Hohenwarte: Thüringens Räuberhöhle

Im Schatten der großen Bleilochtalsperre in Thüringen schlummert eine wahre Räuberperle: die Hohenwarte. Christian Siegler war auf Erkundungstour an diesem Gewässer.

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Die Hohenwarte in Thüringen biete eine grandiose Barschangelei

Nicht einfach, aber gut!
Mit 182 Millionen Kubikmetern Wasser auf 7,3 Quadratkilometern Fläche verteilt, ist die knapp 27 Kilometer lange und bis zu 65 Meter tiefe Hohenwarte wahrlich kein kleiner Teich, sondern die viertgrößte Talsperre Deutschlands!

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Die Hohenwarte ist die viertgrößte Talsperre Deutschlands

Sie gehört zu einem zirka 80 Kilometer langem Gewässersystem – der Saalekaskade, welche auch den Spitznamen „Thüringer Meer“ trägt. Dieser Name kommt nicht von ungefähr, denn schließlich liegt hier auch die Bleilochtalsperre. Sie ist die größte ihrer Art in Deutschland (was das Fassungsvermögen betrifft). Mein Zielfisch an der Hohenwarte ist der Barsch.

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Christian greift mit kleinen Wobblern an

Auf der Talsperre gelten strikte Regeln für die Verwendung von Booten mit Verbrennern und Echoloten (siehe Infokasten). Einfach ist die Angelei hier wirklich nicht! Doch wenn die Bedingungen passen und man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, dann sind Ausnahmefischen drin. Die Talsperre beherbergt wirklich große Zander, aber durch die immer besser werdende Wasserqualität verschob sich die Zusammensetzung der Fischarten in den letzten Jahren. Hechte nehmen stark zu und auch die Barsche kommen so richtig in Fahrt.

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Auf der Talsperre gibt es strikte Regeln fürs Bootsfahren

Klares Wasser und große Räuber
Die Hohenwarte hat überwiegend steil abfallende Ufer – typisch für eine Talsperre. Unterwasser gibt es viel Struktur: unzählige Kanten und den alten Bachlauf. Aufgrund der lang gestreckten, schlangenartigen Form des Gewässers und den schroffen Hängen komme ich mir oft wie in einem norwegischen Fjord vor. Am Angelplatz angekommen, bemerke ich sofort kleinere Barsche, die Futterfische am Ufer unter den überhängenden Ästen jagen. Wo Kleine sind, sind Große oft nicht weit! Mein Kumpel Dirk greift zu einem Crankbait und geht auf Räubersuche. Lange muss er nicht warten, bis der erste Interessent den kleinen Wobbler packt. Ein halbstarker Zander kommt zum Vorschein. Und es geht genau so weiter. Der Crank scheint das Beuteschema der Stachelritter anzusprechen und Dirk kann noch zwei weitere Glasaugen überlisten.

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Dirk mit Hohenwarte-Zander

Doch so schnell der Spuk begann, ist er auch wieder vorbei. Mit der aufgehenden Sonne und zunehmender Helligkeit werden die Räuber an der Talsperre träge, ziehen oft in tiefere Abschnitte und stellen das Fressen teilweise ein. Für uns beginnt nun das, was Angeln an der Hohenwarte ausmacht: Fische suchen! Bootsangler sind dabei deutlich von Vorteil, da die Ufer oft unzugänglich und sehr weitläufig daherkommen. Das glasklare Wasser mit Sichttiefen bis zu acht Metern macht die Sache auch nicht gerade einfacher, sind die Fische bei solchen Bedingungen doch besonders vorsichtig. Aber auch von Land kann man an der Hohenwarte gut fangen. Besonders beim Nachtangeln auf Zander und Aal feiern Uferangler regelmäßig Erfolge und auch Schleien- und Karpfenangler können hier gewichtige Überraschungen erleben! Gute Stellen für Uferangler befinden sich an der Zopte, in der Lotharbucht, der Großen Selze, am Drachenschwanz und in der Otterbucht. Auch der größte Raubfisch der Hohenwarte – der Wels – wird immer öfter beim nächtlichen Ansitz erbeutet. Exemplare mit über 1,80 Metern gehen immer öfter an den Haken.

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Klassische Barschverführer für Talsperren-Räuber

Hitzeschlacht und launische Hechte
Wir wollen aber Barsche! Doch so richtig scheinen die Gestreiften nicht in Beißlaune zu kommen. Wer kann es ihnen auch verübeln? Bei mittlerweile weit über 30 Grad und knallender Sonne verspüren auch wir nicht den größten Tatendrang. Hier und da sehen wir raubende Fische, können aber nur kleine Barsche überlisten. In einem schattigen Abschnitt gelingt es dann doch, nach langem Suchen und Experimentieren, einen guten Streifenpunk zu ergattern. Die Ausdauer hat sich ausgezahlt! Wir befischen die Stelle noch eine ganze Weile, doch ein weiterer Barsch lässt sich nicht blicken. Wie fast überall, wollen die Besseren auch an der Hohenwarte hart erkämpft werden! Ein Strategiewechsel tut jetzt gut und bringt wieder Motivation. Gezielt auf einen der großen Hohenwarte-Hechte soll’s jetzt gehen. An den steilen Ufern hängen immer wieder Äste und ganze Bäume ins Wasser – das sind Topstellen für Meister Esox.

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Auch gute Hechte gibt's in der Hohenwarte

Mit genauen Würfen schicken wir unsere natürlich gefärbten Jerkbaits auf Fangkurs. Blau-Silber und Braun-Grün sind die besten Farbvarianten für das klare Wasser. Die immer häufiger werdenden Maränen und zahlreiche Kleinbarsche bilden die Hauptfutterfische an der Hohenwarte. Stück für Stück befischen wir konzentriert die heißen Stellen, doch das gleißende Sonnenlicht und die spiegelglatte Oberfläche machen es uns nicht leicht. Bis auf ein paar Nachläufer und einen harten Biss, den wir nicht verwerten können, tut sich auch hier nichts.

Wer sucht, der findet!
Vorbei an der Mühlfähre, der einzigen Fähre Thüringens, geht’s einmal über die Talsperre. Kaum am nächsten Spot angekommen, gibt’s die ersten kleinen Barsche. Wir merken sofort, dass hier deutlich mehr Aktivität Unterwasser herrscht. Gespannt probieren wir das komplette Ködersortiment durch: Wobbler, Gummifisch, Spinner, kleine Jerkbaits. Wir müssen uns jetzt durch die Kleinen durchangeln, irgendwann greift auch ein Besserer zu. Einige Würfe und Kleinbarsche später ist es dann endlich soweit: Nach langem Suchen und Probieren, zeigt die Hohenwarte, was in ihr steckt und gibt kurz hintereinander zwei tolle Gestreifte jenseits der 40-Zentimeter-Marke preis. Genau deshalb sind wir hier, das sind die Fische, die wir suchen! Beide Räuber bissen auf überbleite Gummifische, die wir schnell durch die Wassersäule jiggten. Mit diesen Topfischen im Fangbuch steuern wir zufrieden Richtung Hotel.

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Dafür sind wir hier - fette Barsche!

Infos:

Landesanglerverband Thüringen e. V. (LAVT)
Magdeburger Allee 34, 99086 Erfurt
Tel. (0361) 646 42 33, E-Mail: info@talv.de
Internet: www.lavt.de

Kartenausgabestellen:

Tages-, Wochen- oder Jahreskarten für die Gewässer der Saalekaskade können Sie bequem online beim Landesanglerverband Thüringen e. V. bestellen: www.lavt.de

Außerdem sind Angelscheine unter anderem an folgenden Ausgabestellen erhältlich:
• Angelhütte Hohenwarte, Preßwitzer Str. 18, 07338 Hohenwarte, Tel. (036733) 223 04 Internet: www.angelhuette.de
• Gasthaus „Zur grünen Eiche“, Am Angler 12, 07338 Kaulsdorf, Tel. (036733) 733 30
Internet: www.hotel-zur-gruenen-eiche.de

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Karte der Hohenwarte

Mindestmaße / Schonzeiten

Hecht 55 cm/15.2. - 30.04., Zander 55 cm/15.2. - 31.05., Bach- und Regenbogenforelle 30 cm/01.10. - 31.03., Aal 50 cm/01.11. - 28.02., Karpfen 45 cm, Schleie 30 cm

Vom 15.02. bis 30.04. ist die Anwendung von Raubfischmontagen mit totem Köderfisch und Fetzenköder, der Spinnangel und der Köderfischsenke untersagt! Weiterführende Informationen und Regelungen finden Sie in den Angelkarten.

Eigene Boote auf der Hohenwartetalsperre:
Das Angeln ist ausschließlich vom verankertem Boot aus gestattet (ein GPS-Anker ist seit 2016 erlaubt). Echolote dürfen während des eigentlichen Angelns nicht angeschaltet und lediglich während der Stellensuche aktiviert sein. Das Befahren der Hohenwartetalsperre mit Elektromotor ist ganzjährig möglich, mit Verbrennungsmotoren jedoch nur im Zeitraum vom 1. März bis 30. November (Mo-Fr 9-20 Uhr, Sa-So 9-12.30 Uhr und 14.30-20.00 Uhr). Zur Nutzung von eigenen Booten mit Verbrennungsmotoren ist eine Registrierung des Bootes auf dem Landratsamt des Saale-Orla Kreises notwendig. Rufnummer: (03663) 48 85 23 oder (03663) 48 80 Dort erhalten Sie auch weiterführende Informationen und Regelungen.

Unterkünfte:

• Waldhotel am Stausee, Preßwitzer Straße, 07333 Unterwellenborn OT Bucha
Tel. (036732) 363, E-Mail: info@waldhotel-am-stausee.de
Internet: www.waldhotel-am-stausee.de

• Hotel & Restaurant „Saalestrand“, Saalthal 6, 07333 Unterwellenborn OT Bucha
 
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