-Plan für die Reform der globalen Fischerei- und Gewässerschutzpolitik vorgelegt. Die Vorschläge berücksichtigen die spezifischen Eigenheiten und Charakteristika der Angelfischerei und richten sich vor allem an nationale und internationale politische Entscheidungsträger. „Selbst Länder mit einer starken Fischereipolitik scheitern daran, die Angelfischerei effektiv in das Fischerei- und Naturschutzmanagement zu integrieren. Wir sind überzeugt, dass Gewässerbewirtschaftungs- und Schutzmaßnahmen effektiver wären, wenn die Interessen der Angler gleichrangig zu denen der Berufsfischer und des Naturschutzes berücksichtigt würden“, erläutert Robert Arlinghaus, Hauptautor der Studie, seine Erwartungen an einen Reformprozess.

Fünf-Punkte-Plan zur Reform der Fischerei- und Gewässerschutzpolitik:

1. Angelfischereiliche Ziele explizit in die Gewässerbewirtschaftung integrieren:
Eine nachhaltige fischereiliche Bewirtschaftung verlangt die Berücksichtigung angelfischereilicher Bewirtschaftungsziele, die sich maßgeblich von denen der Erwerbsfischerei unterscheiden.

„Die Managementwerkzeuge der Erwerbsfischerei, wie die Orientierung am maximalen nachhaltigen Dauerertrag, sind für die Freizeitfischerei ungeeignet. Nichtsdestotrotz halten viele Länder an der traditionellen Bewirtschaftung fest, gerade in der Meeresfischerei, und erkennen dadurch den hohen sozio-ökonomischen Wert der Angelfischerei nicht an. Und auch die hiesige Gewässer- und Naturschutzpolitik ist zu häufig darauf ausgerichtet, Angler von den Gewässern zu verdrängen statt integrativ zu agieren. Dabei haben Angler ein hohes Interesse am Arten- und Naturschutz“, bemerkt Dr. Thomas Klefoth, Fischereibiologe beim Anglerverband Niedersachsen und Mitautor des Fachartikels.

2. Anglerorganisationen bilden und in die Bewirtschaftung einbinden:
Hierzulande sind die meisten Angler in Vereinen oder Verbänden organisiert. Doch das ist international nur selten der Fall. Die Weiterbildung und Einbeziehung von Anglerorganisationen in das praktische Fischereimanagement sind zentrale Komponenten einer zukunftsfähigen Gewässerbewirtschaftung.

3. Variable Bewirtschaftungsansätze zulassen und lokal umsetzen:
Es ist nicht möglich, mit einer einzigen Bewirtschaftungsweise die oft konkurrierenden Ziele einer heterogenen Gruppe von Hobbyanglern zu erfüllen. Daher sind einheitliche Mindestmaße und andere Schonmaßnahmen, die für alle Gewässer in einer Region gelten, problematisch. Auf lokale Bedürfnisse zugeschnittene Vorschriften und Regeln erfordern ein gewisses Maß an Entscheidungssouveränität für Angler und andere Bewirtschafter. Wie die Beispiele der hiesigen privatrechtlich organisierten Binnenfischerei zeigen, zahlt es sich aus, die Angler in lokale Managementmaßnahmen einzubeziehen und sie über Vereine und Verbände mit Bewirtschaftungskompetenzen für die lokalen Gewässer auszustatten.

4. Die richtigen Instrumente einsetzen:
Alle Angler nutzen einen gemeinsamen Ressourcenbestand, der auch durch deren Handeln erschöpft werden kann. Viele Fischbestände sind sowohl durch Berufsfischer als auch durch Angler unter starkem Entnahmedruck. Zusätzlich wirken nichtfischereiliche Faktoren wie Gewässerverbau und Klimawandel negativ auf die Fischproduktivität ein, was die Widerstandsfähigkeit einiger Bestände gegenüber Fischerei zusätzlich reduziert. Unter diesen Bedingungen sind auch unpopuläre Bewirtschaftungsstrategien, wie Zugangsbeschränkungen oder käuflich erwerbbare Erntemarken, geeigneter als das Festhalten an der Ausgabe von Jahreslizenzen für theoretisch unbegrenzte Anglerzahlen und -entnahmemengen.

5. Das Monitoring verbessern:
All diese Maßnahmen nutzen jedoch nur etwas, wenn die wichtigsten Bestände und Gewässer regelmäßig bewertet werden. Die Bereitstellung aussagekräftiger Daten von guter Qualität ist nicht zuletzt auch die Verantwortung der Angler selbst. Nur so können sich schleichend entwickelnde Überfischungen verhindert, und Bewirtschaftungsziele und -strategien bei Bedarf angepasst werden. Neue Technologien wie etwa Smartphone-Apps erlauben das Monitoring von Fängen und anderen Daten von Anglern und über Angler fast in Echtzeit. Manche Angler und Verbände empfinden diese Technologien als Überwachung und wehren sich dagegen, aber ohne ein modernes Monitoring, das kosteneffizient Daten von hundertausenden Personen organisiert, können weder Konflikte gelöst noch eine zielorientierte Bewirtschaftung aufgebaut werden. Das Vertrauen der Angler in eine transparente und zielorientierte Nutzung und Analyse der Daten muss aber erst noch aufgebaut und langfristig sichergestellt werden.

„Die fünf Schritte zur Politikreform fordern Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Interessensvertretungen zu einem proaktiven Umgang mit der Angelfischerei auf. Angler sollten gleichberechtigt zu anderen Naturnutzungen und -ansprüchen behandelt werden. Nur so lassen sich die ständig steigenden Konflikte mit anderen Ansprüchen an die Gewässer und Fischbestände adressieren. Es gilt die Fischerei und die Natur als Ganzes in guter Qualität zu bewahren, das geht nur durch Mit- statt Gegeneinander“, resümiert Arlinghaus.

Weitere Autoren der Pressemitteilung: Dominique Niessner und Robert Arlinghaus



Publikation:

Arlinghaus, R., Abbott, J.K., Fenichel, E.P., Carpenter, S.R., Hunt, L.M., Alós, J., Klefoth, T., Cooke, S.J., Hilborn, R., Jensen, O.P., Wilberg, M.J., Post, J.R., Manfredo, M.J. (2019). Governing the recreational dimension of global fisheries. Proceedings of the National Academy of Sciences; 116 (12) 5209-5213; Doi: www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1902796116

 
Auf Facebook gehen solche Diskussionen unter - das ist meiner Meinung nach dafür ein ungeeignetes Medium.

Sehr gut wäre, wenn die AB-Redaktion Arlinghaus mit der Argumentation der Initiative Anglerdemo konfrontiert und eine offizielle Stellungnahme erbittet.

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Ich persönlich finde das sich die Forschung da z.T. weit aus dem Fenster lehnt insb. im Rahmen der Diskussionen um die DSGVO - trotzdem nun Arlinghaus als Anti-Angler zu bezeichnen und die Forschung sei nur auf Abgreifen von Mitteln aus - finde ich jetzt ganz schön herbe.
 
G
die Forschung sei nur auf Abgreifen von Mitteln aus - finde ich jetzt ganz schön herbe.
Alleine das IGB Potsdam verfügt 2017 alleine über gut 4 Millionen Euro an Drittmitteln aus EU, BUND und Länder. Es ist ein Millionengeschäft. Wes Brot ich ess, dessen Lied ich singe. Gerade bei der Förderung von wissenschaftlichen Projekten ist die fehlende Transparenz ein Problem und wird seit langer Zeit von vielen Seiten kritisiert, nicht erst seit dem Dieselskandal.

Ein Auftraggeber gibt die Fragestellung / Ziele vor. Ist also das BMEL zum Beispiel der Auftraggeber, fällt die jahrelange Überfischung zum Beispiel (zufällig) in einem Bericht über Bord und die Angler sind die bösen. Kann man das noch als neutral bezeichnen?
 
Eigentlich wurde ich mit meiner Einschätzung dann bestätigt, als ich am Ende gelesen habe, wer die Auftraggeber und Geldgeber dieser Studie waren. Es ist doch schon immer so gewesen, dass die Ziele einer Studie in der Regel den Auftraggebern folgen. In Deutschland zeigt die Politik immer häufiger, dass sie Interessengruppen, die uns Angler beschränken möchte möchte, gewähren lässt.
Das war meine Interpretation dieser Aussage! Ich finde es harten Tobak wenn du gestandenen Wissenschaftlern unterstellst, sie würden ihre Studien so auslegen, wie der Auftraggeber es möchte. Sowas findet vielleicht in privatwirtschaftlichen Gutachterbüros statt, aber nicht in der öffentlichen Forschung (s. Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis: https://www.igb-berlin.de/sites/default/files/media-files/download-files/IGB Regeln guter wissenschaftlicher Praxis 2015.pdf). Gerade Robert Arlinghaus ist auch schon aus genau der anderen Richtung angegriffen worden (zu Anglernahe), was für mich dann unlogisch erscheint. Außerdem sehe ich in den genannten Mittelgebern keine kritischen hinsichtlich Neutralität. Am ehesten noch die BC Freshwater Fisheries Society (ein Anglerverband), oder wie glaubwürdig würde eine Studie zum Kormoran erscheinen, die vom NABU mit finanziert wurde...
Das von Dir genannte BMEL war doch garkein Mittelgeber?!

Leider bläst du damit in ein Horn (Stichwort Science Bashing), in das in Deutschland eh seit einiger Zeit verstärkt geblasen wird. Das finde ich außerordentlich schade! Ich bin gespannt, ob Herr Arlinghaus sich dazu äußert...
 
Vielleicht möchten sich die Herren vom IGB noch ein Mal anschauen, wie der vollständige Titel ihrer Publikation zu zitieren ist und welches nicht gerade unwichtige Wörtchen es dabei nicht in die deutsche Presseveröffentlichung geschafft hat.
 
Alleine das IGB Potsdam verfügt 2017 alleine über gut 4 Millionen Euro an Drittmitteln aus EU, BUND und Länder. Es ist ein Millionengeschäft. Wes Brot ich ess, dessen Lied ich singe. Gerade bei der Förderung von wissenschaftlichen Projekten ist die fehlende Transparenz ein Problem und wird seit langer Zeit von vielen Seiten kritisiert, nicht erst seit dem Dieselskandal.

Ein Auftraggeber gibt die Fragestellung / Ziele vor. Ist also das BMEL zum Beispiel der Auftraggeber, fällt die jahrelange Überfischung zum Beispiel (zufällig) in einem Bericht über Bord und die Angler sind die bösen. Kann man das noch als neutral bezeichnen?
Mit solchen Pyseudoargumenten zu arbeiten, ist - um es vorsichtig auszudrücken - wenig hilfreich.
 
G
Leider bläst du damit in ein Horn (Stichwort Science Bashing), in das in Deutschland eh seit einiger Zeit verstärkt geblasen wird.
Da scheinen andere wohl die gleichen Gedanken und Empfindungen zu haben... Das BMEL war in dem Fall tatsächlich kein Geldgeber, sondern natürlich das BMBF. Keine Ahnung wie ich darauf gekommen bin. Ich habe mich heute intensiv mit der (wenig transparenten) Förderung von Studien beschäftigt und bin da anscheinend ein wenig durcheinander gekommen. Sorry! Ich war beim BMEL und Studie vermutlich in Gedanken schon beim Baglimit/ Thünen in meinem Beispiel einen Post weiter, spirch das manche Aussagen vergessen werden.

Übrigens unterstelle ich niemanden Vorsatz bei den Ergebnissen, sondern merke lediglich an, dass die Ergebnisse von Studien den Auftraggebern zu folgen scheinen. Das kann - wie bereits von mir angemerkt - alleine schon durch die Fragestellung zustandekommen. Wer liest schon die ganze Studie? Dann kommt eine PM, durch die sich die Öffentlichkeit eine Meinung bildet. Darüber kann man natürlich schon gezielt in einer Richtung arbeiten.

Ich finde es verdammt auffällig, wie die Angler D und EU in den Fokus von Studien geraten sind. Wir kommen an keiner Stelle gut weg. Zudem kommen dann noch die lieben Journalisten dazu, die daraus kompletten Müll basteln. So habe ich eine Meldung im Tagesspiegel zu dieser Studie gefunden, in der es u.a. heißt Zitat "Dazu gehört der Netzmüll der Fischtrawler aber auch abgerissene Angelschnüre und andere Utensilien von Freizeitfischern vermüllen sowohl Ozeane als auch Binnengewässer." Eine Folge dieser PM.

Das die Medien, die Wissenschaft und die Politik seit Jahren behauptet, dass wir Angler so viele Dorsche fangen wie die kommerzielle Fischerei, ist ja bekannt und das dieses auf falschen Tatsachen beruht, sollte der letzte mittlerweile verstanden haben. Das der Schreiberling dieses Artikel jedoch uns Anglern jetzt sogar für den den Großteil der Dorschfänge verantwortlich macht, schlägt dem Fass den Boden aus und zeigt in welche Richtung wir Angler in der Öffentlichkeit gestellt werden. Alles mit Hilfe der Wissenschaft, denn die haben die Zahlen aus den Fängen 2014 bis 2016 gegenübergestellt! Zitat aus dem Artikel "Und auch in Nord- und Ostsee landet beispielsweise ein Großteil der Dorsche nicht in Netzen, sondern an Deck der Angelkutter.".

Zur Erinnerung: Wir Angler haben zwischen 1994 und 2017 lediglich 10% der Gesamtfangmenge beim Dorsch in der westlichen Ostsee zu verantworten (Quelle ICES). Ich denke also, dass meine Kritik an der Wissenschaft nicht nur begründet, sondern auch die Ursache erkennbar ist. Meiner Meinung nach wird mit Hochdruck an der Abschaffung unseres Hobbies gearbeitet.

Alleine diese Studie wird Folgen für uns Angler haben. Denn wir werden zukünftig an allen freien Gewässern Quoten kaufen oder nach Fangmenge bezahlen müssen. Zudem sind wir ja durch den Verkehr eine zusätzliche Umweltbelastung und sollen durch Vorschriften beschränkt werden. Zitat "This can result in high fishing mortality locally, as well as traffic and congestion problems. To avoid these outcomes, anglers’ actions must be constrained and coordinated through regulations or collective action." Interessant dürfte für uns Angler auch werden, dass man laut der Studie klarstellen muss, dass Angler einem Freizeitvergnügen nachgehen und nicht dem Nahrungserwerb wie die kommerzielle Fischerei. Zitat "Fish are part of a multifaceted leisure experience, not primarily a source of food or personal income as in commercial fisheries"
 
Studie ist ein ziemlich schwammiger Begriff. Das ist genauer genokmmen ein opinion editorial, es stellt die Meinung der Autoren dar und wird mit wissenschaftlichen Quellen unterlegt. Bei PNAS lautet der Titel nicht umsonst "Opinion: Governing the recreational dimension of global fisheries". Das "Opinion" ist dabei Teil des Titels. In der deutschen PM wurde das weg gelassen, obwohl es dazu gehört.
 
G
Opinion: Governing the recreational dimension of global fisheries"
Ich denke alleine das Wort "Govering" wurde eher anglerfreundlich mit "Integration" übersetzt. Ich habe gelernt, dass es "Reglementierung" in diesem Zusammenhang bedeutet. Da das aber eher auf Ablehung bei den Anglern stoßen würde und ja auch der DAFV die Aufnahme der Angler in die CFP mit vollem Zugriff durch die EU befürwortet, sehe ich unsere Uhr ablaufen.

Leider wird es vermutlich die einkommensschwachen Angler treffen. Ist das dann "Angeln in der Mitte der Gesellschaft"? Ich denke für viele von uns könnte Angeln in Zukunft durch eine mögliche hohe finanzielle Belastung leider nicht mehr möglich sein.

Allerdings denke ich, dass zukünftig alle Naturnutzer mit einer deutlichen Kostensteigerung rechnen müssen, z.B. Kanuten, Kiter, Segler etc. Vermutlich werden wir mittelfristig auch nur noch gegen Cash Zutritt in die Naur haben. Am Beginn eines Waldes wird dann ein NABU Häuschen stehen und ein Student im Vogelkostüm wird kassieren, analog zu diversen Naturparks etc. Letztendlich haben wir das ja schon in Teilen...
 
Einige "Einzelkämpfer" werden wohl leider nichts bewegen können....
Da einige millionen Angler wie auch "normale" Bürger betroffen sind, hilft nach meiner Meinung nur so lange Demos in Berlin und Brüssel zu veranstalten bis das vom Tisch ist. Welche Aktivitäten gehen von der EAA aus?
Hatte gleiches schon mal vorgeschlagen als die ersten Berichte über das Bag-Limit ans Tageslicht kamen. Soweit ich mich erinnere darauf zwei Antworten in denen man noch angegriffen wurde..... Also haben die deutschen Angler alles so bekommen wie sie es haben wollten.
Altes Sprichwort, Wer sich nicht wehrt der ......
Deine Antwort auf meinen Beitrag das ich das Angeln in D eingestellt habe, nehme ich als deine Meinung zur Kenntnis. Nur wenn du noch gegen Windmühlen kämpfst, werde ich viel Freude beim Angeln haben.
Wünsche dir trotzdem Good Luck
 
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G
Deine Antwort auf meinen Beitrag das ich das Angeln in D eingestellt habe, nehme ich als deine Meinung zur Kenntnis. Nur wenn du noch gegen Windmühlen kämpfst, werde ich viel Freude beim Angeln haben.
Ich denke wir reden hier von einem europäischen Thema und die anderen Mitgliedstaaten werden mittelfristig nachziehen, insbesondere was das Meeresangeln betrifft. Mit der deutschen Politik der Verbote gepaart mir der ideologischen Willkür werden wir allerdings zeitnah massive Beschränkungen in den Binnengewässern befürchten müssen, Hamburg ist sicherlich einer der ersten Schritte. Auch wenn man versucht das Ergebnis uns Anglern als positive Regelung verkaufen zu wollen. Komisch ist dabei, dass die Angler im Vorfeld hier nicht einmal involviert waren.

Will sagen genieße die Zeit im Ausland, denn auch die Uhr tickt...
 
G
Ergänzen möchte ich dann fairerweise, dass ich heute Abend einen Austausch mit Robert hatte. Er findet den Artikel im Tagesspiegel auch nicht so gelungen. Er versteht auch meinen Einwand, dass wir an der Küste Unterstützung benötigen und keine zusätzlichen Beschränkungen.

Die Studie/ Stellungnahme muss man halt global betrachten laut seiner Aussage, aber wir müssen die einfach für uns in D (EU) sehen und ich denke, dass die uns das Leben schwer macht. Solche Dinge werden ja gerne gegen uns verwendet. Wenn diese Stellungnahme in allen Ländern dieser Welt keine Beachtung findet, so sitzen hier bestimmt schon Bürokraten und schreiben an neuen Verordnungen...

Aber es wird auch eine Studie zum Angeln/ Dorsch geben. Die Frage ist dann gleich wieder, wer diese Studie in Auftrag gegeben hat- die Finanzierung läuft wieder über das BMBF. Man, ob ich noch einmal Ergebnisse für Angler erleben werde? Mir fehlt der Glaube...

Aber ich nehme (zumindest erst einmal) das Anti-Angler-Professor zurück :rolleyes:
 
Robert Arlinghaus als Anti Angler Professor zu titulieren, ist wirklich völlig abwegig. Unabhängig mal von der Frage, ob es ihn interessiert. Die aus meiner Sicht mehr als naheliegende Schlussfolgerung sollte sein, auf solche populistischen Schablonen grundsätzlich zu verzichten.
Im Übrigen ist Deine Einschätzung zur (angeblichen) Subjektivität wissenschaftlicher Studien im Interesse des ''Auftragsgebers'' im Falle der sog. Drittmittelfinanzierung (mit Haushaltsmitteln des Bundes/ Landes) eher ein Beleg dafür, dass Du keine Ahnung davon hast, in welchem Verfahren staatliche Zuwendungen auf den unterschiedlichen Ebenen verausgabt werden. Der Einzelfall Fischereiabgabe ist hierfür keinesfalls referenziell. Merke: Drittmittelfinanzierte Forschung und Auftragsforschung sind zwei verschiedene Dinge.
Im Übrigen habe ich grundsätzliche Probleme damit, sich auf der Basis von Verschwörungstheorien im Wege eines allgemeinen Rundumschlages zu abschließend Dingen zu äußern, von denen man qua eigener Profession keine Ahnung hat. In diesem Sinne hoffe ich, dass Dir Robert Arlinghaus die hier genannte Studie und deren zentrale Aussagen so erklärt hat, dass Du sie (im Rahmen Deiner Möglichkeiten) verstehst. Bisher hatte ich nicht den Eindruck, dass dies der Fall war. Vielleicht hat Robert Dir auch erklärt, unter welchen Veraussetzungen Studien und sonst. Paper bei PNAS bzw. Science veröffentlicht werden...

In Summe: Ich find's - gerade im Interesse der Anglerschaft -echt schade, sich marktschreierisch auf ein Niveau zu begeben, das keines ist. Man man sich hierdurch nicht nur angreifbar und verschafft Leuten, die andere Interessen vertreten, die passenden Argumente. Man hat schlicht und ergreifend verloren auf den Ebenen, auf denen Entscheidungen getroffen werden. In diesem Sinne ist es einfach nur grotesk, zu glauben und zu verbreiten, dass in D Exeketuve und Legislative nur darauf warten, bei jedem noch so kleinen Anlaß weitere Einschränkungen für die Anglerschaft per Gesetz oder Verordnung in die Welt zu setzen. Der eigene Mikrokosmos ist nicht zwingend der für jederman geltende Maßstab! Und das gilt selbst innerhalb der Anglerschaft, die eben nicht über einen Kamm geschoren werden kann. Seriös zu sein und zu bleiben, ist also die schlechteste Idee nicht...

Ende der Kritik: Du machst grundsätzlich eine richtig gute Arbeit. Begib Dich bitte nicht auf die Ebene eines Missionars, der zu allem und jedem eine abschließende Meinung hat. Spätestens wenn der Heiligenschein auftaucht, wird's verdächtig!
 
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Man hat schlicht und ergreifend verloren auf den Ebenen, auf denen Entscheidungen getroffen werden.
Hallo Hornhechtgräte,
bin ja an vielen Punkten bei dir, ABER auch beim Fischerbandit...
Will keinesfalls auf der Wissenschaft rumhacken oder diese gar "bashen", gebe jedoch zu bedenken (und da lass ich mir auch nicht reinreden) das in einer Geldwertgesellschaft natürlich und konsequent, jene ohne diese Werte außen vor bleiben (und werden)…
Und gerade heutzutage (vollständiges Fehlen von kritischem Denken an den Unis) bezweifele ich doch stark, dass eben allgem. WissenschaftlerInnen sich nicht zum "nützlichem Esel" dieser Verwertungslogik machen.
Euer Konflikt findet da halt auf zwei Ebenen statt - du siehst es methodisch, Lars als gebranntes Kind ( welches aus Erfahrung gelernt hat/schlau geworden ist).

Könnte dir jetzt seitenweise Belege liefern, denke aber du bist klug genug zu verstehen was ich meine & worauf ich raus will...

Den auch die größten Köpfe, sind oftmals auch nur nützliche "Idioten" … in diesem Sinne - Petri, solange wir "Armen" noch fischen dürfen!
 
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Dabei übersteigen die von der Freizeitfischerei abhängigen Arbeitsplätze in vielen Regionen die volkswirtschaftliche Bedeutung der Erwerbsfischerei."
Da die Studie ja auch mit Geldern aus B.C. finanziert wurde:

Für die Freizeit-Lachsfischerei in B.C. sprechen Studien von 80 % mehr Arbeitsplätzen und 110% mehr BIP-Leistung, im Vergleich zur kommerziellen Fischerei.

Game-fish Nr. 1 ist dort die Steelhead-Forelle. Die darf kommerziell nicht befischt werden, für Freizeitangler gilt für Wildfische ein Entnahmeverbot. Bei hatchery-fish aus der Nachzucht max.1/Tag nicht mehr als 10 pro Jahr.

Im Jahr 1998 wurde die Netzfischerei auf Silberlachs wegen niedriger Aufstiegszahlen untersagt. Im selben Jahr haben sich Aufstiegszahlen an Steelheads im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht.

Im Folgejahr war die Netzfischerei auf Coho wieder erlaubt, die Steelheadaufstiege gingen wieder auf Durchschnittswerte zurück.

Als Laie kommt man da nicht gerade auf den Gedanken, dass hier die Freizeitfischer ne große Rolle spielen.

Dürfte bei Lachsen ähnlich sein. Man hat jedenfalls früher als Flussangler sofort gemerkt, wenn die Netzfischer auf dem Meer nen Tag pausieren mussten.

Seit zwei Jahren herrscht dort nun Fangverbot für Königslachse. Ich bezweifle mal, dass hier die Angler die Hauptschuldigen waren. Der Klmawandel allein wird es wohl auch nicht gewesen sein.
 
Ich habe mir die PM nun zweimal durchgelesen und kann an ihr nichts finden, dass sich gegen Angler richtet. Arlinghaus arbeitet interdisziplinär. Genau solche Arbeiten sind wichtig, um den steigenden Stellenwert der Freizeitangelei aufzuzeigen. Man kann aus meiner Sicht nicht auf der einen Seite den Stellenwert und die Wichtigkeit des Freizeitangelns betonen, sich dann aber der daraus erwachsenden Verantwortung entziehen.

Beim Dorsch kann man natürlich wie Lars argumentieren. Sicherlich wurden die Dorsche nicht von den Anglern, sondern den Berufsfischern überfischt. Aktuell sind die Fangmengen von Berufsfischern und Freizeitanglern etwa gleich groß, weil eben die Fänge der Berufsfischer so weit unten sind. Wenn man aber etwas für den Dorsch gemacht werden soll, dann muss man von den aktuellen Beständen und Fängen ausgehen und da ist es nun einmal, wie es ist. Nur wenn wir Angler mit Verantwortung übernehmen, können wir auf Rückhalt in der Gesellschaft auch von Nichtanglern spekulieren. Die Studie von Arlinghaus sollte man dabei einfach mal als Diskussionsgrundlage nehmen. Ich sehe da durchaus einige Ansätze, die für die Angler sprechen.
 
Hallo,

aus meiner Sicht fehlt aber der Hinweis, dass in vielen Fällen ein mit der Angel gefangener Fisch eine wesentlich höhere Wirtschaftsleistung generiert als ein kommerzieller Netzfang. Auch von Subventionen für die kommerzielle Fischerei lese ich nichts. Kriegen die etwa keine?

Die Freizeitfischerei wird auch durch Abgaben wie Lizenzgebühren und Fischereiabgabe belastet, unabhängig vom Erfolg der Angler.

Dafür stört mich der Satz, Angler würden nur ihrem Vergnügen nachgehen, Berufsfischer ihrem Lebensunterhalt. Das klingt m.E. schon irgendwie nach Abwertung.
 
Dafür stört mich der Satz, Angler würden nur ihrem Vergnügen nachgehen, Berufsfischer ihrem Lebensunterhalt. Das klingt m.E. schon irgendwie nach Abwertung.
Moin

Stimmt aber.....BF's Züchter etc.sichern die Nahrungsbeschaffung für die Bevölkerung und haben da durch ihr Einkommen...Angler brauchen/bräuchten nicht unbedingt Angeln weil es auch alles an Fisch zu kaufen gibt.Wir alle wissen das..nur redet man nicht gern über diesen Sargnagel.....

lg
 
Beim Dorsch kann man natürlich wie Lars argumentieren. Sicherlich wurden die Dorsche nicht von den Anglern, sondern den Berufsfischern überfischt. Aktuell sind die Fangmengen von Berufsfischern und Freizeitanglern etwa gleich groß, weil eben die Fänge der Berufsfischer so weit unten sind. Wenn man aber etwas für den Dorsch gemacht werden soll, dann muss man von den aktuellen Beständen und Fängen ausgehen und da ist es nun einmal, wie es ist. Nur wenn wir Angler mit Verantwortung übernehmen, können wir auf Rückhalt in der Gesellschaft auch von Nichtanglern spekulieren. Die Studie von Arlinghaus sollte man dabei einfach mal als Diskussionsgrundlage nehmen. Ich sehe da durchaus einige Ansätze, die für die Angler sprechen.
Es sind einige gute Ansätze dabei, andere sind aber eindeutig abzulehnen, wie die elektronische Überwachung der Dorschangler. Für eine doch eher häufige Wirtschaftsfischart ist das überzogen und der Erkenntnisgewinn steht wahrscheinlich in keinem guten Verhältnis zum Aufwand.
 
Hallo,

BF's Züchter etc.sichern die Nahrungsbeschaffung für die Bevölkerung
Kommt immer drauf an wo, für wen und in welchem Maß.

Die industriellen Fangflotten sind m.E. mitschuld am Hunger und am Elend in vielen Entwicklungsländern.

Und was Marine-Harvest und Co so veranstalten, damit in den Industrieländern der Markt mit billigem Lachs geflutet werden kann, halte ich auch nicht für systemrelevant.

Wir reden hier nicht über traditionelle Küstenfischer mit Stellnetz, Reuse, Handleine etc. , sondern über die Fischereiindustrie, die wahrscheinlich auch noch die meisten Subventionen abgreift. Die wollen den Kuchen wahrscheinlich mit niemand teilen, egal ob Angler, Kleinfischer, Kormoran, Robbe etc. .
Wenn man alle deutschen Ostseefischer in Vorruhestand schicken würde, müsste m.E. in Deutschland trotzdem niemand Hunger leiden und die Wirtschaft würde auch nicht einbrechen.

Wenn man ein komplettes Angelverbot für die deutschen Küsten verhängen würde, könnten die wirtschaftlichen Auswirkungen schon größer sein.

Hungern würde da allerdings auch keiner müssen, auch wenn er kein Veganer wäre.
 
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